Europäische Krise und Erster Weltkrieg | Ausgabe und Verlagsinfos
25/06/2026
Lesedauer: 19 min
Europäische Krise und Erster Weltkrieg von Bernd Felix Schulte prägnant zusammengefasst mit Fokus auf Inhalt und Ausgabe. Öffne die Seite für einen schnellen Faktencheck zum Buch.
Europäische Krise und Erster Weltkrieg - Buchbeschreibung, Ausstattung und ISBN
Wer nach einem Buch von Bernd Felix Schulte aus dem Themenfeld Sachbuch sucht, findet mit Europäische Krise und Erster Weltkrieg eine Ausgabe mit präziser inhaltlicher Positionierung. Mit dem Untertitel Beiträge zur Militärpolitik des Kaiserreichs, 1871-1914 wird bei Europäische Krise und Erster Weltkrieg noch deutlicher, in welche Richtung das Werk inhaltlich argumentiert und welche Schwerpunkte gesetzt werden. Europäische Krise und Erster Weltkrieg wird in der Beschreibung wie folgt charakterisiert: Adolf Gasser Machtpsychose des Militärstaates. Ein Beitrag zur deutschen Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Unter den historischen Spezialisten, welche das Heerwesen des preussisch deutschen Kaiserreiches besonders gründlich erforschten, ist Bernd F. Schulte mit an erster Stelle zu nennen: Seinen früheren Buchpublikationen über "Die deutsche Armee 1900 1914" (1977) und "Vor dem Kriegsausbruch 1914: Deutschland, die Türkei und der Balkan" (1980) lässt er jetzt eine Aufsatzsammlung "Europäische Krise und Erster Weltkrieg" folgen (Verlag Peter Lang, Frankfurt/Bern 1983). Sie enthält eine Überfülle an neuem wissenswertem Tatsachenmaterial, das freilich didaktisch betrachtet im Gesamtkonnex etwas verstreut erscheint und darum eine einlässliche Durcharbeitung des ganzen Buchtextes erfordert. In seiner einleitenden Betrachtung stellt Schulte vor allem den fatalen Potsdamer " Kriegsrat" vom 8. Dezember 1912 in einen weitere Aspekte erschließenden Gesamtkonnex hinein. Dabei verweist er auf eine aufschlußreiche Bemerkung Moltkes vom Sommer 1909, falls es zu einem Waffengang mit England allein komme, so müsste er "schon den Kaiser bitten, dann auch einen Krieg gegen Frankreich vom Zaune zu brechen". Dies offenbar, "um London in Paris zu erobern", ähnlich wie Napoleon und später Hitlers Generäle dies "in Moskau" zu erreichen hofften. Nun, Militärs neigten bis zum heutigen Tag allzu oft einem forschen Draufgängertum zu: Das Unheil vor 1914 bestand lediglich darin, dass sie nach des Kaisers Blamage im Daily Telegraph Skandal von 1908 und nach des Kanzlers Misserfolg in der Zweiten Marokkokrise von 1911 in den betont "national" gesinnten deutschen Volkskreisen zur höchsten moralischen Autorität aufgestiegen waren. Und wenn es scheinbar primär gegen Russland ging, dann ließ sich auch die Sozialdemokratie leicht in eine nationale Einheitsfront" hineinmanövrieren. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg gewesen. In einer aus, einem Vortrag herausgewachsenen sorgfältigen Studie verweist Schulte darauf, wie planmäßig die preußische und später deutsche Armee seit der Französischen Revolution darauf ausgerichtet wurde, jederzeit auch zum Einsatz gegen den "inneren Feind" verwendungsbereit zu sein. Zumal von 1905 an wurde dieser Aufgabe erhöhte Bedeutung zugemessen, so dass das deutsche Heer bis "kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine Armee für den inneren Kampf war". Zugleich weist der Autor aufs neue auf die von zahlreichen in und ausländischen Kritikern verzeichneten Mängel hin, die jenem vermeintlich "glänzendsten Heer der Weltgeschichte" (General Wilhelm Groener) anhafteten, Mängel, von denen etliche tatsächlich zum Rückschlag an der Marne maßgebend beigetragen haben. In sofern war die preußisch deutsche Armee unverkennbar auf den Lorbeeren von Königgrätz und Sedan eingeschlafen. Ein dritter Abschnitt von Schultes Sammelband bietet neue und vertiefte Aspekte zur deutschen Balkanpolitik, vorab im Jahre 1912. Interessant, sind namentlich seine Nachweise, wie tief sich die militärischen Instanzen des Reiches durch den Zusammenbruch der Türkei im Ersten Balkankrieg (Oktober/November) getroffen fühlten und mit welch überforscher : Entschlossenheit die aktivsten und willensstärksten Persönlichkeiten im Generalstab seither darnach drängten, ihr Kriegsinstrumentarium endlich für eine weltpolitische Kraftprobe zum Einsatz zubringen. Der konservativ gesinnte General. v.Wandet dachte unverkennbar an die Abteilungschefs Kuhl und Ludendorff, wenn er am 26. November 1912 in seinem Tagebuch besorgt vermerkte: "Ich habe den Eindruck, dass der Chef des Generalstabs der Armee in den Händen einiger unruhiger und ehrgeiziger Köpfe ist ein auch von anderen Stellen seit längerer Zeit empfundener Eindruck -, keinen eigenen Willen hat (vielleicht durch körperliche Leiden in seiner Energie gelähmt ist) und so die klaren Ziele verliert, die gerade jetzt dringend nötig sind." Zu den Draufgängern gehörte auch der bayrische Militärbevollmächtigte in Berlin, General Karl v. Wenninger. Seine aufschlussreichen Tagebücher, von Schulte schon früher in einem militärischen Fachorgan publiziert, sind jetzt auch im neuen Sammelband abgedruckt und so jedermann leicht zugänglich geworden. Sie bieten einen besonders lebensvollen Einblick in die Machtpsychose, wie sie infolge des Primats der Armee gegenüber der Zivilgewalt im Offizierskorps überwucherte und die Soldateska zur schmählichen Behandlung der Zivilbehörden des elsässischen Städtchens Zabern (November 1913) verleitet hatte. Wie Wenninger als erklärter Sachwalter der "Kriegspartei" am 31. Juli 1914 berichtet, traf er im Kriegsministerium "überall strahlende Gesichter": Händeschütteln auf den Gängen; man gratuliert sich, dass man über den Graben sei." Und auf die Frage, was die Ankündigung der "drohendes Kriegsgefahr" enthalte, erklärte er seinen Kollegen "das Merkmal dieses Zustandes mit den Worten: "Es ist eben Zabern im ganzen Reich." Alles lacht und ist orientiert." Erschienen in: Neue Züricher Zeitung (NZZ), Mittwoch, 24.8.1983, Nr. 196. Militärgeschichtliche Mitteilungen, 2-82, S.173f Das Historisch-Politische Buch, XXXI-7-1983 Als Volker Ullrich sich noch benehmen konnte! Die Zeit, 06.07.1984 Europäische Krise und Erster Weltkrieg wurde am 1983 publiziert und dem Verlag Lang mit Verlagsort Bern zugeordnet.
Warum Europäische Krise und Erster Weltkrieg relevant sein kann
Gerade wer nach Werken von Bernd Felix Schulte sucht, sollte Europäische Krise und Erster Weltkrieg näher betrachten. Die Ausgabe ist in Deutsch verfügbar und damit gezielt für Leserinnen und Leser mit entsprechender Sprachpräferenz interessant. Die Angaben zu Lang und Bern stärken die bibliografische Präzision des Eintrags. Das hinterlegte Publikationsdatum 1983 unterstützt dabei, Europäische Krise und Erster Weltkrieg zeitlich korrekt zu klassifizieren. Durch die Zuordnung zur Kategorie Sachbuch wird Europäische Krise und Erster Weltkrieg auch für thematische Recherchen besonders relevant.
Inhalt und thematische Schwerpunkte
Wer wissen möchte, worauf Europäische Krise und Erster Weltkrieg inhaltlich abzielt, findet in dieser Zusammenfassung einen ersten Ansatzpunkt: Adolf Gasser Machtpsychose des Militärstaates. Ein Beitrag zur deutschen Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Unter den historischen Spezialisten, welche das Heerwesen des preussisch deutschen Kaiserreiches besonders gründlich erforschten, ist Bernd F. Schulte mit an erster Stelle zu nennen: Seinen früheren Buchpublikationen über "Die deutsche Armee 1900 1914" (1977) und "Vor dem Kriegsausbruch 1914: Deutschland, die Türkei und der Balkan" (1980) lässt er jetzt eine Aufsatzsammlung "Europäische Krise und Erster Weltkrieg" folgen (Verlag Peter Lang, Frankfurt/Bern 1983). Sie enthält eine Überfülle an neuem wissenswertem Tatsachenmaterial, das freilich didaktisch betrachtet im Gesamtkonnex etwas verstreut erscheint und darum eine einlässliche Durcharbeitung des ganzen Buchtextes erfordert. In seiner einleitenden Betrachtung stellt Schulte vor allem den fatalen Potsdamer " Kriegsrat" vom 8. Dezember 1912 in einen weitere Aspekte erschließenden Gesamtkonnex hinein. Dabei verweist er auf eine aufschlußreiche Bemerkung Moltkes vom Sommer 1909, falls es zu einem Waffengang mit England allein komme, so müsste er "schon den Kaiser bitten, dann auch einen Krieg gegen Frankreich vom Zaune zu brechen". Dies offenbar, "um London in Paris zu erobern", ähnlich wie Napoleon und später Hitlers Generäle dies "in Moskau" zu erreichen hofften. Nun, Militärs neigten bis zum heutigen Tag allzu oft einem forschen Draufgängertum zu: Das Unheil vor 1914 bestand lediglich darin, dass sie nach des Kaisers Blamage im Daily Telegraph Skandal von 1908 und nach des Kanzlers Misserfolg in der Zweiten Marokkokrise von 1911 in den betont "national" gesinnten deutschen Volkskreisen zur höchsten moralischen Autorität aufgestiegen waren. Und wenn es scheinbar primär gegen Russland ging, dann ließ sich auch die Sozialdemokratie leicht in eine nationale Einheitsfront" hineinmanövrieren. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg gewesen. In einer aus, einem Vortrag herausgewachsenen sorgfältigen Studie verweist Schulte darauf, wie planmäßig die preußische und später deutsche Armee seit der Französischen Revolution darauf ausgerichtet wurde, jederzeit auch zum Einsatz gegen den "inneren Feind" verwendungsbereit zu sein. Zumal von 1905 an wurde dieser Aufgabe erhöhte Bedeutung zugemessen, so dass das deutsche Heer bis "kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine Armee für den inneren Kampf war". Zugleich weist der Autor aufs neue auf die von zahlreichen in und ausländischen Kritikern verzeichneten Mängel hin, die jenem vermeintlich "glänzendsten Heer der Weltgeschichte" (General Wilhelm Groener) anhafteten, Mängel, von denen etliche tatsächlich zum Rückschlag an der Marne maßgebend beigetragen haben. In sofern war die preußisch deutsche Armee unverkennbar auf den Lorbeeren von Königgrätz und Sedan eingeschlafen. Ein dritter Abschnitt von Schultes Sammelband bietet neue und vertiefte Aspekte zur deutschen Balkanpolitik, vorab im Jahre 1912. Interessant, sind namentlich seine Nachweise, wie tief sich die militärischen Instanzen des Reiches durch den Zusammenbruch der Türkei im Ersten Balkankrieg (Oktober/November) getroffen fühlten und mit welch überforscher : Entschlossenheit die aktivsten und willensstärksten Persönlichkeiten im Generalstab seither darnach drängten, ihr Kriegsinstrumentarium endlich für eine weltpolitische Kraftprobe zum Einsatz zubringen. Der konservativ gesinnte General. v.Wandet dachte unverkennbar an die Abteilungschefs Kuhl und Ludendorff, wenn er am 26. November 1912 in seinem Tagebuch besorgt vermerkte: "Ich habe den Eindruck, dass der Chef des Generalstabs der Armee in den Händen einiger unruhiger und ehrgeiziger Köpfe ist ein auch von anderen Stellen seit längerer Zeit empfundener Eindruck -, keinen eigenen Willen hat (vielleicht durch körperliche Leiden in seiner Energie gelähmt ist) und so die klaren Ziele verliert, die gerade jetzt dringend nötig sind." Zu den Draufgängern gehörte auch der bayrische Militärbevollmächtigte in Berlin, General Karl v. Wenninger. Seine aufschlussreichen Tagebücher, von Schulte schon früher in einem militärischen Fachorgan publiziert, sind jetzt auch im neuen Sammelband abgedruckt und so jedermann leicht zugänglich geworden. Sie bieten einen besonders lebensvollen Einblick in die Machtpsychose, wie sie infolge des Primats der Armee gegenüber der Zivilgewalt im Offizierskorps überwucherte und die Soldateska zur schmählichen Behandlung der Zivilbehörden des elsässischen Städtchens Zabern (November 1913) verleitet hatte. Wie Wenninger als erklärter Sachwalter der "Kriegspartei" am 31. Juli 1914 berichtet, traf er im Kriegsministerium "überall strahlende Gesichter": Händeschütteln auf den Gängen; man gratuliert sich, dass man über den Graben sei." Und auf die Frage, was die Ankündigung der "drohendes Kriegsgefahr" enthalte, erklärte er seinen Kollegen "das Merkmal dieses Zustandes mit den Worten: "Es ist eben Zabern im ganzen Reich." Alles lacht und ist orientiert." Erschienen in: Neue Züricher Zeitung (NZZ), Mittwoch, 24.8.1983, Nr. 196. Militärgeschichtliche Mitteilungen, 2-82, S.173f Das Historisch-Politische Buch, XXXI-7-1983 Als Volker Ullrich sich noch benehmen konnte! Die Zeit, 06.07.1984 Über die Schlagwörter History, Politics and government, Military History, History, Military, Innerer Kampf, Marneschlacht 1914, Kriegsausbruch und erste Kriegmonate 1914, Strategische Pläne der großen Mächte, 1880 - 1914. lässt sich Europäische Krise und Erster Weltkrieg auch in größeren Beständen gezielt auffinden.
ISBN, Revision und weitere Referenzdaten
Die Open-Library-Zuordnung über OL11515688W und OL15293151M verbessert die externe Nachvollziehbarkeit des Werkes. Die Ausgabe ist über den Verlag Lang, den Ort Bern und das Datum 1983 klar kontextualisiert.
Die zentralen Metadaten zu Europäische Krise und Erster Weltkrieg
- Inhaltliche Kurzcharakteristik: Adolf Gasser Machtpsychose des Militärstaates. Ein Beitrag zur deutschen Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Unter den historischen Spezialisten, welche das Heerwesen des preussisch deutschen Kaiserreiches besonders gründlich erforschten, ist Bernd F. Schulte mit an erster Stelle zu nennen: Seinen früheren Buchpublikationen über "Die deutsche Armee 1900 1914" (1977) und "Vor dem Kriegsausbruch 1914: Deutschland, die Türkei und der Balkan" (1980) lässt er jetzt eine Aufsatzsammlung "Europäische Krise und Erster Weltkrieg" folgen (Verlag Peter Lang, Frankfurt/Bern 1983). Sie enthält eine Überfülle an neuem wissenswertem Tatsachenmaterial, das freilich didaktisch betrachtet im Gesamtkonnex etwas verstreut erscheint und darum eine einlässliche Durcharbeitung des ganzen Buchtextes erfordert. In seiner einleitenden Betrachtung stellt Schulte vor allem den fatalen Potsdamer " Kriegsrat" vom 8. Dezember 1912 in einen weitere Aspekte erschließenden Gesamtkonnex hinein. Dabei verweist er auf eine aufschlußreiche Bemerkung Moltkes vom Sommer 1909, falls es zu einem Waffengang mit England allein komme, so müsste er "schon den Kaiser bitten, dann auch einen Krieg gegen Frankreich vom Zaune zu brechen". Dies offenbar, "um London in Paris zu erobern", ähnlich wie Napoleon und später Hitlers Generäle dies "in Moskau" zu erreichen hofften. Nun, Militärs neigten bis zum heutigen Tag allzu oft einem forschen Draufgängertum zu: Das Unheil vor 1914 bestand lediglich darin, dass sie nach des Kaisers Blamage im Daily Telegraph Skandal von 1908 und nach des Kanzlers Misserfolg in der Zweiten Marokkokrise von 1911 in den betont "national" gesinnten deutschen Volkskreisen zur höchsten moralischen Autorität aufgestiegen waren. Und wenn es scheinbar primär gegen Russland ging, dann ließ sich auch die Sozialdemokratie leicht in eine nationale Einheitsfront" hineinmanövrieren. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg gewesen. In einer aus, einem Vortrag herausgewachsenen sorgfältigen Studie verweist Schulte darauf, wie planmäßig die preußische und später deutsche Armee seit der Französischen Revolution darauf ausgerichtet wurde, jederzeit auch zum Einsatz gegen den "inneren Feind" verwendungsbereit zu sein. Zumal von 1905 an wurde dieser Aufgabe erhöhte Bedeutung zugemessen, so dass das deutsche Heer bis "kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine Armee für den inneren Kampf war". Zugleich weist der Autor aufs neue auf die von zahlreichen in und ausländischen Kritikern verzeichneten Mängel hin, die jenem vermeintlich "glänzendsten Heer der Weltgeschichte" (General Wilhelm Groener) anhafteten, Mängel, von denen etliche tatsächlich zum Rückschlag an der Marne maßgebend beigetragen haben. In sofern war die preußisch deutsche Armee unverkennbar auf den Lorbeeren von Königgrätz und Sedan eingeschlafen. Ein dritter Abschnitt von Schultes Sammelband bietet neue und vertiefte Aspekte zur deutschen Balkanpolitik, vorab im Jahre 1912. Interessant, sind namentlich seine Nachweise, wie tief sich die militärischen Instanzen des Reiches durch den Zusammenbruch der Türkei im Ersten Balkankrieg (Oktober/November) getroffen fühlten und mit welch überforscher : Entschlossenheit die aktivsten und willensstärksten Persönlichkeiten im Generalstab seither darnach drängten, ihr Kriegsinstrumentarium endlich für eine weltpolitische Kraftprobe zum Einsatz zubringen. Der konservativ gesinnte General. v.Wandet dachte unverkennbar an die Abteilungschefs Kuhl und Ludendorff, wenn er am 26. November 1912 in seinem Tagebuch besorgt vermerkte: "Ich habe den Eindruck, dass der Chef des Generalstabs der Armee in den Händen einiger unruhiger und ehrgeiziger Köpfe ist ein auch von anderen Stellen seit längerer Zeit empfundener Eindruck -, keinen eigenen Willen hat (vielleicht durch körperliche Leiden in seiner Energie gelähmt ist) und so die klaren Ziele verliert, die gerade jetzt dringend nötig sind." Zu den Draufgängern gehörte auch der bayrische Militärbevollmächtigte in Berlin, General Karl v. Wenninger. Seine aufschlussreichen Tagebücher, von Schulte schon früher in einem militärischen Fachorgan publiziert, sind jetzt auch im neuen Sammelband abgedruckt und so jedermann leicht zugänglich geworden. Sie bieten einen besonders lebensvollen Einblick in die Machtpsychose, wie sie infolge des Primats der Armee gegenüber der Zivilgewalt im Offizierskorps überwucherte und die Soldateska zur schmählichen Behandlung der Zivilbehörden des elsässischen Städtchens Zabern (November 1913) verleitet hatte. Wie Wenninger als erklärter Sachwalter der "Kriegspartei" am 31. Juli 1914 berichtet, traf er im Kriegsministerium "überall strahlende Gesichter": Händeschütteln auf den Gängen; man gratuliert sich, dass man über den Graben sei." Und auf die Frage, was die Ankündigung der "drohendes Kriegsgefahr" enthalte, erklärte er seinen Kollegen "das Merkmal dieses Zustandes mit den Worten: "Es ist eben Zabern im ganzen Reich." Alles lacht und ist orientiert." Erschienen in: Neue Züricher Zeitung (NZZ), Mittwoch, 24.8.1983, Nr. 196. Militärgeschichtliche Mitteilungen, 2-82, S.173f Das Historisch-Politische Buch, XXXI-7-1983 Als Volker Ullrich sich noch benehmen konnte! Die Zeit, 06.07.1984
- Seitenzahl: 327
- Untertitel: Beiträge zur Militärpolitik des Kaiserreichs, 1871-1914
- Buchtitel: Europäische Krise und Erster Weltkrieg
- Schlagwörter: History, Politics and government, Military History, History, Military, Innerer Kampf, Marneschlacht 1914, Kriegsausbruch und erste Kriegmonate 1914, Strategische Pläne der großen Mächte, 1880 - 1914.
- Ort der Veröffentlichung: Bern
- Thematische Hauptkategorie: Sachbuch
- Sprache: Deutsch
- Verfasst von: Bernd Felix Schulte
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-10): 3820470085
- Externe Editionsreferenzen: OL15293151M
- Open-Library-Work-ID: OL11515688W
- Veröffentlicht am: 1983
- Publiziert bei: Lang
Suchrelevante Merkmale dieser Ausgabe
Durch die Kombination aus Titel, Autorenschaft, Kategorie und Schlagwörtern - also Europäische Krise und Erster Weltkrieg, Bernd Felix Schulte, Sachbuch und History, Politics and government, Military History, History, Military, Innerer Kampf, Marneschlacht 1914, Kriegsausbruch und erste Kriegmonate 1914, Strategische Pläne der großen Mächte, 1880 - 1914. - ist der Datensatz sowohl für Suchmaschinen als auch für Nutzerinnen und Nutzer sehr gut interpretierbar.
FAQ zu Europäische Krise und Erster Weltkrieg
Was verrät der Untertitel über Europäische Krise und Erster Weltkrieg?
Mit Beiträge zur Militärpolitik des Kaiserreichs, 1871-1914 wird deutlich, in welche Richtung das Buch argumentiert oder welche Inhalte besonders hervorgehoben werden.
Welche Sprache und Schlagwörter sind hinterlegt?
Verzeichnet sind die Sprache Deutsch sowie die Tags History, Politics and government, Military History, History, Military, Innerer Kampf, Marneschlacht 1914, Kriegsausbruch und erste Kriegmonate 1914, Strategische Pläne der großen Mächte, 1880 - 1914., die die thematische Zuordnung erleichtern.
Welche Inhalte beschreibt die Kurzbeschreibung?
Die vorhandene Beschreibung lautet: Adolf Gasser Machtpsychose des Militärstaates. Ein Beitrag zur deutschen Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges. Unter den historischen Spezialisten, welche das Heerwesen des preussisch deutschen Kaiserreiches besonders gründlich erforschten, ist Bernd F. Schulte mit an erster Stelle zu nennen: Seinen früheren Buchpublikationen über "Die deutsche Armee 1900 1914" (1977) und "Vor dem Kriegsausbruch 1914: Deutschland, die Türkei und der Balkan" (1980) lässt er jetzt eine Aufsatzsammlung "Europäische Krise und Erster Weltkrieg" folgen (Verlag Peter Lang, Frankfurt/Bern 1983). Sie enthält eine Überfülle an neuem wissenswertem Tatsachenmaterial, das freilich didaktisch betrachtet im Gesamtkonnex etwas verstreut erscheint und darum eine einlässliche Durcharbeitung des ganzen Buchtextes erfordert. In seiner einleitenden Betrachtung stellt Schulte vor allem den fatalen Potsdamer " Kriegsrat" vom 8. Dezember 1912 in einen weitere Aspekte erschließenden Gesamtkonnex hinein. Dabei verweist er auf eine aufschlußreiche Bemerkung Moltkes vom Sommer 1909, falls es zu einem Waffengang mit England allein komme, so müsste er "schon den Kaiser bitten, dann auch einen Krieg gegen Frankreich vom Zaune zu brechen". Dies offenbar, "um London in Paris zu erobern", ähnlich wie Napoleon und später Hitlers Generäle dies "in Moskau" zu erreichen hofften. Nun, Militärs neigten bis zum heutigen Tag allzu oft einem forschen Draufgängertum zu: Das Unheil vor 1914 bestand lediglich darin, dass sie nach des Kaisers Blamage im Daily Telegraph Skandal von 1908 und nach des Kanzlers Misserfolg in der Zweiten Marokkokrise von 1911 in den betont "national" gesinnten deutschen Volkskreisen zur höchsten moralischen Autorität aufgestiegen waren. Und wenn es scheinbar primär gegen Russland ging, dann ließ sich auch die Sozialdemokratie leicht in eine nationale Einheitsfront" hineinmanövrieren. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg gewesen. In einer aus, einem Vortrag herausgewachsenen sorgfältigen Studie verweist Schulte darauf, wie planmäßig die preußische und später deutsche Armee seit der Französischen Revolution darauf ausgerichtet wurde, jederzeit auch zum Einsatz gegen den "inneren Feind" verwendungsbereit zu sein. Zumal von 1905 an wurde dieser Aufgabe erhöhte Bedeutung zugemessen, so dass das deutsche Heer bis "kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges eine Armee für den inneren Kampf war". Zugleich weist der Autor aufs neue auf die von zahlreichen in und ausländischen Kritikern verzeichneten Mängel hin, die jenem vermeintlich "glänzendsten Heer der Weltgeschichte" (General Wilhelm Groener) anhafteten, Mängel, von denen etliche tatsächlich zum Rückschlag an der Marne maßgebend beigetragen haben. In sofern war die preußisch deutsche Armee unverkennbar auf den Lorbeeren von Königgrätz und Sedan eingeschlafen. Ein dritter Abschnitt von Schultes Sammelband bietet neue und vertiefte Aspekte zur deutschen Balkanpolitik, vorab im Jahre 1912. Interessant, sind namentlich seine Nachweise, wie tief sich die militärischen Instanzen des Reiches durch den Zusammenbruch der Türkei im Ersten Balkankrieg (Oktober/November) getroffen fühlten und mit welch überforscher : Entschlossenheit die aktivsten und willensstärksten Persönlichkeiten im Generalstab seither darnach drängten, ihr Kriegsinstrumentarium endlich für eine weltpolitische Kraftprobe zum Einsatz zubringen. Der konservativ gesinnte General. v.Wandet dachte unverkennbar an die Abteilungschefs Kuhl und Ludendorff, wenn er am 26. November 1912 in seinem Tagebuch besorgt vermerkte: "Ich habe den Eindruck, dass der Chef des Generalstabs der Armee in den Händen einiger unruhiger und ehrgeiziger Köpfe ist ein auch von anderen Stellen seit längerer Zeit empfundener Eindruck -, keinen eigenen Willen hat (vielleicht durch körperliche Leiden in seiner Energie gelähmt ist) und so die klaren Ziele verliert, die gerade jetzt dringend nötig sind." Zu den Draufgängern gehörte auch der bayrische Militärbevollmächtigte in Berlin, General Karl v. Wenninger. Seine aufschlussreichen Tagebücher, von Schulte schon früher in einem militärischen Fachorgan publiziert, sind jetzt auch im neuen Sammelband abgedruckt und so jedermann leicht zugänglich geworden. Sie bieten einen besonders lebensvollen Einblick in die Machtpsychose, wie sie infolge des Primats der Armee gegenüber der Zivilgewalt im Offizierskorps überwucherte und die Soldateska zur schmählichen Behandlung der Zivilbehörden des elsässischen Städtchens Zabern (November 1913) verleitet hatte. Wie Wenninger als erklärter Sachwalter der "Kriegspartei" am 31. Juli 1914 berichtet, traf er im Kriegsministerium "überall strahlende Gesichter": Händeschütteln auf den Gängen; man gratuliert sich, dass man über den Graben sei." Und auf die Frage, was die Ankündigung der "drohendes Kriegsgefahr" enthalte, erklärte er seinen Kollegen "das Merkmal dieses Zustandes mit den Worten: "Es ist eben Zabern im ganzen Reich." Alles lacht und ist orientiert." Erschienen in: Neue Züricher Zeitung (NZZ), Mittwoch, 24.8.1983, Nr. 196. Militärgeschichtliche Mitteilungen, 2-82, S.173f Das Historisch-Politische Buch, XXXI-7-1983 Als Volker Ullrich sich noch benehmen konnte! Die Zeit, 06.07.1984
Welche Open-Library-Kennungen sind vorhanden?
Vorhanden sind die Work-ID OL11515688W und die Editionsreferenzen OL15293151M.
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