Physik als anarchistische Textpraxis - Buch im Überblick
09/06/2026
Lesedauer: 23 min
Schneller Überblick zu Physik als anarchistische Textpraxis von Jörg Djuren mit den wichtigsten Buchangaben. Praktisch, wenn du Titel prüfen oder Ausgaben vergleichen willst.
Physik als anarchistische Textpraxis: Inhalt, Einordnung und bibliografische Details
Physik als anarchistische Textpraxis gehört zur Kategorie Sachbuch und stammt von Jörg Djuren - eine Kombination, die den Titel sowohl fachlich als auch bibliografisch interessant macht. Der Untertitel Das Semiotische in den mathematisch-physikalischen Wissenschaften ergänzt den Haupttitel Physik als anarchistische Textpraxis sinnvoll und gibt bereits früh einen konkreten Hinweis auf die inhaltliche Ausrichtung des Buches. Inhaltlich lässt sich Physik als anarchistische Textpraxis folgendermaßen zusammenfassen: Alternativen zur Physik bedeutet nicht die Infragestellung der bestehenden Physik im Sinn von richtig oder falsch, Alternativen zur Physik bedeutet viel mehr die Aufforderung sich für Alternativen oder die bestehende Physik zu entscheiden. Die Existenz von Alternativen zur Physik, einer alternativen Physik, bedeutet, daß PhysikerInnen sich positionieren müssen, die Alternativen zur Physik sollen dabei dieselbe Welt erklären, sie sollten also zu den selben Ergebnissen führen, nur würden diese Ergebnisse, in diesen Alternativen zur Physik, etwas anderes bedeuten, also anders interpretiert werden. Die Empirie der Physik liefert keine hinreichende Basis für eindeutige Aussagen, insofern sind Alternativen immer vorhanden. Zur Zeit werden solche Alternativen zur bestehenden Physik nur dadurch ausgegrenzt, daß PhysikerInnen einem spezifischem Common Sense folgen, einem Set von Festlegungen jenseits empirischer Fakten, der die Interpretation dieser empirischen Fakten erst ermöglicht. Daß heißt, die Ausgrenzung der Alternativen zur bestehenden Physik wird nicht durch Fakten erzeugt, sondern durch eine empirische Praxis und auch eine Interpretationspraxis, die bestimmte kulturelle aktuelle gesellschaftliche Festlegungen in den Naturwissenschaften zu unhinterfragbaren Tatsachen verklärt und damit Alternativen in der Physik ausschließt. Da Alternativen zur Physik nicht auf Grund der internen Fakten ausgeschlossen werden können, muß es also auch einen Grund diesseits der Fakten geben, der dazu führt, daß wir diese Physik haben und keine Alternativen. Richtiger gesagt, die Auswahl dieser Physik im Verhältnis zu anderen Alternativen, die ebenfalls die Fakten abdecken würden, beruht auf einer Entscheidung, die selbst nicht in der Physik oder ihren Alternativen ihre Erklärung findet. Das heißt es gibt politische, wirtschaftliche, individualpsychologische und in der Fachentwicklung und den Institutionalisierungen liegende Gründe dafür, daß wir diese Physik und keine Alternativen haben. Das diese Physik als ohne Alternativen dargestellt wird deutet darauf hin, daß das Denken in Alternativen zur bestehenden Physik erhebliche Ängste auslöst und mit der als absolut gültig postulierten Physik erhebliche Interessen verknüpft sind, die dazu führen, Alternativen zur bestehenden Physik zu verteufeln. Als Gründe für das Festhalten an dieser Physik und dem Ausschluß von Alternativen lassen sich eine Reihe Gründe nennen; * Die etablierten PhysikerInnen haben mit der etablierten Physik ihre Karriere verknüpft, sie haben ein massives Eigeninteresse Alternativen nicht aufkommen zu lassen. * In die Physik und die physikalische Theorie fließen sexistische Vorurteile ein, insbesondere wirkt die männliche Geschlechtsidentität, in der Physiker häufig stark verunsichert sind und mit sexuellen Ängsten zu kämpfen haben, in der Theoriebildung in der Physik fort. Ein typisches Beispiel ist die Theorie Schwarzer Löcher, ein aktueller Ersatz des Mythos vom Ende der Welt an dem die Seefahrer herabfallen und in der Hölle enden. Nicht zufällig ist dies im Begriff des Schwarzen Loches mit der Vorstellung der Vagina Dentata verknüpft, also mit typischer männlicher Sexualphobie. Bzgl. Alternativen müßte nicht nur die Begrifflichkeit hinterfragt werden, sinnvoll müßten wohl insgesamt zur offensichtlich neurotisch verquasten und primär intrapsychisch bedingten Theorie Schwarzer Löcher Alternativen entwickelt werden. * Mit spezifischen Setzungen der Mathematik findet auch die Warentauschlogik des Kapitalismus ihren Einlaß in die Physik und physikalische Theorie, Alternativen müßten auch dies hinterfragen. * Die modernen Ansätze in der Physik und im physikalischen Denken sind jeweils auch mit den Änderungen der Selbstwahrnehmung der Menschen und der Gesellschaftsorganisation verknüpft. So findet die Globalisierung mit ihren veränderten Distributions- und Produktionsbedingungen und ihren neuen Anforderungen an das Subjekt sich in modernen systemischen Ansätzen der Physik gespiegelt. Auch Alternativen werden sich nicht vollkommen von den hegemonialen Denkkonzepten ihrer Zeit emanzipieren können, Alternativen sollten deshalb bewußt mit dieser Vourteilsbehaftung umgehen und sie in der Physik zur Sprache bringen. * Es gibt ein Interesse kritisches Denken in der Physik zu unterbinden. Eine Kritische Physik, eine physikalische Theorie und Praxis, die sich selbst ob ihrer Setzungen befragen würde, könnte Beispiel gebend sein für Hinterfragungen auch anderer Selbstverständlichkeiten, z.B. Leistungslogik, Standortlogik, usw.. Auch deshalb werden kritische Alternativen ausgeschlossen aus den dominanten Wissenschaftsdiskursen. * Es geht nicht darum der, zur Zeit als gültig betrachteten, Physik Alternativen als wahrhaftigere Alternativen entgegenzustellen. Die Aussage hier ist, daß es bei komplexen Theorien wie der Physik zwischen unterschiedlichen Alternativen in vielen Fällen kein Wahrheitskriterium für die Auswahl mehr gibt. Unterschiedliche komplexe Theorien können durch innere Strukturveränderungen den empirischen Ergebnissen angepaßt werden. Ein Beispiel dafür liefert die Atomtheorie der Physik, die nach wie vor als Atomtheorie gelehrt wird, obwohl längst davon ausgegangen wird, daß es kleinere Teilchen gibt bzw. Quantenzustände und stehende Wellen usw.. Das heißt die Theorie des Unteilbaren, des Atoms, wurde der Teilbarkeit des Unteilbaren angepaßt, ohne sie als Atomtheorie grundsätzlich in Frage zu stellen, oder daraus einen epistemologischen Bruch herzuleiten. Insofern gibt es immer unendlich viele Alternativen, die gleich wahr sind. Die Auswahl zwischen unterschiedlich Alternativen muß also an Hand externer Kriterien erfolgen, z.B. an Hand der Frage welche Alternativen die größtmögliche Handlungsfreiheit für Menschen generieren. Es geht darum einzufordern, daß diese Entscheidungen zwischen Alternativen der Physik bewußt erfolgen und nicht weiter unbewußt durch Sachzwänge verklärt werden. Zur Zeit erfolgt diese Entscheidung zwischen unterschiedlichen Alternativen unbewußt entlang der je aktuellen Übernahme des Zeitgeistes. Mit inneren Notwendigkeiten haben diese Entscheidungen nichts zu tun. Auf diese Weise wird die Physik zu einem Diskurs der Reproduktion herrschender Ideologie. J. Djuren Hannover 2008 (Quelle: [ak-anna.org](https://web.archive.org/web/20161207221036/http://www.ak-anna.org/naturwissenschaftskritik_alternativen/physik_alternativen.htm)) Die Ausgabe erschien am 2002 bei Verlag Graswurzelrevolution und ist dem Verlagsstandort Heidelberg, Germany zugeordnet.
Einordnung nach Autor, Thema und Ausgabe
Gerade wer nach Werken von Jörg Djuren sucht, sollte Physik als anarchistische Textpraxis näher betrachten. Für Recherchen nach Veröffentlichungszeitraum ist Physik als anarchistische Textpraxis mit dem Datum 2002 eindeutig zuordenbar. Physik als anarchistische Textpraxis liegt in Deutsch vor, was für die inhaltliche Nutzung ebenso wichtig ist wie für die bibliografische Suche. Durch die Zuordnung zur Kategorie Sachbuch wird Physik als anarchistische Textpraxis auch für thematische Recherchen besonders relevant. Der Verlag Verlag Graswurzelrevolution und der Verlagsort Heidelberg, Germany liefern zusätzliche Orientierung bei der Einordnung dieser Ausgabe.
Worum geht es in Physik als anarchistische Textpraxis?
Im thematischen Kontext von Sachbuch setzt Physik als anarchistische Textpraxis laut Beschreibung auf folgende Schwerpunkte: Alternativen zur Physik bedeutet nicht die Infragestellung der bestehenden Physik im Sinn von richtig oder falsch, Alternativen zur Physik bedeutet viel mehr die Aufforderung sich für Alternativen oder die bestehende Physik zu entscheiden. Die Existenz von Alternativen zur Physik, einer alternativen Physik, bedeutet, daß PhysikerInnen sich positionieren müssen, die Alternativen zur Physik sollen dabei dieselbe Welt erklären, sie sollten also zu den selben Ergebnissen führen, nur würden diese Ergebnisse, in diesen Alternativen zur Physik, etwas anderes bedeuten, also anders interpretiert werden. Die Empirie der Physik liefert keine hinreichende Basis für eindeutige Aussagen, insofern sind Alternativen immer vorhanden. Zur Zeit werden solche Alternativen zur bestehenden Physik nur dadurch ausgegrenzt, daß PhysikerInnen einem spezifischem Common Sense folgen, einem Set von Festlegungen jenseits empirischer Fakten, der die Interpretation dieser empirischen Fakten erst ermöglicht. Daß heißt, die Ausgrenzung der Alternativen zur bestehenden Physik wird nicht durch Fakten erzeugt, sondern durch eine empirische Praxis und auch eine Interpretationspraxis, die bestimmte kulturelle aktuelle gesellschaftliche Festlegungen in den Naturwissenschaften zu unhinterfragbaren Tatsachen verklärt und damit Alternativen in der Physik ausschließt. Da Alternativen zur Physik nicht auf Grund der internen Fakten ausgeschlossen werden können, muß es also auch einen Grund diesseits der Fakten geben, der dazu führt, daß wir diese Physik haben und keine Alternativen. Richtiger gesagt, die Auswahl dieser Physik im Verhältnis zu anderen Alternativen, die ebenfalls die Fakten abdecken würden, beruht auf einer Entscheidung, die selbst nicht in der Physik oder ihren Alternativen ihre Erklärung findet. Das heißt es gibt politische, wirtschaftliche, individualpsychologische und in der Fachentwicklung und den Institutionalisierungen liegende Gründe dafür, daß wir diese Physik und keine Alternativen haben. Das diese Physik als ohne Alternativen dargestellt wird deutet darauf hin, daß das Denken in Alternativen zur bestehenden Physik erhebliche Ängste auslöst und mit der als absolut gültig postulierten Physik erhebliche Interessen verknüpft sind, die dazu führen, Alternativen zur bestehenden Physik zu verteufeln. Als Gründe für das Festhalten an dieser Physik und dem Ausschluß von Alternativen lassen sich eine Reihe Gründe nennen; * Die etablierten PhysikerInnen haben mit der etablierten Physik ihre Karriere verknüpft, sie haben ein massives Eigeninteresse Alternativen nicht aufkommen zu lassen. * In die Physik und die physikalische Theorie fließen sexistische Vorurteile ein, insbesondere wirkt die männliche Geschlechtsidentität, in der Physiker häufig stark verunsichert sind und mit sexuellen Ängsten zu kämpfen haben, in der Theoriebildung in der Physik fort. Ein typisches Beispiel ist die Theorie Schwarzer Löcher, ein aktueller Ersatz des Mythos vom Ende der Welt an dem die Seefahrer herabfallen und in der Hölle enden. Nicht zufällig ist dies im Begriff des Schwarzen Loches mit der Vorstellung der Vagina Dentata verknüpft, also mit typischer männlicher Sexualphobie. Bzgl. Alternativen müßte nicht nur die Begrifflichkeit hinterfragt werden, sinnvoll müßten wohl insgesamt zur offensichtlich neurotisch verquasten und primär intrapsychisch bedingten Theorie Schwarzer Löcher Alternativen entwickelt werden. * Mit spezifischen Setzungen der Mathematik findet auch die Warentauschlogik des Kapitalismus ihren Einlaß in die Physik und physikalische Theorie, Alternativen müßten auch dies hinterfragen. * Die modernen Ansätze in der Physik und im physikalischen Denken sind jeweils auch mit den Änderungen der Selbstwahrnehmung der Menschen und der Gesellschaftsorganisation verknüpft. So findet die Globalisierung mit ihren veränderten Distributions- und Produktionsbedingungen und ihren neuen Anforderungen an das Subjekt sich in modernen systemischen Ansätzen der Physik gespiegelt. Auch Alternativen werden sich nicht vollkommen von den hegemonialen Denkkonzepten ihrer Zeit emanzipieren können, Alternativen sollten deshalb bewußt mit dieser Vourteilsbehaftung umgehen und sie in der Physik zur Sprache bringen. * Es gibt ein Interesse kritisches Denken in der Physik zu unterbinden. Eine Kritische Physik, eine physikalische Theorie und Praxis, die sich selbst ob ihrer Setzungen befragen würde, könnte Beispiel gebend sein für Hinterfragungen auch anderer Selbstverständlichkeiten, z.B. Leistungslogik, Standortlogik, usw.. Auch deshalb werden kritische Alternativen ausgeschlossen aus den dominanten Wissenschaftsdiskursen. * Es geht nicht darum der, zur Zeit als gültig betrachteten, Physik Alternativen als wahrhaftigere Alternativen entgegenzustellen. Die Aussage hier ist, daß es bei komplexen Theorien wie der Physik zwischen unterschiedlichen Alternativen in vielen Fällen kein Wahrheitskriterium für die Auswahl mehr gibt. Unterschiedliche komplexe Theorien können durch innere Strukturveränderungen den empirischen Ergebnissen angepaßt werden. Ein Beispiel dafür liefert die Atomtheorie der Physik, die nach wie vor als Atomtheorie gelehrt wird, obwohl längst davon ausgegangen wird, daß es kleinere Teilchen gibt bzw. Quantenzustände und stehende Wellen usw.. Das heißt die Theorie des Unteilbaren, des Atoms, wurde der Teilbarkeit des Unteilbaren angepaßt, ohne sie als Atomtheorie grundsätzlich in Frage zu stellen, oder daraus einen epistemologischen Bruch herzuleiten. Insofern gibt es immer unendlich viele Alternativen, die gleich wahr sind. Die Auswahl zwischen unterschiedlich Alternativen muß also an Hand externer Kriterien erfolgen, z.B. an Hand der Frage welche Alternativen die größtmögliche Handlungsfreiheit für Menschen generieren. Es geht darum einzufordern, daß diese Entscheidungen zwischen Alternativen der Physik bewußt erfolgen und nicht weiter unbewußt durch Sachzwänge verklärt werden. Zur Zeit erfolgt diese Entscheidung zwischen unterschiedlichen Alternativen unbewußt entlang der je aktuellen Übernahme des Zeitgeistes. Mit inneren Notwendigkeiten haben diese Entscheidungen nichts zu tun. Auf diese Weise wird die Physik zu einem Diskurs der Reproduktion herrschender Ideologie. J. Djuren Hannover 2008 (Quelle: [ak-anna.org](https://web.archive.org/web/20161207221036/http://www.ak-anna.org/naturwissenschaftskritik_alternativen/physik_alternativen.htm)) Aus dem Inhaltsverzeichnis ergeben sich die zentralen Themenfelder und Ordnungspunkte: Vorsuppe – die linguistische Verflüssigung der mathematisch-physikalischen Wissenschaften | Einleitung – von Elvira Scheich zur zweidimensionalen Fliege | Semiologie als revolutiontre Textpraxis – ein Aufguß aus frühen Texten Julia Kristevas | Raum und das Topologische in der Physik – ein dialektisch-materialistscher Auszug aus der transzendentalen Ästhetik Immanuel Kants | Das Anschauungsprinzip – ein semiotisch-topologischer Teig als Ansatz für die Allgemeine Relativitätstheorie und Quantenmechanik | Anarchistische Textpraxis in der Mathematik – Nachschlag: Ludwig Wittgenstein, Luce Irigaray und Pippi Langstrumpf | Anhang 1 – Zusammensuchen der Zutaten, zum Zusammenbrauen | Anhang 2 – Ansatz der Suppe | Literatur | Zum Autor Die vorhandenen Tags verdichten die inhaltliche Einordnung des Buches zusätzlich: Philosophy, Psychoanalysis, Feminism, Physics, Poststructuralism Physik als anarchistische Textpraxis umfasst 85 Seiten und erscheint im Format pocket, was sowohl für die Nutzung als auch für den Vergleich mit anderen Ausgaben relevant ist. Neben den Hauptverantwortlichen sind auch folgende Mitwirkende erfasst: Kunst Kultur Kommunikation (Editor)
Edition und bibliografische Einordnung
Die Ausgabe ist über den Verlag Verlag Graswurzelrevolution, den Ort Heidelberg, Germany und das Datum 2002 klar kontextualisiert. Die Open-Library-Zuordnung über OL17823209W und OL26411797M verbessert die externe Nachvollziehbarkeit des Werkes. Mit 3980635392 und 9783980635394 stehen zwei zentrale ISBN-Varianten zur Verfügung, die die Ausgabe eindeutig beschreiben.
Bibliografische Daten auf einen Blick
- Weitere Beteiligte: Kunst Kultur Kommunikation (Editor)
- Publiziert bei: Verlag Graswurzelrevolution
- Externe Editionsreferenzen: OL26411797M
- Primäre Kategorie: Sachbuch
- Titel: Physik als anarchistische Textpraxis
- Ergänzender Titelzusatz: Das Semiotische in den mathematisch-physikalischen Wissenschaften
- Sprache: Deutsch
- Verzeichnetes Inhaltsverzeichnis: Vorsuppe – die linguistische Verflüssigung der mathematisch-physikalischen Wissenschaften | Einleitung – von Elvira Scheich zur zweidimensionalen Fliege | Semiologie als revolutiontre Textpraxis – ein Aufguß aus frühen Texten Julia Kristevas | Raum und das Topologische in der Physik – ein dialektisch-materialistscher Auszug aus der transzendentalen Ästhetik Immanuel Kants | Das Anschauungsprinzip – ein semiotisch-topologischer Teig als Ansatz für die Allgemeine Relativitätstheorie und Quantenmechanik | Anarchistische Textpraxis in der Mathematik – Nachschlag: Ludwig Wittgenstein, Luce Irigaray und Pippi Langstrumpf | Anhang 1 – Zusammensuchen der Zutaten, zum Zusammenbrauen | Anhang 2 – Ansatz der Suppe | Literatur | Zum Autor
- Maße der Ausgabe: 30 x x cm
- Verlagsort: Heidelberg, Germany
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-13): 9783980635394
- Veröffentlicht am: 2002
- Kurzbeschreibung: Alternativen zur Physik bedeutet nicht die Infragestellung der bestehenden Physik im Sinn von richtig oder falsch, Alternativen zur Physik bedeutet viel mehr die Aufforderung sich für Alternativen oder die bestehende Physik zu entscheiden. Die Existenz von Alternativen zur Physik, einer alternativen Physik, bedeutet, daß PhysikerInnen sich positionieren müssen, die Alternativen zur Physik sollen dabei dieselbe Welt erklären, sie sollten also zu den selben Ergebnissen führen, nur würden diese Ergebnisse, in diesen Alternativen zur Physik, etwas anderes bedeuten, also anders interpretiert werden. Die Empirie der Physik liefert keine hinreichende Basis für eindeutige Aussagen, insofern sind Alternativen immer vorhanden. Zur Zeit werden solche Alternativen zur bestehenden Physik nur dadurch ausgegrenzt, daß PhysikerInnen einem spezifischem Common Sense folgen, einem Set von Festlegungen jenseits empirischer Fakten, der die Interpretation dieser empirischen Fakten erst ermöglicht. Daß heißt, die Ausgrenzung der Alternativen zur bestehenden Physik wird nicht durch Fakten erzeugt, sondern durch eine empirische Praxis und auch eine Interpretationspraxis, die bestimmte kulturelle aktuelle gesellschaftliche Festlegungen in den Naturwissenschaften zu unhinterfragbaren Tatsachen verklärt und damit Alternativen in der Physik ausschließt. Da Alternativen zur Physik nicht auf Grund der internen Fakten ausgeschlossen werden können, muß es also auch einen Grund diesseits der Fakten geben, der dazu führt, daß wir diese Physik haben und keine Alternativen. Richtiger gesagt, die Auswahl dieser Physik im Verhältnis zu anderen Alternativen, die ebenfalls die Fakten abdecken würden, beruht auf einer Entscheidung, die selbst nicht in der Physik oder ihren Alternativen ihre Erklärung findet. Das heißt es gibt politische, wirtschaftliche, individualpsychologische und in der Fachentwicklung und den Institutionalisierungen liegende Gründe dafür, daß wir diese Physik und keine Alternativen haben. Das diese Physik als ohne Alternativen dargestellt wird deutet darauf hin, daß das Denken in Alternativen zur bestehenden Physik erhebliche Ängste auslöst und mit der als absolut gültig postulierten Physik erhebliche Interessen verknüpft sind, die dazu führen, Alternativen zur bestehenden Physik zu verteufeln. Als Gründe für das Festhalten an dieser Physik und dem Ausschluß von Alternativen lassen sich eine Reihe Gründe nennen; * Die etablierten PhysikerInnen haben mit der etablierten Physik ihre Karriere verknüpft, sie haben ein massives Eigeninteresse Alternativen nicht aufkommen zu lassen. * In die Physik und die physikalische Theorie fließen sexistische Vorurteile ein, insbesondere wirkt die männliche Geschlechtsidentität, in der Physiker häufig stark verunsichert sind und mit sexuellen Ängsten zu kämpfen haben, in der Theoriebildung in der Physik fort. Ein typisches Beispiel ist die Theorie Schwarzer Löcher, ein aktueller Ersatz des Mythos vom Ende der Welt an dem die Seefahrer herabfallen und in der Hölle enden. Nicht zufällig ist dies im Begriff des Schwarzen Loches mit der Vorstellung der Vagina Dentata verknüpft, also mit typischer männlicher Sexualphobie. Bzgl. Alternativen müßte nicht nur die Begrifflichkeit hinterfragt werden, sinnvoll müßten wohl insgesamt zur offensichtlich neurotisch verquasten und primär intrapsychisch bedingten Theorie Schwarzer Löcher Alternativen entwickelt werden. * Mit spezifischen Setzungen der Mathematik findet auch die Warentauschlogik des Kapitalismus ihren Einlaß in die Physik und physikalische Theorie, Alternativen müßten auch dies hinterfragen. * Die modernen Ansätze in der Physik und im physikalischen Denken sind jeweils auch mit den Änderungen der Selbstwahrnehmung der Menschen und der Gesellschaftsorganisation verknüpft. So findet die Globalisierung mit ihren veränderten Distributions- und Produktionsbedingungen und ihren neuen Anforderungen an das Subjekt sich in modernen systemischen Ansätzen der Physik gespiegelt. Auch Alternativen werden sich nicht vollkommen von den hegemonialen Denkkonzepten ihrer Zeit emanzipieren können, Alternativen sollten deshalb bewußt mit dieser Vourteilsbehaftung umgehen und sie in der Physik zur Sprache bringen. * Es gibt ein Interesse kritisches Denken in der Physik zu unterbinden. Eine Kritische Physik, eine physikalische Theorie und Praxis, die sich selbst ob ihrer Setzungen befragen würde, könnte Beispiel gebend sein für Hinterfragungen auch anderer Selbstverständlichkeiten, z.B. Leistungslogik, Standortlogik, usw.. Auch deshalb werden kritische Alternativen ausgeschlossen aus den dominanten Wissenschaftsdiskursen. * Es geht nicht darum der, zur Zeit als gültig betrachteten, Physik Alternativen als wahrhaftigere Alternativen entgegenzustellen. Die Aussage hier ist, daß es bei komplexen Theorien wie der Physik zwischen unterschiedlichen Alternativen in vielen Fällen kein Wahrheitskriterium für die Auswahl mehr gibt. Unterschiedliche komplexe Theorien können durch innere Strukturveränderungen den empirischen Ergebnissen angepaßt werden. Ein Beispiel dafür liefert die Atomtheorie der Physik, die nach wie vor als Atomtheorie gelehrt wird, obwohl längst davon ausgegangen wird, daß es kleinere Teilchen gibt bzw. Quantenzustände und stehende Wellen usw.. Das heißt die Theorie des Unteilbaren, des Atoms, wurde der Teilbarkeit des Unteilbaren angepaßt, ohne sie als Atomtheorie grundsätzlich in Frage zu stellen, oder daraus einen epistemologischen Bruch herzuleiten. Insofern gibt es immer unendlich viele Alternativen, die gleich wahr sind. Die Auswahl zwischen unterschiedlich Alternativen muß also an Hand externer Kriterien erfolgen, z.B. an Hand der Frage welche Alternativen die größtmögliche Handlungsfreiheit für Menschen generieren. Es geht darum einzufordern, daß diese Entscheidungen zwischen Alternativen der Physik bewußt erfolgen und nicht weiter unbewußt durch Sachzwänge verklärt werden. Zur Zeit erfolgt diese Entscheidung zwischen unterschiedlichen Alternativen unbewußt entlang der je aktuellen Übernahme des Zeitgeistes. Mit inneren Notwendigkeiten haben diese Entscheidungen nichts zu tun. Auf diese Weise wird die Physik zu einem Diskurs der Reproduktion herrschender Ideologie. J. Djuren Hannover 2008 (Quelle: [ak-anna.org](https://web.archive.org/web/20161207221036/http://www.ak-anna.org/naturwissenschaftskritik_alternativen/physik_alternativen.htm))
- Externe Work-Referenz: OL17823209W
- Schlagwörter: Philosophy, Psychoanalysis, Feminism, Physics, Poststructuralism
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-10): 3980635392
- Autor beziehungsweise Autoren: Jörg Djuren
- Ausgabeform: pocket
- Umfang: 85 Seiten
Relevanz für Suche und Einordnung
Durch die Kombination aus Titel, Autorenschaft, Kategorie und Schlagwörtern - also Physik als anarchistische Textpraxis, Jörg Djuren, Sachbuch und Philosophy, Psychoanalysis, Feminism, Physics, Poststructuralism - ist der Datensatz sowohl für Suchmaschinen als auch für Nutzerinnen und Nutzer sehr gut interpretierbar. Mit ISBN-10, ISBN-13 und Work-ID - 3980635392, 9783980635394 und OL17823209W - lässt sich diese Ausgabe plattformübergreifend eindeutig verknüpfen.
Häufige Fragen zu Physik als anarchistische Textpraxis
In welcher Sprache liegt das Buch vor?
Die Ausgabe ist in Deutsch verfügbar; thematisch unterstützen zusätzlich die Tags Philosophy, Psychoanalysis, Feminism, Physics, Poststructuralism bei der Einordnung.
Was sagt die Beschreibung über das Buch aus?
Alternativen zur Physik bedeutet nicht die Infragestellung der bestehenden Physik im Sinn von richtig oder falsch, Alternativen zur Physik bedeutet viel mehr die Aufforderung sich für Alternativen oder die bestehende Physik zu entscheiden. Die Existenz von Alternativen zur Physik, einer alternativen Physik, bedeutet, daß PhysikerInnen sich positionieren müssen, die Alternativen zur Physik sollen dabei dieselbe Welt erklären, sie sollten also zu den selben Ergebnissen führen, nur würden diese Ergebnisse, in diesen Alternativen zur Physik, etwas anderes bedeuten, also anders interpretiert werden. Die Empirie der Physik liefert keine hinreichende Basis für eindeutige Aussagen, insofern sind Alternativen immer vorhanden. Zur Zeit werden solche Alternativen zur bestehenden Physik nur dadurch ausgegrenzt, daß PhysikerInnen einem spezifischem Common Sense folgen, einem Set von Festlegungen jenseits empirischer Fakten, der die Interpretation dieser empirischen Fakten erst ermöglicht. Daß heißt, die Ausgrenzung der Alternativen zur bestehenden Physik wird nicht durch Fakten erzeugt, sondern durch eine empirische Praxis und auch eine Interpretationspraxis, die bestimmte kulturelle aktuelle gesellschaftliche Festlegungen in den Naturwissenschaften zu unhinterfragbaren Tatsachen verklärt und damit Alternativen in der Physik ausschließt. Da Alternativen zur Physik nicht auf Grund der internen Fakten ausgeschlossen werden können, muß es also auch einen Grund diesseits der Fakten geben, der dazu führt, daß wir diese Physik haben und keine Alternativen. Richtiger gesagt, die Auswahl dieser Physik im Verhältnis zu anderen Alternativen, die ebenfalls die Fakten abdecken würden, beruht auf einer Entscheidung, die selbst nicht in der Physik oder ihren Alternativen ihre Erklärung findet. Das heißt es gibt politische, wirtschaftliche, individualpsychologische und in der Fachentwicklung und den Institutionalisierungen liegende Gründe dafür, daß wir diese Physik und keine Alternativen haben. Das diese Physik als ohne Alternativen dargestellt wird deutet darauf hin, daß das Denken in Alternativen zur bestehenden Physik erhebliche Ängste auslöst und mit der als absolut gültig postulierten Physik erhebliche Interessen verknüpft sind, die dazu führen, Alternativen zur bestehenden Physik zu verteufeln. Als Gründe für das Festhalten an dieser Physik und dem Ausschluß von Alternativen lassen sich eine Reihe Gründe nennen; * Die etablierten PhysikerInnen haben mit der etablierten Physik ihre Karriere verknüpft, sie haben ein massives Eigeninteresse Alternativen nicht aufkommen zu lassen. * In die Physik und die physikalische Theorie fließen sexistische Vorurteile ein, insbesondere wirkt die männliche Geschlechtsidentität, in der Physiker häufig stark verunsichert sind und mit sexuellen Ängsten zu kämpfen haben, in der Theoriebildung in der Physik fort. Ein typisches Beispiel ist die Theorie Schwarzer Löcher, ein aktueller Ersatz des Mythos vom Ende der Welt an dem die Seefahrer herabfallen und in der Hölle enden. Nicht zufällig ist dies im Begriff des Schwarzen Loches mit der Vorstellung der Vagina Dentata verknüpft, also mit typischer männlicher Sexualphobie. Bzgl. Alternativen müßte nicht nur die Begrifflichkeit hinterfragt werden, sinnvoll müßten wohl insgesamt zur offensichtlich neurotisch verquasten und primär intrapsychisch bedingten Theorie Schwarzer Löcher Alternativen entwickelt werden. * Mit spezifischen Setzungen der Mathematik findet auch die Warentauschlogik des Kapitalismus ihren Einlaß in die Physik und physikalische Theorie, Alternativen müßten auch dies hinterfragen. * Die modernen Ansätze in der Physik und im physikalischen Denken sind jeweils auch mit den Änderungen der Selbstwahrnehmung der Menschen und der Gesellschaftsorganisation verknüpft. So findet die Globalisierung mit ihren veränderten Distributions- und Produktionsbedingungen und ihren neuen Anforderungen an das Subjekt sich in modernen systemischen Ansätzen der Physik gespiegelt. Auch Alternativen werden sich nicht vollkommen von den hegemonialen Denkkonzepten ihrer Zeit emanzipieren können, Alternativen sollten deshalb bewußt mit dieser Vourteilsbehaftung umgehen und sie in der Physik zur Sprache bringen. * Es gibt ein Interesse kritisches Denken in der Physik zu unterbinden. Eine Kritische Physik, eine physikalische Theorie und Praxis, die sich selbst ob ihrer Setzungen befragen würde, könnte Beispiel gebend sein für Hinterfragungen auch anderer Selbstverständlichkeiten, z.B. Leistungslogik, Standortlogik, usw.. Auch deshalb werden kritische Alternativen ausgeschlossen aus den dominanten Wissenschaftsdiskursen. * Es geht nicht darum der, zur Zeit als gültig betrachteten, Physik Alternativen als wahrhaftigere Alternativen entgegenzustellen. Die Aussage hier ist, daß es bei komplexen Theorien wie der Physik zwischen unterschiedlichen Alternativen in vielen Fällen kein Wahrheitskriterium für die Auswahl mehr gibt. Unterschiedliche komplexe Theorien können durch innere Strukturveränderungen den empirischen Ergebnissen angepaßt werden. Ein Beispiel dafür liefert die Atomtheorie der Physik, die nach wie vor als Atomtheorie gelehrt wird, obwohl längst davon ausgegangen wird, daß es kleinere Teilchen gibt bzw. Quantenzustände und stehende Wellen usw.. Das heißt die Theorie des Unteilbaren, des Atoms, wurde der Teilbarkeit des Unteilbaren angepaßt, ohne sie als Atomtheorie grundsätzlich in Frage zu stellen, oder daraus einen epistemologischen Bruch herzuleiten. Insofern gibt es immer unendlich viele Alternativen, die gleich wahr sind. Die Auswahl zwischen unterschiedlich Alternativen muß also an Hand externer Kriterien erfolgen, z.B. an Hand der Frage welche Alternativen die größtmögliche Handlungsfreiheit für Menschen generieren. Es geht darum einzufordern, daß diese Entscheidungen zwischen Alternativen der Physik bewußt erfolgen und nicht weiter unbewußt durch Sachzwänge verklärt werden. Zur Zeit erfolgt diese Entscheidung zwischen unterschiedlichen Alternativen unbewußt entlang der je aktuellen Übernahme des Zeitgeistes. Mit inneren Notwendigkeiten haben diese Entscheidungen nichts zu tun. Auf diese Weise wird die Physik zu einem Diskurs der Reproduktion herrschender Ideologie. J. Djuren Hannover 2008 (Quelle: [ak-anna.org](https://web.archive.org/web/20161207221036/http://www.ak-anna.org/naturwissenschaftskritik_alternativen/physik_alternativen.htm))
Welche Verlagsangaben sind vorhanden?
Hinterlegt sind das Erscheinungsdatum 2002, der Verlag Verlag Graswurzelrevolution und der Verlagsort Heidelberg, Germany.
Welche Themen oder Kapitel umfasst das Buch?
Aus der Inhaltsübersicht ergeben sich folgende Schwerpunkte: Vorsuppe – die linguistische Verflüssigung der mathematisch-physikalischen Wissenschaften | Einleitung – von Elvira Scheich zur zweidimensionalen Fliege | Semiologie als revolutiontre Textpraxis – ein Aufguß aus frühen Texten Julia Kristevas | Raum und das Topologische in der Physik – ein dialektisch-materialistscher Auszug aus der transzendentalen Ästhetik Immanuel Kants | Das Anschauungsprinzip – ein semiotisch-topologischer Teig als Ansatz für die Allgemeine Relativitätstheorie und Quantenmechanik | Anarchistische Textpraxis in der Mathematik – Nachschlag: Ludwig Wittgenstein, Luce Irigaray und Pippi Langstrumpf | Anhang 1 – Zusammensuchen der Zutaten, zum Zusammenbrauen | Anhang 2 – Ansatz der Suppe | Literatur | Zum Autor
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