KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM - Beschreibung, ISBN und Ausgabe
28/06/2026
Lesedauer: 12 min
Kompakte Infos zu KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM von THOMAS JOHANNES PIESBERGEN: Thema, Ausgabe und bibliografische Daten. Gut, wenn du Inhalt und Eckdaten ohne Umwege sehen willst.
KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM im Überblick
KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM ist ein Werk von THOMAS JOHANNES PIESBERGEN, das innerhalb der Kategorie Sachbuch eingeordnet wird und bereits durch seine klare thematische Ausrichtung überzeugt. Die Entwicklung der Lehmarchitektur, die Sozio-Ökonomie des Bauens und Wohnens fungiert als präzisierende Ergänzung zu KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM und macht die Zielsetzung des Buches schneller erfassbar. Die vorhandene Beschreibung macht deutlich, worauf KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM den Fokus legt: Die bisherigen Untersuchungen bezüglich der kulturellen Bedeutung des architektonisch geordneten Raums blieben entweder oberflächlich oder in ihrer Perspektive stark eingeschränkt. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Forschungslücke zu schließen und den architektonischen Raum als unabhängige Quelle zur Rekonstruktion kultureller Sachverhalte nutzbar zu machen. Zunächst werden anhand von ethnographischen Quellen die formalen Aspekte der Lehmarchitektur untersucht, also die bautechnischen Vorgänge, ihre sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, die funktionalen Eigenschaften verschiedener Konstruktionsweisen und der Bau- und Siedlungsformen sowie deren Identifizierung im archäologischen Befund. Nach einer eingehenden Diskussion verschiedener theoretischer Perspektiven und methodischer Ansätze bezüglich der Interpretation der kulturellen Aspekte des Raums erfolgt anhand ethnologischer Quellen eine Modellbildung zum Verhältnis der Sozio-Ökonomie und der kosmologischen Vorstellungen zum architektonischen Raum. Schwerpunkt des sozio-ökonomischen Modells ist das Verhältnis zwischen Haushalt und Kommune. Das kosmologisch-habituelle Modell hingegen beschreibt die Entwicklung vom unsegmentierten, egalitären Kreis zum differenzierten, hierarchisch geordneten, orthogonalen Welt- und Wohnraum. In der anschließenden quantitativen, archäologisch-geographischen Untersuchung auf breiter Datenbasis werden die Zusammenhänge und Wechselwirkungen der formalen Aspekte der Lehmarchitektur mit den sozio-ökonomischen und kosmologischen Organisationsprinzipien in ihrer chronologischen und geographischen Verbreitung beleuchtet. Auf eine Diskussion der Umwelteinflüsse auf diesen Komplex folgt eine Hypothesenbildung und schließlich eine qualitative Überprüfung der Hypothese anhand ausgewählter Fundorte. Abschließend kann festgestellt werden, daß die Entwicklung der Lehmarchitektur durch ein Netzwerk von ideologischen, sozio-ökonomischen und umweltabhängigen Einflüssen bedingt wird, das durch ständige Wechselwirkungen und Rückkoppelungen all seiner Bestandteile gekennzeichnet ist, dessen kulturelle Aspekte aber am unmittelbarsten auf die Architektur einwirken. Die in der Arbeit entwickelte holistische Architekturanalyse bietet ein entsprechend nützliches Mittel zur Rekonstruktion prähistorischer Gesellschaften. Sie erschließt der Forschung sozio-kulturelle Bereiche, auf die andere Quellengattungen bisher keinen Zugriff erlaubten. Für den untersuchten Zeitabschnitt, von der Seßhaftwerdung bis zu dem Beginn der Hochkulturen des Nahen Ostens, können vor allem zwei gesellschaftliche Organisationsprinzipien (das kommunalistische und das individualistische Prinzip) herausgearbeitet werden, die sich in der vorderasiatischen Vorgeschichte gegenüberstehen. Dadurch gelingt es Th. Piesbergen z.B. leichtfertige Postulate privilegierter Klassen im frühneolithischen Südost-Anatolien zu wiederlegen. Darüber hinaus bietet die holistische Architekturanalyse eine aussagekräftige Ergänzung der konventionellen Kulturzuweisung anhand von Keramikformen und anderen Kleinfundgattungen. Besonders in vorkeramischer Zeit können mit ihrer Hilfe Kulturgruppen, die bislang nur schwer voneinander unterschieden werden konnten, identifiziert werden, wie z.B. die dem PPN-B Kontext zugehörige „Euphrat Gruppe“ in Obermesopotamien. Schließlich wird der Begriff des „kontextuellen Raums“ als ein neuer Terminus in die Archäologie und Kulturanthropologie eingeführt. Er bezeichnet die in Architektur manifestierte Schnittmenge der technischen, sozio-ökonomischen, ideellen und ökologischen Domäne, die nur durch eine holistische und interdisziplinäre Perspektive erfasst und beschrieben werden kann Als Veröffentlichungsdatum ist 2007 hinterlegt; verlegt wurde der Titel von Archaeopress in OXFORD.
Relevante Merkmale auf einen Blick
Der Verlag Archaeopress und der Verlagsort OXFORD liefern zusätzliche Orientierung bei der Einordnung dieser Ausgabe. KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM ist besonders für Leserinnen und Leser interessant, die sich gezielt mit Veröffentlichungen von THOMAS JOHANNES PIESBERGEN beschäftigen möchten. KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM spricht besonders Nutzer an, die sich für Bücher rund um Sachbuch interessieren. Mit dem Erscheinungszeitpunkt 2007 lässt sich KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM sauber in einen bibliografischen Kontext einordnen. Die Ausgabe ist in Deutsch verfügbar und damit gezielt für Leserinnen und Leser mit entsprechender Sprachpräferenz interessant.
Inhalt und thematische Schwerpunkte
Die Beschreibung zeigt, dass KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM klar dem Bereich Sachbuch zugeordnet werden kann: Die bisherigen Untersuchungen bezüglich der kulturellen Bedeutung des architektonisch geordneten Raums blieben entweder oberflächlich oder in ihrer Perspektive stark eingeschränkt. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Forschungslücke zu schließen und den architektonischen Raum als unabhängige Quelle zur Rekonstruktion kultureller Sachverhalte nutzbar zu machen. Zunächst werden anhand von ethnographischen Quellen die formalen Aspekte der Lehmarchitektur untersucht, also die bautechnischen Vorgänge, ihre sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, die funktionalen Eigenschaften verschiedener Konstruktionsweisen und der Bau- und Siedlungsformen sowie deren Identifizierung im archäologischen Befund. Nach einer eingehenden Diskussion verschiedener theoretischer Perspektiven und methodischer Ansätze bezüglich der Interpretation der kulturellen Aspekte des Raums erfolgt anhand ethnologischer Quellen eine Modellbildung zum Verhältnis der Sozio-Ökonomie und der kosmologischen Vorstellungen zum architektonischen Raum. Schwerpunkt des sozio-ökonomischen Modells ist das Verhältnis zwischen Haushalt und Kommune. Das kosmologisch-habituelle Modell hingegen beschreibt die Entwicklung vom unsegmentierten, egalitären Kreis zum differenzierten, hierarchisch geordneten, orthogonalen Welt- und Wohnraum. In der anschließenden quantitativen, archäologisch-geographischen Untersuchung auf breiter Datenbasis werden die Zusammenhänge und Wechselwirkungen der formalen Aspekte der Lehmarchitektur mit den sozio-ökonomischen und kosmologischen Organisationsprinzipien in ihrer chronologischen und geographischen Verbreitung beleuchtet. Auf eine Diskussion der Umwelteinflüsse auf diesen Komplex folgt eine Hypothesenbildung und schließlich eine qualitative Überprüfung der Hypothese anhand ausgewählter Fundorte. Abschließend kann festgestellt werden, daß die Entwicklung der Lehmarchitektur durch ein Netzwerk von ideologischen, sozio-ökonomischen und umweltabhängigen Einflüssen bedingt wird, das durch ständige Wechselwirkungen und Rückkoppelungen all seiner Bestandteile gekennzeichnet ist, dessen kulturelle Aspekte aber am unmittelbarsten auf die Architektur einwirken. Die in der Arbeit entwickelte holistische Architekturanalyse bietet ein entsprechend nützliches Mittel zur Rekonstruktion prähistorischer Gesellschaften. Sie erschließt der Forschung sozio-kulturelle Bereiche, auf die andere Quellengattungen bisher keinen Zugriff erlaubten. Für den untersuchten Zeitabschnitt, von der Seßhaftwerdung bis zu dem Beginn der Hochkulturen des Nahen Ostens, können vor allem zwei gesellschaftliche Organisationsprinzipien (das kommunalistische und das individualistische Prinzip) herausgearbeitet werden, die sich in der vorderasiatischen Vorgeschichte gegenüberstehen. Dadurch gelingt es Th. Piesbergen z.B. leichtfertige Postulate privilegierter Klassen im frühneolithischen Südost-Anatolien zu wiederlegen. Darüber hinaus bietet die holistische Architekturanalyse eine aussagekräftige Ergänzung der konventionellen Kulturzuweisung anhand von Keramikformen und anderen Kleinfundgattungen. Besonders in vorkeramischer Zeit können mit ihrer Hilfe Kulturgruppen, die bislang nur schwer voneinander unterschieden werden konnten, identifiziert werden, wie z.B. die dem PPN-B Kontext zugehörige „Euphrat Gruppe“ in Obermesopotamien. Schließlich wird der Begriff des „kontextuellen Raums“ als ein neuer Terminus in die Archäologie und Kulturanthropologie eingeführt. Er bezeichnet die in Architektur manifestierte Schnittmenge der technischen, sozio-ökonomischen, ideellen und ökologischen Domäne, die nur durch eine holistische und interdisziplinäre Perspektive erfasst und beschrieben werden kann Für die thematische Suche und semantische Zuordnung sind insbesondere diese Tags relevant: Ancient Architecture, Social aspects, Antiquities, Excavations (Archaeology), Neolithic period, Excavations (archaeology), middle east, Prehistoric Architecture, Architecture and anthropology
Wichtige Kennzeichen dieser Ausgabe
Die verlegerische und zeitliche Einordnung wird durch Archaeopress, OXFORD und 2007 präzise ergänzt. Auch externe Referenzen sind vorhanden: Die Work-ID lautet OL12911957W, die zugehörigen Editions-IDs sind OL19858857M.
Die zentralen Metadaten zu KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM
- Untertitel: Die Entwicklung der Lehmarchitektur, die Sozio-Ökonomie des Bauens und Wohnens
- Schlagwörter: Ancient Architecture, Social aspects, Antiquities, Excavations (Archaeology), Neolithic period, Excavations (archaeology), middle east, Prehistoric Architecture, Architecture and anthropology
- Publiziert bei: Archaeopress
- Format: physical
- Kurzbeschreibung: Die bisherigen Untersuchungen bezüglich der kulturellen Bedeutung des architektonisch geordneten Raums blieben entweder oberflächlich oder in ihrer Perspektive stark eingeschränkt. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Forschungslücke zu schließen und den architektonischen Raum als unabhängige Quelle zur Rekonstruktion kultureller Sachverhalte nutzbar zu machen. Zunächst werden anhand von ethnographischen Quellen die formalen Aspekte der Lehmarchitektur untersucht, also die bautechnischen Vorgänge, ihre sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, die funktionalen Eigenschaften verschiedener Konstruktionsweisen und der Bau- und Siedlungsformen sowie deren Identifizierung im archäologischen Befund. Nach einer eingehenden Diskussion verschiedener theoretischer Perspektiven und methodischer Ansätze bezüglich der Interpretation der kulturellen Aspekte des Raums erfolgt anhand ethnologischer Quellen eine Modellbildung zum Verhältnis der Sozio-Ökonomie und der kosmologischen Vorstellungen zum architektonischen Raum. Schwerpunkt des sozio-ökonomischen Modells ist das Verhältnis zwischen Haushalt und Kommune. Das kosmologisch-habituelle Modell hingegen beschreibt die Entwicklung vom unsegmentierten, egalitären Kreis zum differenzierten, hierarchisch geordneten, orthogonalen Welt- und Wohnraum. In der anschließenden quantitativen, archäologisch-geographischen Untersuchung auf breiter Datenbasis werden die Zusammenhänge und Wechselwirkungen der formalen Aspekte der Lehmarchitektur mit den sozio-ökonomischen und kosmologischen Organisationsprinzipien in ihrer chronologischen und geographischen Verbreitung beleuchtet. Auf eine Diskussion der Umwelteinflüsse auf diesen Komplex folgt eine Hypothesenbildung und schließlich eine qualitative Überprüfung der Hypothese anhand ausgewählter Fundorte. Abschließend kann festgestellt werden, daß die Entwicklung der Lehmarchitektur durch ein Netzwerk von ideologischen, sozio-ökonomischen und umweltabhängigen Einflüssen bedingt wird, das durch ständige Wechselwirkungen und Rückkoppelungen all seiner Bestandteile gekennzeichnet ist, dessen kulturelle Aspekte aber am unmittelbarsten auf die Architektur einwirken. Die in der Arbeit entwickelte holistische Architekturanalyse bietet ein entsprechend nützliches Mittel zur Rekonstruktion prähistorischer Gesellschaften. Sie erschließt der Forschung sozio-kulturelle Bereiche, auf die andere Quellengattungen bisher keinen Zugriff erlaubten. Für den untersuchten Zeitabschnitt, von der Seßhaftwerdung bis zu dem Beginn der Hochkulturen des Nahen Ostens, können vor allem zwei gesellschaftliche Organisationsprinzipien (das kommunalistische und das individualistische Prinzip) herausgearbeitet werden, die sich in der vorderasiatischen Vorgeschichte gegenüberstehen. Dadurch gelingt es Th. Piesbergen z.B. leichtfertige Postulate privilegierter Klassen im frühneolithischen Südost-Anatolien zu wiederlegen. Darüber hinaus bietet die holistische Architekturanalyse eine aussagekräftige Ergänzung der konventionellen Kulturzuweisung anhand von Keramikformen und anderen Kleinfundgattungen. Besonders in vorkeramischer Zeit können mit ihrer Hilfe Kulturgruppen, die bislang nur schwer voneinander unterschieden werden konnten, identifiziert werden, wie z.B. die dem PPN-B Kontext zugehörige „Euphrat Gruppe“ in Obermesopotamien. Schließlich wird der Begriff des „kontextuellen Raums“ als ein neuer Terminus in die Archäologie und Kulturanthropologie eingeführt. Er bezeichnet die in Architektur manifestierte Schnittmenge der technischen, sozio-ökonomischen, ideellen und ökologischen Domäne, die nur durch eine holistische und interdisziplinäre Perspektive erfasst und beschrieben werden kann
- ISBN-10: 1407300512
- Autor beziehungsweise Autoren: THOMAS JOHANNES PIESBERGEN
- Veröffentlicht am: 2007
- Buchtitel: KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM
- Thematische Hauptkategorie: Sachbuch
- Open-Library-Work-ID: OL12911957W
- Verlagsort: OXFORD
- Externe Editionsreferenzen: OL19858857M
- Sprache: Deutsch
Warum sich KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM gut einordnen lässt
Die Verbindung aus KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM, THOMAS JOHANNES PIESBERGEN, Sachbuch und Ancient Architecture, Social aspects, Antiquities, Excavations (Archaeology), Neolithic period, Excavations (archaeology), middle east, Prehistoric Architecture, Architecture and anthropology schafft eine solide Grundlage für eine präzise thematische Suche.
Wichtige Fragen zu Inhalt und Ausgabe
Wer sollte sich für KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM interessieren?
Besonders relevant ist KONTEXTUELLE RAUM IM VORDERASIATISCHEN NEOLITHIKUM für Leserinnen und Leser, die nach Literatur aus dem Bereich Sachbuch suchen oder gezielt Veröffentlichungen von THOMAS JOHANNES PIESBERGEN betrachten möchten.
Welche Sprache und Schlagwörter sind hinterlegt?
Verzeichnet sind die Sprache Deutsch sowie die Tags Ancient Architecture, Social aspects, Antiquities, Excavations (Archaeology), Neolithic period, Excavations (archaeology), middle east, Prehistoric Architecture, Architecture and anthropology, die die thematische Zuordnung erleichtern.
Welche Inhalte beschreibt die Kurzbeschreibung?
Die vorhandene Beschreibung lautet: Die bisherigen Untersuchungen bezüglich der kulturellen Bedeutung des architektonisch geordneten Raums blieben entweder oberflächlich oder in ihrer Perspektive stark eingeschränkt. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Forschungslücke zu schließen und den architektonischen Raum als unabhängige Quelle zur Rekonstruktion kultureller Sachverhalte nutzbar zu machen. Zunächst werden anhand von ethnographischen Quellen die formalen Aspekte der Lehmarchitektur untersucht, also die bautechnischen Vorgänge, ihre sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, die funktionalen Eigenschaften verschiedener Konstruktionsweisen und der Bau- und Siedlungsformen sowie deren Identifizierung im archäologischen Befund. Nach einer eingehenden Diskussion verschiedener theoretischer Perspektiven und methodischer Ansätze bezüglich der Interpretation der kulturellen Aspekte des Raums erfolgt anhand ethnologischer Quellen eine Modellbildung zum Verhältnis der Sozio-Ökonomie und der kosmologischen Vorstellungen zum architektonischen Raum. Schwerpunkt des sozio-ökonomischen Modells ist das Verhältnis zwischen Haushalt und Kommune. Das kosmologisch-habituelle Modell hingegen beschreibt die Entwicklung vom unsegmentierten, egalitären Kreis zum differenzierten, hierarchisch geordneten, orthogonalen Welt- und Wohnraum. In der anschließenden quantitativen, archäologisch-geographischen Untersuchung auf breiter Datenbasis werden die Zusammenhänge und Wechselwirkungen der formalen Aspekte der Lehmarchitektur mit den sozio-ökonomischen und kosmologischen Organisationsprinzipien in ihrer chronologischen und geographischen Verbreitung beleuchtet. Auf eine Diskussion der Umwelteinflüsse auf diesen Komplex folgt eine Hypothesenbildung und schließlich eine qualitative Überprüfung der Hypothese anhand ausgewählter Fundorte. Abschließend kann festgestellt werden, daß die Entwicklung der Lehmarchitektur durch ein Netzwerk von ideologischen, sozio-ökonomischen und umweltabhängigen Einflüssen bedingt wird, das durch ständige Wechselwirkungen und Rückkoppelungen all seiner Bestandteile gekennzeichnet ist, dessen kulturelle Aspekte aber am unmittelbarsten auf die Architektur einwirken. Die in der Arbeit entwickelte holistische Architekturanalyse bietet ein entsprechend nützliches Mittel zur Rekonstruktion prähistorischer Gesellschaften. Sie erschließt der Forschung sozio-kulturelle Bereiche, auf die andere Quellengattungen bisher keinen Zugriff erlaubten. Für den untersuchten Zeitabschnitt, von der Seßhaftwerdung bis zu dem Beginn der Hochkulturen des Nahen Ostens, können vor allem zwei gesellschaftliche Organisationsprinzipien (das kommunalistische und das individualistische Prinzip) herausgearbeitet werden, die sich in der vorderasiatischen Vorgeschichte gegenüberstehen. Dadurch gelingt es Th. Piesbergen z.B. leichtfertige Postulate privilegierter Klassen im frühneolithischen Südost-Anatolien zu wiederlegen. Darüber hinaus bietet die holistische Architekturanalyse eine aussagekräftige Ergänzung der konventionellen Kulturzuweisung anhand von Keramikformen und anderen Kleinfundgattungen. Besonders in vorkeramischer Zeit können mit ihrer Hilfe Kulturgruppen, die bislang nur schwer voneinander unterschieden werden konnten, identifiziert werden, wie z.B. die dem PPN-B Kontext zugehörige „Euphrat Gruppe“ in Obermesopotamien. Schließlich wird der Begriff des „kontextuellen Raums“ als ein neuer Terminus in die Archäologie und Kulturanthropologie eingeführt. Er bezeichnet die in Architektur manifestierte Schnittmenge der technischen, sozio-ökonomischen, ideellen und ökologischen Domäne, die nur durch eine holistische und interdisziplinäre Perspektive erfasst und beschrieben werden kann
Welche Open-Library-Kennungen sind vorhanden?
Vorhanden sind die Work-ID OL12911957W und die Editionsreferenzen OL19858857M.
Externe Links
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