Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko | Inhalt, Autor und bibliografische Daten
12.10.2026
Lesedauer: 13 min
Schneller Überblick zu Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko von Manuela Vergoossen mit den wichtigsten Buchangaben. So siehst du sofort, ob das Buch zu deiner Suche passt.

Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko von Manuela Vergoossen - Informationen zur Ausgabe
Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko ist ein Werk von Manuela Vergoossen, das innerhalb der Kategorie Sachbuch eingeordnet wird und bereits durch seine klare thematische Ausrichtung überzeugt. Die vorhandene Beschreibung macht deutlich, worauf Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko den Fokus legt: Manuela Vergoossen „Zeitstrukturen und Zeitmotive im französischen Rokoko“ Aachen, (Verlag der Augustinus Buchhandlung) 1996 (Tel. & Fax 0241-23948) Paperback, 277 Seiten, 142 schw./w. Abbildungen, 79,- DM ISBN 3-925038-00-0 Die Suche nach der Zeit im Bild erscheint auf den ersten Blick als paradoxes Vorhaben, weil traditionelle Tafelbilder statische Objekte sind. Gerade an Bild-Beispielen des französischen Rokoko läßt sich aber zeigen, daß auch zweidimensional fixierte Imaginationen unter ganz spezifischen Kriterien Bewegung, Dynamik und Zeitabläufe suggerieren können. Ursache dafür ist die Gestaltung von Rokoko-Bildern auf der Basis des Rocaille-Ornamentes, das als stilistisches Konglomerat von Muschelmotiven immer schon die Spannungsfelder von Gegensätzen verbindet, z.B. von Abstraktion und Gegenständlichkeit, innen und außen, Verkleinerung wie Vergrößerung, Natürliches wie Artifizielles, Bewegung wie Erstarrung. Visuelle Übergänge und Sprünge sind die Konsequenzen dieserer ornamentalen Multivalenz. Und auch Kunst und Natur vereinigen sich in der Rocaille zu mehrdeutigen Synthesen. Denn ihre Motive - Brunnen, Grotten, Bühnenkulissen und Ruinen, also Motive der sogenannten „architectures parlante“ bzw. „lebenden Architektur“ sind als „Bildinhalte“ ebenso „schillernd“ wie die amorphen und uneindeutigen Kontexte, in denen sie erscheinen. Zu den strukturellen Verunklärungen der „Rocaille“ gehören zum Beispiel groteske Verdrehungen zwischen Bildrand- und zentrum, Bildhintergrund und -vordergrund, zwischen ornamentalen und traditionellen Bildkriterien. Besonders die Entwurfsgraphiken Juste Aurèle Meissonniers und die Bilder Antoine Watteaus sind für die metamorphotische, „zwittrige“ und dadurch Bewegung suggerierende Logik von Rokokobildern auf der Basis von Rocaille-Strukturen aufschlußreich. Die Konfrontation verschiedener Bildlogiken führt zu einer Verunsicherung, aber auch spielerischen Beteiligung des Betrachters, dessen Erlebniszeit von der Indifferenz der Rocaille-Bilder gefangen wird. Das heißt, im Sinn des im ausklingenden Rokoko durch Rousseau thematisierten und von Fragonard in die Malerei aufgenommenen Pygmalionmythos (der Belebung der steinernen Galathea-Statue durch den in sie verliebten Erzeuger Pygmalion) wird der Betrachter durch seine Vertiefung ins künstlerische Objekt zum „Verlebendiger“. „Lebende Statuen“ erscheinen bei Watteau und Fragonard in diesem Zusammenhang nicht nur als affektvermittelnde Ausdruckskürzel, sie symbolisieren auch, welche Wirkung die Betrachtervorstellung auf die Kunst ausüben kann, nämlich - durch emotionale Anteilnahme - die Belebung der artifiziellen Erstarrung. Das Geflecht des mit der Rocaille zu Beginn des Jahrhunderts aufkeimenden Motiv- und Formenrepertoires, dessen Stil sich über die Zeit der Régence und des Louis Quinze bis zur französischen Revolution generiert und schließlich als Ausdruck aristokratischer Décadence mit dem französischen Adel seine formale „Exekution“ erfährt, erscheint im Licht einer postmodernen Mediendiskussion um das von Umberto Eco sogenannte „offene Kunstwerk“ oder im Zuge mit natursimulierenden, visuell dargestellten Fraktalen mit neuer Aktualität. Auch das Rezipientenverhalten zeigt in der Moderne eine Entwicklung, die in der Akzentverschiebung vom künstlerischen Objekt auf die Rolle des ideell beteiligten zum Schöpfer „geadelten“ Betrachters im ausklingenden 18. Jahrhundert erste Impulse erfahren hat. In der hier vorgestellten, sowohl kunsttheoretische wie ikonographische Aspekte berücksichtigenden Dissertation, die im Juni 1997 mit der Borchers-Plakette ausgezeichnet worden ist, gewinnen auch Konturen dieser Umkehrung der historischen Perspektive Gestalt Die Ausgabe erschien am 1996 bei Verlag der Augustinus Buchhandlung und ist dem Verlagsstandort Aachen zugeordnet.
Warum Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko relevant sein kann
Im Kontext des Gesamtwerks von Manuela Vergoossen lässt sich Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko gezielt bibliografisch und thematisch einordnen. Verlagsname und Verlagsort - Verlag der Augustinus Buchhandlung und Aachen - helfen dabei, die Ausgabe eindeutig zu identifizieren. Auch das Veröffentlichungsdatum 1996 macht Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko für zeitlich eingegrenzte Suchen besonders interessant. Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko spricht besonders Nutzer an, die sich für Bücher rund um Sachbuch interessieren. Dass Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko in Deutsch erschienen ist, erleichtert die gezielte Auswahl für sprachspezifische Recherchen.
Thematische Einordnung von Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko
Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko lässt sich inhaltlich innerhalb von Sachbuch verorten und wird in der Beschreibung wie folgt umrissen: Manuela Vergoossen „Zeitstrukturen und Zeitmotive im französischen Rokoko“ Aachen, (Verlag der Augustinus Buchhandlung) 1996 (Tel. & Fax 0241-23948) Paperback, 277 Seiten, 142 schw./w. Abbildungen, 79,- DM ISBN 3-925038-00-0 Die Suche nach der Zeit im Bild erscheint auf den ersten Blick als paradoxes Vorhaben, weil traditionelle Tafelbilder statische Objekte sind. Gerade an Bild-Beispielen des französischen Rokoko läßt sich aber zeigen, daß auch zweidimensional fixierte Imaginationen unter ganz spezifischen Kriterien Bewegung, Dynamik und Zeitabläufe suggerieren können. Ursache dafür ist die Gestaltung von Rokoko-Bildern auf der Basis des Rocaille-Ornamentes, das als stilistisches Konglomerat von Muschelmotiven immer schon die Spannungsfelder von Gegensätzen verbindet, z.B. von Abstraktion und Gegenständlichkeit, innen und außen, Verkleinerung wie Vergrößerung, Natürliches wie Artifizielles, Bewegung wie Erstarrung. Visuelle Übergänge und Sprünge sind die Konsequenzen dieserer ornamentalen Multivalenz. Und auch Kunst und Natur vereinigen sich in der Rocaille zu mehrdeutigen Synthesen. Denn ihre Motive - Brunnen, Grotten, Bühnenkulissen und Ruinen, also Motive der sogenannten „architectures parlante“ bzw. „lebenden Architektur“ sind als „Bildinhalte“ ebenso „schillernd“ wie die amorphen und uneindeutigen Kontexte, in denen sie erscheinen. Zu den strukturellen Verunklärungen der „Rocaille“ gehören zum Beispiel groteske Verdrehungen zwischen Bildrand- und zentrum, Bildhintergrund und -vordergrund, zwischen ornamentalen und traditionellen Bildkriterien. Besonders die Entwurfsgraphiken Juste Aurèle Meissonniers und die Bilder Antoine Watteaus sind für die metamorphotische, „zwittrige“ und dadurch Bewegung suggerierende Logik von Rokokobildern auf der Basis von Rocaille-Strukturen aufschlußreich. Die Konfrontation verschiedener Bildlogiken führt zu einer Verunsicherung, aber auch spielerischen Beteiligung des Betrachters, dessen Erlebniszeit von der Indifferenz der Rocaille-Bilder gefangen wird. Das heißt, im Sinn des im ausklingenden Rokoko durch Rousseau thematisierten und von Fragonard in die Malerei aufgenommenen Pygmalionmythos (der Belebung der steinernen Galathea-Statue durch den in sie verliebten Erzeuger Pygmalion) wird der Betrachter durch seine Vertiefung ins künstlerische Objekt zum „Verlebendiger“. „Lebende Statuen“ erscheinen bei Watteau und Fragonard in diesem Zusammenhang nicht nur als affektvermittelnde Ausdruckskürzel, sie symbolisieren auch, welche Wirkung die Betrachtervorstellung auf die Kunst ausüben kann, nämlich - durch emotionale Anteilnahme - die Belebung der artifiziellen Erstarrung. Das Geflecht des mit der Rocaille zu Beginn des Jahrhunderts aufkeimenden Motiv- und Formenrepertoires, dessen Stil sich über die Zeit der Régence und des Louis Quinze bis zur französischen Revolution generiert und schließlich als Ausdruck aristokratischer Décadence mit dem französischen Adel seine formale „Exekution“ erfährt, erscheint im Licht einer postmodernen Mediendiskussion um das von Umberto Eco sogenannte „offene Kunstwerk“ oder im Zuge mit natursimulierenden, visuell dargestellten Fraktalen mit neuer Aktualität. Auch das Rezipientenverhalten zeigt in der Moderne eine Entwicklung, die in der Akzentverschiebung vom künstlerischen Objekt auf die Rolle des ideell beteiligten zum Schöpfer „geadelten“ Betrachters im ausklingenden 18. Jahrhundert erste Impulse erfahren hat. In der hier vorgestellten, sowohl kunsttheoretische wie ikonographische Aspekte berücksichtigenden Dissertation, die im Juni 1997 mit der Borchers-Plakette ausgezeichnet worden ist, gewinnen auch Konturen dieser Umkehrung der historischen Perspektive Gestalt Die vorhandenen Tags verdichten die inhaltliche Einordnung des Buches zusätzlich: Themes, motives, Rococo Art, French Art, Time in art
Wichtige Kennzeichen dieser Ausgabe
Verlag, Ort und Datum - Verlag der Augustinus Buchhandlung, Aachen und 1996 - bilden zusammen einen wichtigen bibliografischen Kern dieses Datensatzes. Auch externe Referenzen sind vorhanden: Die Work-ID lautet OL13265302W, die zugehörigen Editions-IDs sind OL20955372M.
Wichtige Buchdaten im Überblick
- Open-Library-Work-ID: OL13265302W
- Verfasst von: Manuela Vergoossen
- Open-Library-Editions-IDs: OL20955372M
- Primäre Kategorie: Sachbuch
- Verlag: Verlag der Augustinus Buchhandlung
- Buchtitel: Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko
- Verlagsort: Aachen
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-10): 3925038000
- Verfügbare Sprache dieser Ausgabe: Deutsch
- Schlagwörter: Themes, motives, Rococo Art, French Art, Time in art
- Kurzbeschreibung: Manuela Vergoossen „Zeitstrukturen und Zeitmotive im französischen Rokoko“ Aachen, (Verlag der Augustinus Buchhandlung) 1996 (Tel. & Fax 0241-23948) Paperback, 277 Seiten, 142 schw./w. Abbildungen, 79,- DM ISBN 3-925038-00-0 Die Suche nach der Zeit im Bild erscheint auf den ersten Blick als paradoxes Vorhaben, weil traditionelle Tafelbilder statische Objekte sind. Gerade an Bild-Beispielen des französischen Rokoko läßt sich aber zeigen, daß auch zweidimensional fixierte Imaginationen unter ganz spezifischen Kriterien Bewegung, Dynamik und Zeitabläufe suggerieren können. Ursache dafür ist die Gestaltung von Rokoko-Bildern auf der Basis des Rocaille-Ornamentes, das als stilistisches Konglomerat von Muschelmotiven immer schon die Spannungsfelder von Gegensätzen verbindet, z.B. von Abstraktion und Gegenständlichkeit, innen und außen, Verkleinerung wie Vergrößerung, Natürliches wie Artifizielles, Bewegung wie Erstarrung. Visuelle Übergänge und Sprünge sind die Konsequenzen dieserer ornamentalen Multivalenz. Und auch Kunst und Natur vereinigen sich in der Rocaille zu mehrdeutigen Synthesen. Denn ihre Motive - Brunnen, Grotten, Bühnenkulissen und Ruinen, also Motive der sogenannten „architectures parlante“ bzw. „lebenden Architektur“ sind als „Bildinhalte“ ebenso „schillernd“ wie die amorphen und uneindeutigen Kontexte, in denen sie erscheinen. Zu den strukturellen Verunklärungen der „Rocaille“ gehören zum Beispiel groteske Verdrehungen zwischen Bildrand- und zentrum, Bildhintergrund und -vordergrund, zwischen ornamentalen und traditionellen Bildkriterien. Besonders die Entwurfsgraphiken Juste Aurèle Meissonniers und die Bilder Antoine Watteaus sind für die metamorphotische, „zwittrige“ und dadurch Bewegung suggerierende Logik von Rokokobildern auf der Basis von Rocaille-Strukturen aufschlußreich. Die Konfrontation verschiedener Bildlogiken führt zu einer Verunsicherung, aber auch spielerischen Beteiligung des Betrachters, dessen Erlebniszeit von der Indifferenz der Rocaille-Bilder gefangen wird. Das heißt, im Sinn des im ausklingenden Rokoko durch Rousseau thematisierten und von Fragonard in die Malerei aufgenommenen Pygmalionmythos (der Belebung der steinernen Galathea-Statue durch den in sie verliebten Erzeuger Pygmalion) wird der Betrachter durch seine Vertiefung ins künstlerische Objekt zum „Verlebendiger“. „Lebende Statuen“ erscheinen bei Watteau und Fragonard in diesem Zusammenhang nicht nur als affektvermittelnde Ausdruckskürzel, sie symbolisieren auch, welche Wirkung die Betrachtervorstellung auf die Kunst ausüben kann, nämlich - durch emotionale Anteilnahme - die Belebung der artifiziellen Erstarrung. Das Geflecht des mit der Rocaille zu Beginn des Jahrhunderts aufkeimenden Motiv- und Formenrepertoires, dessen Stil sich über die Zeit der Régence und des Louis Quinze bis zur französischen Revolution generiert und schließlich als Ausdruck aristokratischer Décadence mit dem französischen Adel seine formale „Exekution“ erfährt, erscheint im Licht einer postmodernen Mediendiskussion um das von Umberto Eco sogenannte „offene Kunstwerk“ oder im Zuge mit natursimulierenden, visuell dargestellten Fraktalen mit neuer Aktualität. Auch das Rezipientenverhalten zeigt in der Moderne eine Entwicklung, die in der Akzentverschiebung vom künstlerischen Objekt auf die Rolle des ideell beteiligten zum Schöpfer „geadelten“ Betrachters im ausklingenden 18. Jahrhundert erste Impulse erfahren hat. In der hier vorgestellten, sowohl kunsttheoretische wie ikonographische Aspekte berücksichtigenden Dissertation, die im Juni 1997 mit der Borchers-Plakette ausgezeichnet worden ist, gewinnen auch Konturen dieser Umkehrung der historischen Perspektive Gestalt
- Veröffentlicht am: 1996
- Umfang: 277 Seiten
Auffindbarkeit und bibliografische Präzision
Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko profitiert für die Auffindbarkeit besonders von der Verbindung zwischen Manuela Vergoossen, Sachbuch und den Tags Themes, motives, Rococo Art, French Art, Time in art, weil dadurch eine starke semantische Einordnung entsteht.
Wichtige Fragen zu Inhalt und Ausgabe
In welcher Sprache liegt das Buch vor?
Die Ausgabe ist in Deutsch verfügbar; thematisch unterstützen zusätzlich die Tags Themes, motives, Rococo Art, French Art, Time in art bei der Einordnung.
Welche Inhalte beschreibt die Kurzbeschreibung?
Die vorhandene Beschreibung lautet: Manuela Vergoossen „Zeitstrukturen und Zeitmotive im französischen Rokoko“ Aachen, (Verlag der Augustinus Buchhandlung) 1996 (Tel. & Fax 0241-23948) Paperback, 277 Seiten, 142 schw./w. Abbildungen, 79,- DM ISBN 3-925038-00-0 Die Suche nach der Zeit im Bild erscheint auf den ersten Blick als paradoxes Vorhaben, weil traditionelle Tafelbilder statische Objekte sind. Gerade an Bild-Beispielen des französischen Rokoko läßt sich aber zeigen, daß auch zweidimensional fixierte Imaginationen unter ganz spezifischen Kriterien Bewegung, Dynamik und Zeitabläufe suggerieren können. Ursache dafür ist die Gestaltung von Rokoko-Bildern auf der Basis des Rocaille-Ornamentes, das als stilistisches Konglomerat von Muschelmotiven immer schon die Spannungsfelder von Gegensätzen verbindet, z.B. von Abstraktion und Gegenständlichkeit, innen und außen, Verkleinerung wie Vergrößerung, Natürliches wie Artifizielles, Bewegung wie Erstarrung. Visuelle Übergänge und Sprünge sind die Konsequenzen dieserer ornamentalen Multivalenz. Und auch Kunst und Natur vereinigen sich in der Rocaille zu mehrdeutigen Synthesen. Denn ihre Motive - Brunnen, Grotten, Bühnenkulissen und Ruinen, also Motive der sogenannten „architectures parlante“ bzw. „lebenden Architektur“ sind als „Bildinhalte“ ebenso „schillernd“ wie die amorphen und uneindeutigen Kontexte, in denen sie erscheinen. Zu den strukturellen Verunklärungen der „Rocaille“ gehören zum Beispiel groteske Verdrehungen zwischen Bildrand- und zentrum, Bildhintergrund und -vordergrund, zwischen ornamentalen und traditionellen Bildkriterien. Besonders die Entwurfsgraphiken Juste Aurèle Meissonniers und die Bilder Antoine Watteaus sind für die metamorphotische, „zwittrige“ und dadurch Bewegung suggerierende Logik von Rokokobildern auf der Basis von Rocaille-Strukturen aufschlußreich. Die Konfrontation verschiedener Bildlogiken führt zu einer Verunsicherung, aber auch spielerischen Beteiligung des Betrachters, dessen Erlebniszeit von der Indifferenz der Rocaille-Bilder gefangen wird. Das heißt, im Sinn des im ausklingenden Rokoko durch Rousseau thematisierten und von Fragonard in die Malerei aufgenommenen Pygmalionmythos (der Belebung der steinernen Galathea-Statue durch den in sie verliebten Erzeuger Pygmalion) wird der Betrachter durch seine Vertiefung ins künstlerische Objekt zum „Verlebendiger“. „Lebende Statuen“ erscheinen bei Watteau und Fragonard in diesem Zusammenhang nicht nur als affektvermittelnde Ausdruckskürzel, sie symbolisieren auch, welche Wirkung die Betrachtervorstellung auf die Kunst ausüben kann, nämlich - durch emotionale Anteilnahme - die Belebung der artifiziellen Erstarrung. Das Geflecht des mit der Rocaille zu Beginn des Jahrhunderts aufkeimenden Motiv- und Formenrepertoires, dessen Stil sich über die Zeit der Régence und des Louis Quinze bis zur französischen Revolution generiert und schließlich als Ausdruck aristokratischer Décadence mit dem französischen Adel seine formale „Exekution“ erfährt, erscheint im Licht einer postmodernen Mediendiskussion um das von Umberto Eco sogenannte „offene Kunstwerk“ oder im Zuge mit natursimulierenden, visuell dargestellten Fraktalen mit neuer Aktualität. Auch das Rezipientenverhalten zeigt in der Moderne eine Entwicklung, die in der Akzentverschiebung vom künstlerischen Objekt auf die Rolle des ideell beteiligten zum Schöpfer „geadelten“ Betrachters im ausklingenden 18. Jahrhundert erste Impulse erfahren hat. In der hier vorgestellten, sowohl kunsttheoretische wie ikonographische Aspekte berücksichtigenden Dissertation, die im Juni 1997 mit der Borchers-Plakette ausgezeichnet worden ist, gewinnen auch Konturen dieser Umkehrung der historischen Perspektive Gestalt
Wie lässt sich Zeitstrukturen und Zeitmotive in Graphik und Malerei des französischen Rokoko thematisch einordnen?
Die Ausgabe wird dem Bereich Sachbuch zugeordnet und ist damit für thematisch fokussierte Recherchen gut geeignet.
Welche Verlagsangaben sind vorhanden?
Hinterlegt sind das Erscheinungsdatum 1996, der Verlag Verlag der Augustinus Buchhandlung und der Verlagsort Aachen.
Externe Links
Hier findest du weitere ausgewählte Links.
