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Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher kaufen? Infos zu Inhalt, Autor und ISBN

15.10.2026

Lesedauer: 19 min

Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher von Michael Kirchschlager im Überblick mit Inhalt, Buchdaten und Einordnung. Ideal, um Relevanz, Ausgabe und Details schnell zu prüfen.

Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher kaufen? Infos zu Inhalt, Autor und ISBN

Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher kaufen? Infos zu Inhalt, Autor und ISBN

15.10.2026

Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher: Inhalt, Einordnung und bibliografische Details

Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher gehört zur Kategorie Sachbuch und stammt von Michael Kirchschlager - eine Kombination, die den Titel sowohl fachlich als auch bibliografisch interessant macht. Der Zusatz Nach alten Kriminalakten und Selbstzeugnissen erzählt schärft das Profil von Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher und unterstützt die thematische Einordnung bereits auf den ersten Blick. Die Kurzbeschreibung von Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher zeigt, welche Inhalte Leserinnen und Leser erwarten dürfen: (…) Die Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher stellt die wohl bekanntesten Kapitalverbrecher und Verbrechen aus der preußischen Kriminalgeschichte vor, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sei den geschätzten Lesern ein Querschnitt dargeboten, der vom Goldmacher über Mordbrenner, Familienauslöscher, Raubmörder und einen weiblichen Blaubart reicht. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die vielschichtige Art der Quellen und Literatur gelegt, um dem Leser in der Unterschiedlichkeit der Quelle obendrein ein besonderes Lesevergnügen zu verschaffen. Folgt zum Beispiel die Geschichte vom Goldmacher Cajetano einer Erzählung aus einem alten Pitaval, wurde für den Fleischergesellen Gurlt sein Lebenszeugnis herangezogen. Griffen wir bei dem Familienauslöscher Ludwig Gass auf den Text eines Einblattdruckes zurück, dessen Verfasser wohl ein Pfarrer gewesen sein dürfte, entlehnten wir den Fall der Anna Przygodda den herausragenden Werken Hugo Friedländers. Als Besonderheit dürften für diesen Band die zahlreichen zitierten Quellen sein, wie z. B. die Listen der geraubten Sachen aus dem Schloß des Königs oder die Sammlung von Gedichten und Wörtern aus dem Sprachgebrauch des Mordbrenners Horst und seiner Geliebten. Interessant sind desgleichen die zum Teil ziemlich modern anmutenden Überlegungen des zeitgenössischen Herausgebers über die Zustände im Gefangenhaus zu Berlin zu Zeiten des Raubmörders Hobus. Die ausgewählten und meistens zeitgenössischen Autoren betrachteten den Verbrecher und seine Tat mehr oder weniger in seinem ganzen Umfang in ihrem historisch-gesellschaftlichen Umfeld. Zählt der Autor zur Justiz oder Polizeibehörde des Königreichs, desto unangefochtener steht er mit seinem Urteil hinter dem des Königs oder seiner Gerichte, die in allen Fällen – so bezeichnet es ja auch schon der Titel der Kriminalchronik – die Todesstrafe vorsahen. Besonders ist dies bei Katte der Fall, dessen Urteil spätere Autoren als „Kabinettsmord“ bezeichneten, obwohl die Argumente des Königs durchaus nachvollziehbar sind. Die Ausführung der einzelnen Todesstrafen folgt der Rechtsprechung der Carolina, der Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532, ist also noch mittelalterlich geprägt. Besonders deutlich wird das bei den Mordbrennern, die ebenfalls verbrannt werden (Spiegelstrafe). Relikte mittelalterlicher Gerichtsbarkeit kommen auch noch bei Hobus zum Tragen, der zur Strafverschärfung auf einer Kuhhaut zum Rabenstein geschleift werden soll, um dann die Strafe des Rades zu erdulden – doch begnadigte man ihn mit der milderen Strafe der Enthauptung mit dem Beil! Glücklicherweise ist in Deutschland die Todesstrafe mittlerweile abgeschafft, wenngleich immer öfter Stimmen laut werden, sie bei besonders schlimmen Tätern und Fällen, die die Sinne des Volkes besonders sensibilisieren, wieder einzuführen. Doch damit werden die Ursachen von Verbrechen nicht bekämpft, maximal Widerholungstaten ausgeschlossen – beim Freigang oder bei vorzeitiger Entlassung von unheilbaren Tätern. Die jeweils herrschende Gesellschaft steht im engen Zusammenhang zu den in ihr herrschenden Verbrechen und so war es auch im alten „Preußen“. Betrachtet man die einzelnen Fälle genauer, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als daß sich die Motive kaum geändert haben und tatsächlich: Gier trieb Runck und Stieff zum Diebstahl, obwohl sie doch ausreichend finanziell abgesichert waren; Rache beherrschte Anna Sotmeyer; Scham und Verzweiflung trieb die Kindesmörderin; das Geld der Anderen machte Hobus, Gurlt und Masch zu Mördern. Der eine bereute, der andere nicht. Einer mordete aus Not, der andere um sich noch weiter zu bereichern und um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen. Verständnis für Gurlt, Abscheu für Masch – das empfinden wir heute. Gier trieb ebenfalls die ihre Männer mordende Anna Przygodda, die „Elfriede Blauensteiner Preußens“. Über sie brauchen wir hier nichts weiter zu sagen. Das überlasse ich vertrauensvoll Hugo Friedländer. Und dann wäre da noch der Familienauslöscher Gass, der im Blackout seine Familie ermordet und dafür, nach einem mißlungenen Selbstmordversuch, hingerichtet wird. Noch heute, im Deutschland des 21. Jahrhunderts löschen pro Woche ein Familienauslöscher bzw. eine Familienauslöscherin aus sozialer und psychologischer Verzweiflung ihre Familie aus. Sie halten dem Druck der Gesellschaft mit ihren finanziellen und materiellen Verpflichtungen nicht mehr stand, wollen ihre Familien lieber tot als verarmt sehen. So das Motiv, stark vereinfacht. (…) Auf einen Anmerkungsapparat wurde verzichtet. Die Abbildungsnachweise flossen in den Bildunterschriften ein. Bei Quellen/ Literatur/ Anmerkungen findet die geneigte Leserschaft die benutzen Werke. Zitate stehen kursiv, Erläuterungen in Klammern im Text Die Ausgabe erschien am 2008 bei Verlag Kirchschlager und ist dem Verlagsstandort Arnstadt, Germany zugeordnet.

Warum Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher relevant sein kann

Mit der Sprache Deutsch lässt sich Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher auch im internationalen oder mehrsprachigen Kontext präzise filtern. Im Kontext des Gesamtwerks von Michael Kirchschlager lässt sich Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher gezielt bibliografisch und thematisch einordnen. Der Verlag Verlag Kirchschlager und der Verlagsort Arnstadt, Germany liefern zusätzliche Orientierung bei der Einordnung dieser Ausgabe. Wer Literatur aus dem Bereich Sachbuch sucht, findet in Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher einen gut klassifizierbaren Titel. Das hinterlegte Publikationsdatum 2008 unterstützt dabei, Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher zeitlich korrekt zu klassifizieren.

Inhalt und thematische Schwerpunkte

Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher lässt sich inhaltlich innerhalb von Sachbuch verorten und wird in der Beschreibung wie folgt umrissen: (…) Die Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher stellt die wohl bekanntesten Kapitalverbrecher und Verbrechen aus der preußischen Kriminalgeschichte vor, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sei den geschätzten Lesern ein Querschnitt dargeboten, der vom Goldmacher über Mordbrenner, Familienauslöscher, Raubmörder und einen weiblichen Blaubart reicht. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die vielschichtige Art der Quellen und Literatur gelegt, um dem Leser in der Unterschiedlichkeit der Quelle obendrein ein besonderes Lesevergnügen zu verschaffen. Folgt zum Beispiel die Geschichte vom Goldmacher Cajetano einer Erzählung aus einem alten Pitaval, wurde für den Fleischergesellen Gurlt sein Lebenszeugnis herangezogen. Griffen wir bei dem Familienauslöscher Ludwig Gass auf den Text eines Einblattdruckes zurück, dessen Verfasser wohl ein Pfarrer gewesen sein dürfte, entlehnten wir den Fall der Anna Przygodda den herausragenden Werken Hugo Friedländers. Als Besonderheit dürften für diesen Band die zahlreichen zitierten Quellen sein, wie z. B. die Listen der geraubten Sachen aus dem Schloß des Königs oder die Sammlung von Gedichten und Wörtern aus dem Sprachgebrauch des Mordbrenners Horst und seiner Geliebten. Interessant sind desgleichen die zum Teil ziemlich modern anmutenden Überlegungen des zeitgenössischen Herausgebers über die Zustände im Gefangenhaus zu Berlin zu Zeiten des Raubmörders Hobus. Die ausgewählten und meistens zeitgenössischen Autoren betrachteten den Verbrecher und seine Tat mehr oder weniger in seinem ganzen Umfang in ihrem historisch-gesellschaftlichen Umfeld. Zählt der Autor zur Justiz oder Polizeibehörde des Königreichs, desto unangefochtener steht er mit seinem Urteil hinter dem des Königs oder seiner Gerichte, die in allen Fällen – so bezeichnet es ja auch schon der Titel der Kriminalchronik – die Todesstrafe vorsahen. Besonders ist dies bei Katte der Fall, dessen Urteil spätere Autoren als „Kabinettsmord“ bezeichneten, obwohl die Argumente des Königs durchaus nachvollziehbar sind. Die Ausführung der einzelnen Todesstrafen folgt der Rechtsprechung der Carolina, der Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532, ist also noch mittelalterlich geprägt. Besonders deutlich wird das bei den Mordbrennern, die ebenfalls verbrannt werden (Spiegelstrafe). Relikte mittelalterlicher Gerichtsbarkeit kommen auch noch bei Hobus zum Tragen, der zur Strafverschärfung auf einer Kuhhaut zum Rabenstein geschleift werden soll, um dann die Strafe des Rades zu erdulden – doch begnadigte man ihn mit der milderen Strafe der Enthauptung mit dem Beil! Glücklicherweise ist in Deutschland die Todesstrafe mittlerweile abgeschafft, wenngleich immer öfter Stimmen laut werden, sie bei besonders schlimmen Tätern und Fällen, die die Sinne des Volkes besonders sensibilisieren, wieder einzuführen. Doch damit werden die Ursachen von Verbrechen nicht bekämpft, maximal Widerholungstaten ausgeschlossen – beim Freigang oder bei vorzeitiger Entlassung von unheilbaren Tätern. Die jeweils herrschende Gesellschaft steht im engen Zusammenhang zu den in ihr herrschenden Verbrechen und so war es auch im alten „Preußen“. Betrachtet man die einzelnen Fälle genauer, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als daß sich die Motive kaum geändert haben und tatsächlich: Gier trieb Runck und Stieff zum Diebstahl, obwohl sie doch ausreichend finanziell abgesichert waren; Rache beherrschte Anna Sotmeyer; Scham und Verzweiflung trieb die Kindesmörderin; das Geld der Anderen machte Hobus, Gurlt und Masch zu Mördern. Der eine bereute, der andere nicht. Einer mordete aus Not, der andere um sich noch weiter zu bereichern und um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen. Verständnis für Gurlt, Abscheu für Masch – das empfinden wir heute. Gier trieb ebenfalls die ihre Männer mordende Anna Przygodda, die „Elfriede Blauensteiner Preußens“. Über sie brauchen wir hier nichts weiter zu sagen. Das überlasse ich vertrauensvoll Hugo Friedländer. Und dann wäre da noch der Familienauslöscher Gass, der im Blackout seine Familie ermordet und dafür, nach einem mißlungenen Selbstmordversuch, hingerichtet wird. Noch heute, im Deutschland des 21. Jahrhunderts löschen pro Woche ein Familienauslöscher bzw. eine Familienauslöscherin aus sozialer und psychologischer Verzweiflung ihre Familie aus. Sie halten dem Druck der Gesellschaft mit ihren finanziellen und materiellen Verpflichtungen nicht mehr stand, wollen ihre Familien lieber tot als verarmt sehen. So das Motiv, stark vereinfacht. (…) Auf einen Anmerkungsapparat wurde verzichtet. Die Abbildungsnachweise flossen in den Bildunterschriften ein. Bei Quellen/ Literatur/ Anmerkungen findet die geneigte Leserschaft die benutzen Werke. Zitate stehen kursiv, Erläuterungen in Klammern im Text Aus dem Inhaltsverzeichnis ergeben sich die zentralen Themenfelder und Ordnungspunkte: VORWORT DES HERAUSGEBERS | DER GOLDMACHER CAJETANO (1709) | VALENTIN RUNCK UND DANIEL STIEFF – DIE SCHLOSSDIEBE ZU BERLIN (1718) | ANNA SOTMEYER – DAS SCHEUSSLICHSTE WEIB DER WELT (1724) | HANS HERMANN VON KATTE – KÖNIGLICH PREUSSISCHER LEUTNANT (1730) | MARGARETHE VON KA. – DIE ZWEIFACHE KINDESMÖRDERIN (1792) | DER MORDBRENNER HORST UND SEINE BANDE (1810) | GEFANGENNAHME, FLUCHT UND HINRICHTUNG DES ARBEITSMANNES HOBUS (1832) | DER LEBENSLAUF DES FLEISCHERGESELLEN GURLT – VON IHM SELBST GESCHRIEBEN (1839) | DIE GREUELTATEN DES RAUBMÖRDERS KARL MASCH (1864) | LUDWIG GASS – DER FAMILIENAUSLÖSCHER (1881) | ANNA PRZYGODDA – EIN WEIBLICHER BLAUBART 1903) | QUELLEN/LITERATUR/ANMERKUNGEN Ergänzend helfen die hinterlegten Schlagwörter dabei, Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher thematisch schneller einzuordnen: Crime Seitenzahl und Ausgabeform - 206 Seiten im Format hard - liefern zusätzliche Orientierung für Kauf- und Rechercheentscheidungen. Die Angabe Michael Kirchschlager (Editor), Michael Kirchschlager (Foreword) ergänzt den Eintrag um weitere relevante Personen oder Beteiligte.

ISBN, Revision und weitere Referenzdaten

Mit 3934277144 und 9783934277144 stehen zwei zentrale ISBN-Varianten zur Verfügung, die die Ausgabe eindeutig beschreiben. Die hinterlegten Angaben zu Format, Gewicht und Größe - hard, 500 g und 23.2 x 16.2 x 2.6 cm - helfen bei der genauen Ausgabezuordnung. Für weiterführende bibliografische Verknüpfungen sind die Kennungen OL20914232W und OL28332375M besonders hilfreich. Die Ausgabe ist über den Verlag Verlag Kirchschlager, den Ort Arnstadt, Germany und das Datum 2008 klar kontextualisiert.

Wichtige Buchdaten im Überblick

  1. Seitenzahl: 206
  2. Format: hard
  3. Buchtitel: Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher
  4. Gewicht: 500 g
  5. Autor beziehungsweise Autoren: Michael Kirchschlager
  6. Open-Library-Editions-IDs: OL28332375M
  7. Thematische Hauptkategorie: Sachbuch
  8. Mitwirkende: Michael Kirchschlager (Editor), Michael Kirchschlager (Foreword)
  9. Ergänzender Titelzusatz: Nach alten Kriminalakten und Selbstzeugnissen erzählt
  10. Thematische Tags: Crime
  11. Inhaltliche Kurzcharakteristik: (…) Die Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher stellt die wohl bekanntesten Kapitalverbrecher und Verbrechen aus der preußischen Kriminalgeschichte vor, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sei den geschätzten Lesern ein Querschnitt dargeboten, der vom Goldmacher über Mordbrenner, Familienauslöscher, Raubmörder und einen weiblichen Blaubart reicht. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die vielschichtige Art der Quellen und Literatur gelegt, um dem Leser in der Unterschiedlichkeit der Quelle obendrein ein besonderes Lesevergnügen zu verschaffen. Folgt zum Beispiel die Geschichte vom Goldmacher Cajetano einer Erzählung aus einem alten Pitaval, wurde für den Fleischergesellen Gurlt sein Lebenszeugnis herangezogen. Griffen wir bei dem Familienauslöscher Ludwig Gass auf den Text eines Einblattdruckes zurück, dessen Verfasser wohl ein Pfarrer gewesen sein dürfte, entlehnten wir den Fall der Anna Przygodda den herausragenden Werken Hugo Friedländers. Als Besonderheit dürften für diesen Band die zahlreichen zitierten Quellen sein, wie z. B. die Listen der geraubten Sachen aus dem Schloß des Königs oder die Sammlung von Gedichten und Wörtern aus dem Sprachgebrauch des Mordbrenners Horst und seiner Geliebten. Interessant sind desgleichen die zum Teil ziemlich modern anmutenden Überlegungen des zeitgenössischen Herausgebers über die Zustände im Gefangenhaus zu Berlin zu Zeiten des Raubmörders Hobus. Die ausgewählten und meistens zeitgenössischen Autoren betrachteten den Verbrecher und seine Tat mehr oder weniger in seinem ganzen Umfang in ihrem historisch-gesellschaftlichen Umfeld. Zählt der Autor zur Justiz oder Polizeibehörde des Königreichs, desto unangefochtener steht er mit seinem Urteil hinter dem des Königs oder seiner Gerichte, die in allen Fällen – so bezeichnet es ja auch schon der Titel der Kriminalchronik – die Todesstrafe vorsahen. Besonders ist dies bei Katte der Fall, dessen Urteil spätere Autoren als „Kabinettsmord“ bezeichneten, obwohl die Argumente des Königs durchaus nachvollziehbar sind. Die Ausführung der einzelnen Todesstrafen folgt der Rechtsprechung der Carolina, der Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532, ist also noch mittelalterlich geprägt. Besonders deutlich wird das bei den Mordbrennern, die ebenfalls verbrannt werden (Spiegelstrafe). Relikte mittelalterlicher Gerichtsbarkeit kommen auch noch bei Hobus zum Tragen, der zur Strafverschärfung auf einer Kuhhaut zum Rabenstein geschleift werden soll, um dann die Strafe des Rades zu erdulden – doch begnadigte man ihn mit der milderen Strafe der Enthauptung mit dem Beil! Glücklicherweise ist in Deutschland die Todesstrafe mittlerweile abgeschafft, wenngleich immer öfter Stimmen laut werden, sie bei besonders schlimmen Tätern und Fällen, die die Sinne des Volkes besonders sensibilisieren, wieder einzuführen. Doch damit werden die Ursachen von Verbrechen nicht bekämpft, maximal Widerholungstaten ausgeschlossen – beim Freigang oder bei vorzeitiger Entlassung von unheilbaren Tätern. Die jeweils herrschende Gesellschaft steht im engen Zusammenhang zu den in ihr herrschenden Verbrechen und so war es auch im alten „Preußen“. Betrachtet man die einzelnen Fälle genauer, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als daß sich die Motive kaum geändert haben und tatsächlich: Gier trieb Runck und Stieff zum Diebstahl, obwohl sie doch ausreichend finanziell abgesichert waren; Rache beherrschte Anna Sotmeyer; Scham und Verzweiflung trieb die Kindesmörderin; das Geld der Anderen machte Hobus, Gurlt und Masch zu Mördern. Der eine bereute, der andere nicht. Einer mordete aus Not, der andere um sich noch weiter zu bereichern und um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen. Verständnis für Gurlt, Abscheu für Masch – das empfinden wir heute. Gier trieb ebenfalls die ihre Männer mordende Anna Przygodda, die „Elfriede Blauensteiner Preußens“. Über sie brauchen wir hier nichts weiter zu sagen. Das überlasse ich vertrauensvoll Hugo Friedländer. Und dann wäre da noch der Familienauslöscher Gass, der im Blackout seine Familie ermordet und dafür, nach einem mißlungenen Selbstmordversuch, hingerichtet wird. Noch heute, im Deutschland des 21. Jahrhunderts löschen pro Woche ein Familienauslöscher bzw. eine Familienauslöscherin aus sozialer und psychologischer Verzweiflung ihre Familie aus. Sie halten dem Druck der Gesellschaft mit ihren finanziellen und materiellen Verpflichtungen nicht mehr stand, wollen ihre Familien lieber tot als verarmt sehen. So das Motiv, stark vereinfacht. (…) Auf einen Anmerkungsapparat wurde verzichtet. Die Abbildungsnachweise flossen in den Bildunterschriften ein. Bei Quellen/ Literatur/ Anmerkungen findet die geneigte Leserschaft die benutzen Werke. Zitate stehen kursiv, Erläuterungen in Klammern im Text
  12. Externe Work-Referenz: OL20914232W
  13. ISBN-13: 9783934277144
  14. Sprache: Deutsch
  15. Veröffentlicht am: 2008
  16. Publiziert bei: Verlag Kirchschlager
  17. Maße der Ausgabe: 23.2 x 16.2 x 2.6 cm
  18. Ort der Veröffentlichung: Arnstadt, Germany
  19. Inhaltsübersicht: VORWORT DES HERAUSGEBERS | DER GOLDMACHER CAJETANO (1709) | VALENTIN RUNCK UND DANIEL STIEFF – DIE SCHLOSSDIEBE ZU BERLIN (1718) | ANNA SOTMEYER – DAS SCHEUSSLICHSTE WEIB DER WELT (1724) | HANS HERMANN VON KATTE – KÖNIGLICH PREUSSISCHER LEUTNANT (1730) | MARGARETHE VON KA. – DIE ZWEIFACHE KINDESMÖRDERIN (1792) | DER MORDBRENNER HORST UND SEINE BANDE (1810) | GEFANGENNAHME, FLUCHT UND HINRICHTUNG DES ARBEITSMANNES HOBUS (1832) | DER LEBENSLAUF DES FLEISCHERGESELLEN GURLT – VON IHM SELBST GESCHRIEBEN (1839) | DIE GREUELTATEN DES RAUBMÖRDERS KARL MASCH (1864) | LUDWIG GASS – DER FAMILIENAUSLÖSCHER (1881) | ANNA PRZYGODDA – EIN WEIBLICHER BLAUBART 1903) | QUELLEN/LITERATUR/ANMERKUNGEN
  20. ISBN-10: 3934277144

Suchrelevante Merkmale dieser Ausgabe

Die Verbindung aus Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher, Michael Kirchschlager, Sachbuch und Crime schafft eine solide Grundlage für eine präzise thematische Suche. Zusätzliche Präzision entsteht durch Identifikatoren wie 3934277144, 9783934277144 und OL20914232W, die die Ausgabe in verschiedenen Katalog- und Suchkontexten eindeutig referenzierbar machen. Für die saubere Abgrenzung gegenüber ähnlichen Ausgaben sind auch hard, 23.2 x 16.2 x 2.6 cm, 500 g und 206 Seiten ein wichtiger Datensatzbestandteil.

Häufige Fragen zu Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher

In welcher Sprache liegt das Buch vor?

Die Ausgabe ist in Deutsch verfügbar; thematisch unterstützen zusätzlich die Tags Crime bei der Einordnung.

Gibt es Informationen zum Inhaltsverzeichnis?

Ja, folgende Inhaltsübersicht ist hinterlegt: VORWORT DES HERAUSGEBERS | DER GOLDMACHER CAJETANO (1709) | VALENTIN RUNCK UND DANIEL STIEFF – DIE SCHLOSSDIEBE ZU BERLIN (1718) | ANNA SOTMEYER – DAS SCHEUSSLICHSTE WEIB DER WELT (1724) | HANS HERMANN VON KATTE – KÖNIGLICH PREUSSISCHER LEUTNANT (1730) | MARGARETHE VON KA. – DIE ZWEIFACHE KINDESMÖRDERIN (1792) | DER MORDBRENNER HORST UND SEINE BANDE (1810) | GEFANGENNAHME, FLUCHT UND HINRICHTUNG DES ARBEITSMANNES HOBUS (1832) | DER LEBENSLAUF DES FLEISCHERGESELLEN GURLT – VON IHM SELBST GESCHRIEBEN (1839) | DIE GREUELTATEN DES RAUBMÖRDERS KARL MASCH (1864) | LUDWIG GASS – DER FAMILIENAUSLÖSCHER (1881) | ANNA PRZYGODDA – EIN WEIBLICHER BLAUBART 1903) | QUELLEN/LITERATUR/ANMERKUNGEN

Wie ist die Ausgabe verlegerisch einzuordnen?

Bibliografisch wird die Ausgabe über Verlag Kirchschlager, Arnstadt, Germany und das Datum 2008 beschrieben.

Welche Inhalte beschreibt die Kurzbeschreibung?

Die vorhandene Beschreibung lautet: (…) Die Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher stellt die wohl bekanntesten Kapitalverbrecher und Verbrechen aus der preußischen Kriminalgeschichte vor, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sei den geschätzten Lesern ein Querschnitt dargeboten, der vom Goldmacher über Mordbrenner, Familienauslöscher, Raubmörder und einen weiblichen Blaubart reicht. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die vielschichtige Art der Quellen und Literatur gelegt, um dem Leser in der Unterschiedlichkeit der Quelle obendrein ein besonderes Lesevergnügen zu verschaffen. Folgt zum Beispiel die Geschichte vom Goldmacher Cajetano einer Erzählung aus einem alten Pitaval, wurde für den Fleischergesellen Gurlt sein Lebenszeugnis herangezogen. Griffen wir bei dem Familienauslöscher Ludwig Gass auf den Text eines Einblattdruckes zurück, dessen Verfasser wohl ein Pfarrer gewesen sein dürfte, entlehnten wir den Fall der Anna Przygodda den herausragenden Werken Hugo Friedländers. Als Besonderheit dürften für diesen Band die zahlreichen zitierten Quellen sein, wie z. B. die Listen der geraubten Sachen aus dem Schloß des Königs oder die Sammlung von Gedichten und Wörtern aus dem Sprachgebrauch des Mordbrenners Horst und seiner Geliebten. Interessant sind desgleichen die zum Teil ziemlich modern anmutenden Überlegungen des zeitgenössischen Herausgebers über die Zustände im Gefangenhaus zu Berlin zu Zeiten des Raubmörders Hobus. Die ausgewählten und meistens zeitgenössischen Autoren betrachteten den Verbrecher und seine Tat mehr oder weniger in seinem ganzen Umfang in ihrem historisch-gesellschaftlichen Umfeld. Zählt der Autor zur Justiz oder Polizeibehörde des Königreichs, desto unangefochtener steht er mit seinem Urteil hinter dem des Königs oder seiner Gerichte, die in allen Fällen – so bezeichnet es ja auch schon der Titel der Kriminalchronik – die Todesstrafe vorsahen. Besonders ist dies bei Katte der Fall, dessen Urteil spätere Autoren als „Kabinettsmord“ bezeichneten, obwohl die Argumente des Königs durchaus nachvollziehbar sind. Die Ausführung der einzelnen Todesstrafen folgt der Rechtsprechung der Carolina, der Peinlichen Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532, ist also noch mittelalterlich geprägt. Besonders deutlich wird das bei den Mordbrennern, die ebenfalls verbrannt werden (Spiegelstrafe). Relikte mittelalterlicher Gerichtsbarkeit kommen auch noch bei Hobus zum Tragen, der zur Strafverschärfung auf einer Kuhhaut zum Rabenstein geschleift werden soll, um dann die Strafe des Rades zu erdulden – doch begnadigte man ihn mit der milderen Strafe der Enthauptung mit dem Beil! Glücklicherweise ist in Deutschland die Todesstrafe mittlerweile abgeschafft, wenngleich immer öfter Stimmen laut werden, sie bei besonders schlimmen Tätern und Fällen, die die Sinne des Volkes besonders sensibilisieren, wieder einzuführen. Doch damit werden die Ursachen von Verbrechen nicht bekämpft, maximal Widerholungstaten ausgeschlossen – beim Freigang oder bei vorzeitiger Entlassung von unheilbaren Tätern. Die jeweils herrschende Gesellschaft steht im engen Zusammenhang zu den in ihr herrschenden Verbrechen und so war es auch im alten „Preußen“. Betrachtet man die einzelnen Fälle genauer, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als daß sich die Motive kaum geändert haben und tatsächlich: Gier trieb Runck und Stieff zum Diebstahl, obwohl sie doch ausreichend finanziell abgesichert waren; Rache beherrschte Anna Sotmeyer; Scham und Verzweiflung trieb die Kindesmörderin; das Geld der Anderen machte Hobus, Gurlt und Masch zu Mördern. Der eine bereute, der andere nicht. Einer mordete aus Not, der andere um sich noch weiter zu bereichern und um sich ein angenehmes Leben zu verschaffen. Verständnis für Gurlt, Abscheu für Masch – das empfinden wir heute. Gier trieb ebenfalls die ihre Männer mordende Anna Przygodda, die „Elfriede Blauensteiner Preußens“. Über sie brauchen wir hier nichts weiter zu sagen. Das überlasse ich vertrauensvoll Hugo Friedländer. Und dann wäre da noch der Familienauslöscher Gass, der im Blackout seine Familie ermordet und dafür, nach einem mißlungenen Selbstmordversuch, hingerichtet wird. Noch heute, im Deutschland des 21. Jahrhunderts löschen pro Woche ein Familienauslöscher bzw. eine Familienauslöscherin aus sozialer und psychologischer Verzweiflung ihre Familie aus. Sie halten dem Druck der Gesellschaft mit ihren finanziellen und materiellen Verpflichtungen nicht mehr stand, wollen ihre Familien lieber tot als verarmt sehen. So das Motiv, stark vereinfacht. (…) Auf einen Anmerkungsapparat wurde verzichtet. Die Abbildungsnachweise flossen in den Bildunterschriften ein. Bei Quellen/ Literatur/ Anmerkungen findet die geneigte Leserschaft die benutzen Werke. Zitate stehen kursiv, Erläuterungen in Klammern im Text

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