WohnHaft | Inhalt & Buchinfos
20.10.2026
Lesedauer: 9 min
WohnHaft von Jürgen Mümken kurz erklärt: Worum es geht und welche Ausgabe vorliegt. Öffne die Seite für einen schnellen Faktencheck zum Buch.
WohnHaft von Jürgen Mümken - Informationen zur Ausgabe
WohnHaft von Jürgen Mümken ist ein Titel aus dem Bereich Sachbuch, der thematisch klar positioniert ist und für Leserinnen und Leser mit Interesse an diesem Fach- oder Themengebiet besonders relevant sein kann. Der Untertitel Wohnen als Technologie der Normalisierung ergänzt den Haupttitel WohnHaft sinnvoll und gibt bereits früh einen konkreten Hinweis auf die inhaltliche Ausrichtung des Buches. Die vorhandene Beschreibung macht deutlich, worauf WohnHaft den Fokus legt: Während des Prozesses der Industrialisierung verschlechterten sich die Lebens- und Wohn-verhältnisse der unteren Klassen zunehmend. Diese besaßen eine ungeheure soziale Sprengkraft; um sie abzufedern, beschäftigte sich die bürgerliche Sozialreform mit der „ArbeiterInnenwohnungsfrage“. Mit der Entdeckung der „Wohnungsnot“ und dessen Institutionalisierung schufen sich Staat, Kirche und Kapital ein manipulierbares Spielfeld sozialer Fürsorge. Die Wohnung, der Ort der Reproduktion der Arbeitskraft, wurde zum Spielball bürgerlicher Sozialreform. Nicht die Lösung der Wohnungsfrage sollte in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern die „Wohnungsnot“, die systemunabhängig betrachtet werden sollte. Dafür wurde ein eigenes Politikfeld geschaffen: die Wohnungspolitik. Innerhalb der Wohnungspolitik ging es aber nie nur darum, benötigten Wohnraum zu schaffen, sondern vielmehr darum, wie die Menschen zu Wohnen zu haben. Der konservativ-bürgerliche Sozialreformer Victor A. Huber schreibt 1857 über die Wohnungszustände der unteren Klasse, „daß sie in unzähligen, ja in den meisten Fällen die Hauptursache des sittlichen und leiblichen Verderbens von hunderttausenden von Familien und eben dadurch eine Quelle zunehmender Nachteile unter Umständen Gefahren für das Ganze, für das Gemeinwesen werden müssen“ (Huber 1857, 20). Hier deutet sich an, daß das Wohnen nicht nur eine Frage des individuellen Wohlergehens ist, sondern gesamtgesellschaftliche und bevölkerungspolitische Komponenten besitzt. Wohnungspolitik wurde zu einem Instrument und die Wohnung zum Ort der Disziplinierung von Individuen und der Regulierung und Normalisierung der Bevölkerung. Um zu bestimmen, was unter Disziplinierung, Regulierung und Normalisierung zu verstehen ist, sind ein paar theoretisch-erklärende Bemerkungen zu der verwendeten Begrifflichkeit notwendig, die sich auf den französischen Philosophen Michel Foucault und den Diskurstheoretiker Jürgen Link beziehen Bibliografisch ist WohnHaft mit dem Erscheinungsdatum 1998, dem Verlag Anares Nord und dem Ort Bremen, Germany erfasst.
Warum WohnHaft relevant sein kann
Im Kontext des Gesamtwerks von Jürgen Mümken lässt sich WohnHaft gezielt bibliografisch und thematisch einordnen. WohnHaft liegt in Deutsch vor, was für die inhaltliche Nutzung ebenso wichtig ist wie für die bibliografische Suche. WohnHaft spricht besonders Nutzer an, die sich für Bücher rund um Sachbuch interessieren. Das hinterlegte Publikationsdatum 1998 unterstützt dabei, WohnHaft zeitlich korrekt zu klassifizieren. Mit Anares Nord in Bremen, Germany ist die verlegerische Zuordnung der Ausgabe klar nachvollziehbar.
Inhalte, Themen und Relevanz
Wer wissen möchte, worauf WohnHaft inhaltlich abzielt, findet in dieser Zusammenfassung einen ersten Ansatzpunkt: Während des Prozesses der Industrialisierung verschlechterten sich die Lebens- und Wohn-verhältnisse der unteren Klassen zunehmend. Diese besaßen eine ungeheure soziale Sprengkraft; um sie abzufedern, beschäftigte sich die bürgerliche Sozialreform mit der „ArbeiterInnenwohnungsfrage“. Mit der Entdeckung der „Wohnungsnot“ und dessen Institutionalisierung schufen sich Staat, Kirche und Kapital ein manipulierbares Spielfeld sozialer Fürsorge. Die Wohnung, der Ort der Reproduktion der Arbeitskraft, wurde zum Spielball bürgerlicher Sozialreform. Nicht die Lösung der Wohnungsfrage sollte in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern die „Wohnungsnot“, die systemunabhängig betrachtet werden sollte. Dafür wurde ein eigenes Politikfeld geschaffen: die Wohnungspolitik. Innerhalb der Wohnungspolitik ging es aber nie nur darum, benötigten Wohnraum zu schaffen, sondern vielmehr darum, wie die Menschen zu Wohnen zu haben. Der konservativ-bürgerliche Sozialreformer Victor A. Huber schreibt 1857 über die Wohnungszustände der unteren Klasse, „daß sie in unzähligen, ja in den meisten Fällen die Hauptursache des sittlichen und leiblichen Verderbens von hunderttausenden von Familien und eben dadurch eine Quelle zunehmender Nachteile unter Umständen Gefahren für das Ganze, für das Gemeinwesen werden müssen“ (Huber 1857, 20). Hier deutet sich an, daß das Wohnen nicht nur eine Frage des individuellen Wohlergehens ist, sondern gesamtgesellschaftliche und bevölkerungspolitische Komponenten besitzt. Wohnungspolitik wurde zu einem Instrument und die Wohnung zum Ort der Disziplinierung von Individuen und der Regulierung und Normalisierung der Bevölkerung. Um zu bestimmen, was unter Disziplinierung, Regulierung und Normalisierung zu verstehen ist, sind ein paar theoretisch-erklärende Bemerkungen zu der verwendeten Begrifflichkeit notwendig, die sich auf den französischen Philosophen Michel Foucault und den Diskurstheoretiker Jürgen Link beziehen Aus dem Inhaltsverzeichnis ergeben sich die zentralen Themenfelder und Ordnungspunkte: Entdeckung und Institutionalisierung der „Wohnungsnot“ | Disziplinarmacht, Bio-Macht und Normalisierung (Foucault) | Protonormalismus und flexibler Normalismus (Link) | Hygiene als protonormalistische Strategie der Normalisierung | Hygienisierung des städtischen Raumes | Die hygienische Wohnung und Wohnen als Technologie der Normalisierung | Neues Bauen und Neues Wohnen als protonormalistische Wohnform | 1968 – Kulturrevolution gegen den die protonormalistische Vergesellschaftung und gegen das „normale“ Leben | Leben im Bauwagen: Postmoderne Vielfalt oder Subversion? | Literatur Für die thematische Suche und semantische Zuordnung sind insbesondere diese Tags relevant: Architecture, Sociology WohnHaft umfasst 16 Seiten und erscheint im Format physical, was sowohl für die Nutzung als auch für den Vergleich mit anderen Ausgaben relevant ist.
Edition und bibliografische Einordnung
Mit 3935716052 und 9783935716055 stehen zwei zentrale ISBN-Varianten zur Verfügung, die die Ausgabe eindeutig beschreiben. Die Ausgabe ist über den Verlag Anares Nord, den Ort Bremen, Germany und das Datum 1998 klar kontextualisiert. Im Open-Library-Kontext ist das Werk über OL20061997W sowie die Editionszuordnungen OL27242007M referenzierbar.
Die zentralen Metadaten zu WohnHaft
- Seitenzahl: 16
- Erscheinungsdatum: 1998
- Verfügbare Sprache dieser Ausgabe: Deutsch
- Thematische Hauptkategorie: Sachbuch
- Ausgabeform: physical
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-13): 9783935716055
- Kurzbeschreibung: Während des Prozesses der Industrialisierung verschlechterten sich die Lebens- und Wohn-verhältnisse der unteren Klassen zunehmend. Diese besaßen eine ungeheure soziale Sprengkraft; um sie abzufedern, beschäftigte sich die bürgerliche Sozialreform mit der „ArbeiterInnenwohnungsfrage“. Mit der Entdeckung der „Wohnungsnot“ und dessen Institutionalisierung schufen sich Staat, Kirche und Kapital ein manipulierbares Spielfeld sozialer Fürsorge. Die Wohnung, der Ort der Reproduktion der Arbeitskraft, wurde zum Spielball bürgerlicher Sozialreform. Nicht die Lösung der Wohnungsfrage sollte in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern die „Wohnungsnot“, die systemunabhängig betrachtet werden sollte. Dafür wurde ein eigenes Politikfeld geschaffen: die Wohnungspolitik. Innerhalb der Wohnungspolitik ging es aber nie nur darum, benötigten Wohnraum zu schaffen, sondern vielmehr darum, wie die Menschen zu Wohnen zu haben. Der konservativ-bürgerliche Sozialreformer Victor A. Huber schreibt 1857 über die Wohnungszustände der unteren Klasse, „daß sie in unzähligen, ja in den meisten Fällen die Hauptursache des sittlichen und leiblichen Verderbens von hunderttausenden von Familien und eben dadurch eine Quelle zunehmender Nachteile unter Umständen Gefahren für das Ganze, für das Gemeinwesen werden müssen“ (Huber 1857, 20). Hier deutet sich an, daß das Wohnen nicht nur eine Frage des individuellen Wohlergehens ist, sondern gesamtgesellschaftliche und bevölkerungspolitische Komponenten besitzt. Wohnungspolitik wurde zu einem Instrument und die Wohnung zum Ort der Disziplinierung von Individuen und der Regulierung und Normalisierung der Bevölkerung. Um zu bestimmen, was unter Disziplinierung, Regulierung und Normalisierung zu verstehen ist, sind ein paar theoretisch-erklärende Bemerkungen zu der verwendeten Begrifflichkeit notwendig, die sich auf den französischen Philosophen Michel Foucault und den Diskurstheoretiker Jürgen Link beziehen
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-10): 3935716052
- Titel: WohnHaft
- Externe Work-Referenz: OL20061997W
- Verzeichnetes Inhaltsverzeichnis: Entdeckung und Institutionalisierung der „Wohnungsnot“ | Disziplinarmacht, Bio-Macht und Normalisierung (Foucault) | Protonormalismus und flexibler Normalismus (Link) | Hygiene als protonormalistische Strategie der Normalisierung | Hygienisierung des städtischen Raumes | Die hygienische Wohnung und Wohnen als Technologie der Normalisierung | Neues Bauen und Neues Wohnen als protonormalistische Wohnform | 1968 – Kulturrevolution gegen den die protonormalistische Vergesellschaftung und gegen das „normale“ Leben | Leben im Bauwagen: Postmoderne Vielfalt oder Subversion? | Literatur
- Thematische Tags: Architecture, Sociology
- Ergänzender Titelzusatz: Wohnen als Technologie der Normalisierung
- Maße der Ausgabe: 21 x x cm
- Autor beziehungsweise Autoren: Jürgen Mümken
- Verlagsort: Bremen, Germany
- Open-Library-Editions-IDs: OL27242007M
- Verlag: Anares Nord
Auffindbarkeit und bibliografische Präzision
Die Verbindung aus WohnHaft, Jürgen Mümken, Sachbuch und Architecture, Sociology schafft eine solide Grundlage für eine präzise thematische Suche. Mit ISBN-10, ISBN-13 und Work-ID - 3935716052, 9783935716055 und OL20061997W - lässt sich diese Ausgabe plattformübergreifend eindeutig verknüpfen.
Fragen und Antworten rund um diese Ausgabe
Wie lässt sich die Ausgabe eindeutig identifizieren?
Die eindeutige Identifikation erfolgt unter anderem über die ISBN-10 3935716052 und die ISBN-13 9783935716055.
Gibt es externe Referenzdaten für das Werk?
Ja, das Werk ist über die Open-Library-Work-ID OL20061997W sowie die Editions-IDs OL27242007M referenzierbar.
Welche Sprache und Schlagwörter sind hinterlegt?
Verzeichnet sind die Sprache Deutsch sowie die Tags Architecture, Sociology, die die thematische Zuordnung erleichtern.
Was sagt die Beschreibung über das Buch aus?
Während des Prozesses der Industrialisierung verschlechterten sich die Lebens- und Wohn-verhältnisse der unteren Klassen zunehmend. Diese besaßen eine ungeheure soziale Sprengkraft; um sie abzufedern, beschäftigte sich die bürgerliche Sozialreform mit der „ArbeiterInnenwohnungsfrage“. Mit der Entdeckung der „Wohnungsnot“ und dessen Institutionalisierung schufen sich Staat, Kirche und Kapital ein manipulierbares Spielfeld sozialer Fürsorge. Die Wohnung, der Ort der Reproduktion der Arbeitskraft, wurde zum Spielball bürgerlicher Sozialreform. Nicht die Lösung der Wohnungsfrage sollte in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern die „Wohnungsnot“, die systemunabhängig betrachtet werden sollte. Dafür wurde ein eigenes Politikfeld geschaffen: die Wohnungspolitik. Innerhalb der Wohnungspolitik ging es aber nie nur darum, benötigten Wohnraum zu schaffen, sondern vielmehr darum, wie die Menschen zu Wohnen zu haben. Der konservativ-bürgerliche Sozialreformer Victor A. Huber schreibt 1857 über die Wohnungszustände der unteren Klasse, „daß sie in unzähligen, ja in den meisten Fällen die Hauptursache des sittlichen und leiblichen Verderbens von hunderttausenden von Familien und eben dadurch eine Quelle zunehmender Nachteile unter Umständen Gefahren für das Ganze, für das Gemeinwesen werden müssen“ (Huber 1857, 20). Hier deutet sich an, daß das Wohnen nicht nur eine Frage des individuellen Wohlergehens ist, sondern gesamtgesellschaftliche und bevölkerungspolitische Komponenten besitzt. Wohnungspolitik wurde zu einem Instrument und die Wohnung zum Ort der Disziplinierung von Individuen und der Regulierung und Normalisierung der Bevölkerung. Um zu bestimmen, was unter Disziplinierung, Regulierung und Normalisierung zu verstehen ist, sind ein paar theoretisch-erklärende Bemerkungen zu der verwendeten Begrifflichkeit notwendig, die sich auf den französischen Philosophen Michel Foucault und den Diskurstheoretiker Jürgen Link beziehen
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