Paul Celans pneumatisches Judentum | Informationen zu Inhalt und Ausgabe
23/07/2026
Lesedauer: 26 min
Paul Celans pneumatisches Judentum von Lydia Koelle auf einen Blick: Buchprofil, Inhalt und zentrale Daten. Klicke für klare Fakten statt vager Kurztexte.
Paul Celans pneumatisches Judentum im Überblick
Mit Paul Celans pneumatisches Judentum liegt ein Buch von Lydia Koelle vor, das der Kategorie Sachbuch zugeordnet wird und sich für alle eignet, die gezielt nach Literatur mit diesem Schwerpunkt suchen. Der Untertitel Gott-Rede und menschliche Existenz nach der Shoah ergänzt den Haupttitel Paul Celans pneumatisches Judentum sinnvoll und gibt bereits früh einen konkreten Hinweis auf die inhaltliche Ausrichtung des Buches. Aus der Buchbeschreibung zu Paul Celans pneumatisches Judentum ergibt sich ein klares Bild der thematischen Schwerpunkte: Die theologische Begegnung mit dem jüdischen Dichter Paul Celan führt fast zwangsläufig zur Theodizeefrage und zum Problem des Gottesverständnisses nach Auschwitz, denn die Vernichtung der Juden durch die Nazis ist das historische Datum, von dem Celans Dichtung sich herschreibt und das sie angesichts des Unfaßbaren oft nur stammeln und lallen läßt. Aus dem Werk des Dichters soll, so Lydia Koelle, nicht einfach eine theologische Theorie herausdestilliert werden, aber die Traditionen sind zu benennen, in denen Celan im Wieder- und Gegenlesen der religiösen Überlieferungen von Judentum und Christentum seinen geistigen Standpunkt bestimmt. Paul Celan hat seine Gedichte einmal als *Geschenke an die Aufmerksamen* bezeichnet. Sie sind ein verzweifeltes Gespräch, ausgerichtet auf einen ebenso realen wie utopischen Gesprächspartner. Diese Ambivalenz von Realem und Utopischem, Immanentem und Transzendentem, stellt die Autorin bei Celan häufig fest, etwa in dessen Rede von letzter Dinglichkeit, eine Formulierung, die an die theologische Lehre von den letzten Dingen erinnert und dabei dem sinnlich-Realen verbunden bleibt. Oder ganz zentral in dem Motiv des Atems: Atem als elementarer Ausdruck des Kreatürlichen und zugleich als Medium des Geistes, wie das hebräische ruah und auf andere Weise das griechische pneuma nahelegen. Der Begriff pneumatisch charakterisiert für die Autorin am besten, wie Celans individuelles Jüdischsein zu verstehen ist. In Celans Werk wird Jüdisches zwar auch thematisch behandelt, es kommen Motive und Topoi der jüdischen Tradition vor; entscheidend aber ist, daß sein Judesein sich gleichsam als etwas geistig und sinnlich Existentielles vollzieht, in seinem Dichten wie in seiner gesamten Existenz: Das Medium seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum sei seine Dichtung, betonte Celan. Um dieses pneumatisch Jüdische bei Celan etwas näher zu bestimmen, ist es nötig, auf eine methodische Eigenheit von Lydia Koelles Buch näher einzugehen. Celan interessiert Lydia Koelle nicht nur als Dichter, sondern auch als Leser. Viele ihrer Aussagen stützen sich auf Unterstreichungen und Anmerkungen in Celans Büchern. Vor allem in den sechziger Jahren fällt die intensive Beschäftigung Celans mit jüdischer Religionsphilophie auf. Durch Werke von Martin Buber, Franz Rosenzweig, Hugo Bergmann, Gershom Scholem u. a. gelangt er zu einem tiefen und zugleich sehr subjektiven Verständnis der jüdischen Mystik und des Chassidismus. Besonders inspiriert hat Celan der Gedanke der Zurücknahme und der Selbstbegrenzung Gottes, wie er sich schon in der Kabbala und modifiziert bei modernen jüdischen Autoren wie Buber und Bergmann findet, nicht zuletzt auch bei dem Philosophen Hans Jonas. „Gott selbst liefert sich also der Welt aus und muß durch den Menschen erlöst werden.“ Diese Idee, die aufs erste spekulativ erscheinen mag, ist Resultat der schmerzlichen Erfahrung der Macht- und Tatenlosigkeit Gottes angesichts der Massenvernichtung. Paul Celans Gedichte bleiben — bei aller Radikalität des sprachlichen Ausdrucks — überkommenen jüdischen und christlichen Motiven der Deutung von Geschichte, Welt und Mensch verpflichtet. Manche der zitierten religionsphilosophischen Positionen bleiben etwas unvermittelt nebeneinander stehen, wie etwa die von Hans Jonas und Irving Greenberg. Schwerer wiegt, daß gelegentlich der Eindruck der Überidentifikation der Autorin mit der Dichtung Celans entsteht. Bei aller Wertschätzung der Dichtung als Ort theologischer Erkenntnis kommt der kritische Aspekt etwas zu kurz. Von Celans zerbrochener lyrischer Rede kann Theologie gewissermaßen das Stammeln lernen. Um verantwortliche Gott-Rede muß, wie um das dichterische Wort, stets aufs neue gerungen werden. Eine Theologie nach Auschwitz wird nur glaubwürdig sein, wenn es ihr immer wieder die Sprache verschlägt. Daß das umfangreiche Werk weder ein Begriffs- noch ein Namenregister, noch ein Verzeichnis der behandelten Texte Celans enthält, macht gezieltes Nachschlagen leider unmöglich. Lydia Koelles Buch bietet eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung für alle, die an moderner Lyrik und Religion interessiert sind. (Quelle: [Freiburger Rundbrief](https://www.freiburger-rundbrief.de/de/item_547.html)) Bibliografisch ist Paul Celans pneumatisches Judentum mit dem Erscheinungsdatum 1997, dem Verlag Matthias-Grünewald-Verlag und dem Ort Mainz, Germany erfasst.
Einordnung nach Autor, Thema und Ausgabe
Gerade wer nach Werken von Lydia Koelle sucht, sollte Paul Celans pneumatisches Judentum näher betrachten. Paul Celans pneumatisches Judentum liegt in Deutsch vor, was für die inhaltliche Nutzung ebenso wichtig ist wie für die bibliografische Suche. Paul Celans pneumatisches Judentum spricht besonders Nutzer an, die sich für Bücher rund um Sachbuch interessieren. Mit Matthias-Grünewald-Verlag in Mainz, Germany ist die verlegerische Zuordnung der Ausgabe klar nachvollziehbar. Auch das Veröffentlichungsdatum 1997 macht Paul Celans pneumatisches Judentum für zeitlich eingegrenzte Suchen besonders interessant.
Inhalte, Themen und Relevanz
Im thematischen Kontext von Sachbuch setzt Paul Celans pneumatisches Judentum laut Beschreibung auf folgende Schwerpunkte: Die theologische Begegnung mit dem jüdischen Dichter Paul Celan führt fast zwangsläufig zur Theodizeefrage und zum Problem des Gottesverständnisses nach Auschwitz, denn die Vernichtung der Juden durch die Nazis ist das historische Datum, von dem Celans Dichtung sich herschreibt und das sie angesichts des Unfaßbaren oft nur stammeln und lallen läßt. Aus dem Werk des Dichters soll, so Lydia Koelle, nicht einfach eine theologische Theorie herausdestilliert werden, aber die Traditionen sind zu benennen, in denen Celan im Wieder- und Gegenlesen der religiösen Überlieferungen von Judentum und Christentum seinen geistigen Standpunkt bestimmt. Paul Celan hat seine Gedichte einmal als *Geschenke an die Aufmerksamen* bezeichnet. Sie sind ein verzweifeltes Gespräch, ausgerichtet auf einen ebenso realen wie utopischen Gesprächspartner. Diese Ambivalenz von Realem und Utopischem, Immanentem und Transzendentem, stellt die Autorin bei Celan häufig fest, etwa in dessen Rede von letzter Dinglichkeit, eine Formulierung, die an die theologische Lehre von den letzten Dingen erinnert und dabei dem sinnlich-Realen verbunden bleibt. Oder ganz zentral in dem Motiv des Atems: Atem als elementarer Ausdruck des Kreatürlichen und zugleich als Medium des Geistes, wie das hebräische ruah und auf andere Weise das griechische pneuma nahelegen. Der Begriff pneumatisch charakterisiert für die Autorin am besten, wie Celans individuelles Jüdischsein zu verstehen ist. In Celans Werk wird Jüdisches zwar auch thematisch behandelt, es kommen Motive und Topoi der jüdischen Tradition vor; entscheidend aber ist, daß sein Judesein sich gleichsam als etwas geistig und sinnlich Existentielles vollzieht, in seinem Dichten wie in seiner gesamten Existenz: Das Medium seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum sei seine Dichtung, betonte Celan. Um dieses pneumatisch Jüdische bei Celan etwas näher zu bestimmen, ist es nötig, auf eine methodische Eigenheit von Lydia Koelles Buch näher einzugehen. Celan interessiert Lydia Koelle nicht nur als Dichter, sondern auch als Leser. Viele ihrer Aussagen stützen sich auf Unterstreichungen und Anmerkungen in Celans Büchern. Vor allem in den sechziger Jahren fällt die intensive Beschäftigung Celans mit jüdischer Religionsphilophie auf. Durch Werke von Martin Buber, Franz Rosenzweig, Hugo Bergmann, Gershom Scholem u. a. gelangt er zu einem tiefen und zugleich sehr subjektiven Verständnis der jüdischen Mystik und des Chassidismus. Besonders inspiriert hat Celan der Gedanke der Zurücknahme und der Selbstbegrenzung Gottes, wie er sich schon in der Kabbala und modifiziert bei modernen jüdischen Autoren wie Buber und Bergmann findet, nicht zuletzt auch bei dem Philosophen Hans Jonas. „Gott selbst liefert sich also der Welt aus und muß durch den Menschen erlöst werden.“ Diese Idee, die aufs erste spekulativ erscheinen mag, ist Resultat der schmerzlichen Erfahrung der Macht- und Tatenlosigkeit Gottes angesichts der Massenvernichtung. Paul Celans Gedichte bleiben — bei aller Radikalität des sprachlichen Ausdrucks — überkommenen jüdischen und christlichen Motiven der Deutung von Geschichte, Welt und Mensch verpflichtet. Manche der zitierten religionsphilosophischen Positionen bleiben etwas unvermittelt nebeneinander stehen, wie etwa die von Hans Jonas und Irving Greenberg. Schwerer wiegt, daß gelegentlich der Eindruck der Überidentifikation der Autorin mit der Dichtung Celans entsteht. Bei aller Wertschätzung der Dichtung als Ort theologischer Erkenntnis kommt der kritische Aspekt etwas zu kurz. Von Celans zerbrochener lyrischer Rede kann Theologie gewissermaßen das Stammeln lernen. Um verantwortliche Gott-Rede muß, wie um das dichterische Wort, stets aufs neue gerungen werden. Eine Theologie nach Auschwitz wird nur glaubwürdig sein, wenn es ihr immer wieder die Sprache verschlägt. Daß das umfangreiche Werk weder ein Begriffs- noch ein Namenregister, noch ein Verzeichnis der behandelten Texte Celans enthält, macht gezieltes Nachschlagen leider unmöglich. Lydia Koelles Buch bietet eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung für alle, die an moderner Lyrik und Religion interessiert sind. (Quelle: [Freiburger Rundbrief](https://www.freiburger-rundbrief.de/de/item_547.html)) Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis zeigt die thematische Struktur der Ausgabe: Vorwort und Danksagung | Einleitung | „Abtrünnig erst bin ich treu“ (P. Celan). Der Widerspruch | Zum Dialog von Theologie und Kunst | „Wurzel Abrahams. Wurzel Jesse“. Paul Celan und der jüdisch-christliche Dialog nach der Shoah | Zum Gang dieser Studie | Die unreimbare Zeile. Hermeneutische Standortbestimmungen | Die unreimbare Zeile „Gott, Welt, Mensch“ | Dichtung, um das Trennende unerträglich zu machen | Das natürliche Gebet der Seele | Unter dem Anspruch des Absoluten | Letztdinglichkeit | Der Kampf ums „Stehen“ und „Bestehen“ im „Wahren“ und „Unwiderlegbaren“ | „Einverständnis mit dem Engel, unsere allererste Sorge …“ | „Ich liebe, ich hoffe, ich glaube, –“ | Gott-Rede und menschliche Existenz nach der Shoah | „… nicht ohne Hoffnung auf ein menschliches Heute und Morgen“ | ERSTER TEIL | Pneumatisches Judentum | Ein bukowinischer Jude in Paris | „Meine Gedichte implizieren mein Judentum“ | „Jüdisches“: Judaica-Lektüre; Rundfunkinterview für Kol Israel; Briefe an Gershom Schocken und Gideon Kraft | „Vom jüdischen Sein“. Pneuma und ruach nach F. Rosenzweig | „Ketzergedanken“? „Deutschtum“ und „Judentum“ bei Gustav Landauer | Die fortgesetzte Verfolgung. Celan und die antisemitischen Tendenzen im deutschen Literaturbetrieb | Theologie von der Verwirklichung Gottes, oder: Das Schicksal Gottes hängt von der Welt ab. Paul Celan liest Hugo Bergmann und Martin Buber | Die Erinnerungswunde. Verewigung im Eingedenken | Die rückwärtsgesprochenen Namen. Hebraismen und Hebraisierung der poetischen Sprache bei Paul Celan | „Kinderhebräisch“ | „Tochter der Stimme unseres Schmerzes“. Knochen-Hebräisch | Die rückwärtsgesprochenen Namen | Hebraisierung der poetischen Sprache. Hebräisches Sprachdenken bei Paul Celan | Hebräisches Sprachdenken als Weg der Re-Judaisierung bei Franz Rosenzweig | Hebraisierung der deutschen Sprache. Anmerkungen zur Buber-Rosenzweigschen Bibelverdeutschung | Celans „veritas hebraicd' | Poetik des Ephemeren. Celans „Atemwende“ | Celan lesen. Bedingungen und Voraussetzungen des Verstehens | Tradition und Erinnerung. Zur Bewertung und zur Funktion des Zitats bei Paul Celan | Offen – opak. Literarische Hermetik in Celans Werk | Exterritorial. Paul Celan als Dichter einer neuen Wirklichkeit | Zur Dichtungskonzeption der Meridian-Rede | Dichtung, die die Gegenwart des Menschlichen bezeugt | Dichtung, die sich im Durchgang durch die Kunst wieder freisetzt | Dichtung als Suspendierung und Zäsur des Dichterischen. Die „Majestät des Absurden“ | Dichtung unter dem Neigungswinkel der Kreatürlichkeit. Eine „Poetik des Ephemeren“ | „Dichtung diese Unendlichsprechung von lauter Sterblichkeit und Umsonst!“ | Mit dem eigenen Dasein zur Sprache gehen. Kreatürliche Wege der Selbstbegegnung am Beispiel zweier Gedichte aus Atemwende und Lichtzwang | Celan und Shakespeares „King Lear“. Zum Gedicht Give the Word | Celan im Pariser Atelier von Constantin Brancusi. Zum Gedicht Bei Brancusi, zu zweit | Die „Wunde der Sinnlichkeit“: Dichtung im Bewußtsein ihrer Ausgesetztheit und Vergänglichkeit. Eine Zusammenfassung | „Zu dir hin.“ Das Eckhart-Triptychon in Lichtzwang | Die mystischen Schriften Meister Eckharts als literarische und erkenntnistheoretische Vorlage für Celans drei Schlußgedichte | Die Eckhart-Ausgabe Gustav Landauers – Celans Inspiration? | „Lyrik ist Mystik“. Dichtung als Artikulation der „cognitio (Dei) experimentalis“ 173 | Die „Vorschrift“ Meister Eckharts | Inthoeget got. Menschwerdung und Enthöhung Gottes. Zum Gedicht Treckschutenzeit | Selbstentäußerung und Erniedrigung als Theologumena des Philipper-Hymnus | Die Enthöhungsvorstellung in Eckharts Predigt „Beati pauperes spiritu“ | „Todes quitt, Gottes / quitt“. Treckschutenzeit und die amerikanische „Gott-ist-tot-Theologie“ | Gottlosigkeit und Gottverlassenheit. Die Infragestellung des Gottesverhältnisses: Treckschutenzeit und Golgotha | Paul Celan und die „Kreuzigung“ des Isenheimer Altars | Berit und Akedah. Bund und Bindung Israels. Zum Gedicht Du sei wie du | „Nichts ist wie du, nirgends“. Die Erwählung Jerusalems. Anmerkungen zur Textgenese | „… auch wer das Band zerschnitt zu dir hin“, Jerusalem. Die Treue zum Bund | Rückbindung. Das Band der Tradition als Leuchtspur | „Gedenken“ und die Kontinuität des Bundes. Celans Schicksalsgemeinschaft | „Kumi ori Neubeginn im „Licht Jerusalems“ | Holocaust und Bund - Zerstörung und Heimkehr. Eine Zusammenfassung | Gottes Selbstbeschränkung und die Ruhelosigkeit des Glaubens. Zum Gedicht Wirk nicht voraus | Zimzum und der Gottesbegriff nach Auschwitz. Ein theologischer Exkurs | Zimzum und die jüdische Theologie des Holocaust | Zimzum und die christliche Inkamations- und Passionstheologie | Theologische Konsequenzen: Der machtlose Gott und die Verantwortung des Menschen | „Gott gibt die Stimmgabel ab“. Schöpfung und Leiden. Zur Theologie des Eckhart-Triptychons | „Auf der Suche nach sich selbst … eine Art Heimkehr“. Paul Celan in Israel 1969 | Das wieder ins Leben emporgelittene Stück bewohnbarer Erde: Zum Gedicht Denk dir | Zionssehnsucht. Zum Gedicht Mandelnde | Reisestationen und Begegnungen, Celans Lesungen in Jerusalem und Tel Aviv | Jerusalem | Tel Aviv | Voll Ziel und Entfremdung zugleich. Die Fremde der Heimat | Zeitgenössische Rückblicke | Der Versuch, sich Heimat beizubringen | Das Kinderherz | Die Königszäsur. Der Jerusalem-Zyklus im Nachlaßband Zeitgehöft | Interpretation ausgewählter Gedichte des Israel-Zyklus | „Feigensplitter“. Erfüllung und Vereinigung in Jerusalem – Zum Gedicht Es stand | Auflehnung und Ergebung. Absalom und Jesus, die Davidssöhne. Zum Gedicht Die Glut | Das irdische und das himmlische Jerusalem. Zu den Gedichten Du gleißende und Einen Stiefelvoll | „Du gleißende Tochtergeschwulst einer Blendung im All“ | Der letzte Weg | Im „Zeitloch?“ Zum Gedicht Die Posaunenstelle | Tor des Erbarmens. Zum Gedicht Die Pole | „Ein Liebesbündnis gegen das Schicksal“ (E. Fried) – Zum Gedicht Das Fremde | Wende und Zäsur: Das Erlebnis Jerusalem. Eine Zusammenfassung | Celans „Hohelied“. Der Jerusalem-Zyklus als Liebeslyrik? | Der Jerusalem-Zyklus als „religiöse Dichtung“? | End-Gültigkeit. Jerusalem und die Toten des Holocaust | Inversion als poetisches Mittel des Zyklus | Celans Inspiration | ZWEITER TEIL | Gott-Rede und menschliche Existenz nach der Shoah | Die Wunde offenhalten. Leben und Schreiben nach „dem, was geschah“. Einführung | Ultimative Kunst an den Grenzen der Menschlichkeit. Zur Darstellbarkeit des Undarstellbaren. Anmerkungen zu P. Celan, A. Resnais, C. Lanzmann und S. Spielberg | Paul Celan und die jüdische Theologie der Shoah | Das Hiob-Buch Margarete Susmans von 1945 | Margarete Susman und die heutige jüdische Theologie des Holocaust | Paul Celan und Margarete Susman | Paul Celan und die Paradigmen der jüdischen Holocaust-Theologie | „Gott, flüchtig-nah“. Stimmhaftwerden des Unaussprechlichen, transitorisch | „Heiligung des Namens“ und die Erlösung vom Wort: Namenstheologie – jüdische Sprachmystik – Rettung der „mitverbrannten Namen“ | Flüchtige Intensitäten. Transitorische Theophanie im Ephemeren. Paul Celan und das Bilderverbot | Tikkun olam – die Welt zusammenfügen | Einung Gottes und Heilung der Welt. Paul Celan und die jüdische Mystik | Die „Funken der Hoffnung“. Erinnerung und Erlösung | Am Ende: kein Finnin, kein Finale – Plädoyer für eine versehrte Theologie nach der Shoah | Theologische Invalidität | Theologie des Ephemeren | Memoria als gemeinsame Aufgabe von Kunst und Religion | Literaturverzeichnis | Paul Celan | Werke | Briefe und Briefauszüge | Sendungen von und über P. Celan im Israelischen Rundfunk | Übersetzungen ins Hebräische (Auswahl) | Zitierte Literatur aus der Bibliothek Paul Celan; Deutsches Literaturarchiv Marbach/N. (= DLA) | Literatur zu Paul Celan | Allgemeines Literaturverzeichnis Die vorhandenen Tags verdichten die inhaltliche Einordnung des Buches zusätzlich: Religion, Judaism, Influence, Holocaust, Jewish (1939-1945), Judaism in literature Mit einem Umfang von 434 Seiten und dem Format pocket verbindet die Ausgabe inhaltliche Tiefe mit einer klar beschriebenen physischen Form.
Wichtige Kennzeichen dieser Ausgabe
Durch die Kombination aus Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, Germany und 1997 lässt sich die Ausgabe sauber verorten. Die Kombination aus ISBN-10 378671990X und ISBN-13 9783786719908 ermöglicht eine besonders präzise bibliografische Zuordnung. Auch externe Referenzen sind vorhanden: Die Work-ID lautet OL2899960W, die zugehörigen Editions-IDs sind OL777606M.
Bibliografische Daten auf einen Blick
- Internationale Standardbuchnummer (ISBN-10): 378671990X
- Primäre Kategorie: Sachbuch
- Thematische Tags: Religion, Judaism, Influence, Holocaust, Jewish (1939-1945), Judaism in literature
- ISBN-13: 9783786719908
- Externe Work-Referenz: OL2899960W
- Verlag: Matthias-Grünewald-Verlag
- Verzeichnetes Inhaltsverzeichnis: Vorwort und Danksagung | Einleitung | „Abtrünnig erst bin ich treu“ (P. Celan). Der Widerspruch | Zum Dialog von Theologie und Kunst | „Wurzel Abrahams. Wurzel Jesse“. Paul Celan und der jüdisch-christliche Dialog nach der Shoah | Zum Gang dieser Studie | Die unreimbare Zeile. Hermeneutische Standortbestimmungen | Die unreimbare Zeile „Gott, Welt, Mensch“ | Dichtung, um das Trennende unerträglich zu machen | Das natürliche Gebet der Seele | Unter dem Anspruch des Absoluten | Letztdinglichkeit | Der Kampf ums „Stehen“ und „Bestehen“ im „Wahren“ und „Unwiderlegbaren“ | „Einverständnis mit dem Engel, unsere allererste Sorge …“ | „Ich liebe, ich hoffe, ich glaube, –“ | Gott-Rede und menschliche Existenz nach der Shoah | „… nicht ohne Hoffnung auf ein menschliches Heute und Morgen“ | ERSTER TEIL | Pneumatisches Judentum | Ein bukowinischer Jude in Paris | „Meine Gedichte implizieren mein Judentum“ | „Jüdisches“: Judaica-Lektüre; Rundfunkinterview für Kol Israel; Briefe an Gershom Schocken und Gideon Kraft | „Vom jüdischen Sein“. Pneuma und ruach nach F. Rosenzweig | „Ketzergedanken“? „Deutschtum“ und „Judentum“ bei Gustav Landauer | Die fortgesetzte Verfolgung. Celan und die antisemitischen Tendenzen im deutschen Literaturbetrieb | Theologie von der Verwirklichung Gottes, oder: Das Schicksal Gottes hängt von der Welt ab. Paul Celan liest Hugo Bergmann und Martin Buber | Die Erinnerungswunde. Verewigung im Eingedenken | Die rückwärtsgesprochenen Namen. Hebraismen und Hebraisierung der poetischen Sprache bei Paul Celan | „Kinderhebräisch“ | „Tochter der Stimme unseres Schmerzes“. Knochen-Hebräisch | Die rückwärtsgesprochenen Namen | Hebraisierung der poetischen Sprache. Hebräisches Sprachdenken bei Paul Celan | Hebräisches Sprachdenken als Weg der Re-Judaisierung bei Franz Rosenzweig | Hebraisierung der deutschen Sprache. Anmerkungen zur Buber-Rosenzweigschen Bibelverdeutschung | Celans „veritas hebraicd' | Poetik des Ephemeren. Celans „Atemwende“ | Celan lesen. Bedingungen und Voraussetzungen des Verstehens | Tradition und Erinnerung. Zur Bewertung und zur Funktion des Zitats bei Paul Celan | Offen – opak. Literarische Hermetik in Celans Werk | Exterritorial. Paul Celan als Dichter einer neuen Wirklichkeit | Zur Dichtungskonzeption der Meridian-Rede | Dichtung, die die Gegenwart des Menschlichen bezeugt | Dichtung, die sich im Durchgang durch die Kunst wieder freisetzt | Dichtung als Suspendierung und Zäsur des Dichterischen. Die „Majestät des Absurden“ | Dichtung unter dem Neigungswinkel der Kreatürlichkeit. Eine „Poetik des Ephemeren“ | „Dichtung diese Unendlichsprechung von lauter Sterblichkeit und Umsonst!“ | Mit dem eigenen Dasein zur Sprache gehen. Kreatürliche Wege der Selbstbegegnung am Beispiel zweier Gedichte aus Atemwende und Lichtzwang | Celan und Shakespeares „King Lear“. Zum Gedicht Give the Word | Celan im Pariser Atelier von Constantin Brancusi. Zum Gedicht Bei Brancusi, zu zweit | Die „Wunde der Sinnlichkeit“: Dichtung im Bewußtsein ihrer Ausgesetztheit und Vergänglichkeit. Eine Zusammenfassung | „Zu dir hin.“ Das Eckhart-Triptychon in Lichtzwang | Die mystischen Schriften Meister Eckharts als literarische und erkenntnistheoretische Vorlage für Celans drei Schlußgedichte | Die Eckhart-Ausgabe Gustav Landauers – Celans Inspiration? | „Lyrik ist Mystik“. Dichtung als Artikulation der „cognitio (Dei) experimentalis“ 173 | Die „Vorschrift“ Meister Eckharts | Inthoeget got. Menschwerdung und Enthöhung Gottes. Zum Gedicht Treckschutenzeit | Selbstentäußerung und Erniedrigung als Theologumena des Philipper-Hymnus | Die Enthöhungsvorstellung in Eckharts Predigt „Beati pauperes spiritu“ | „Todes quitt, Gottes / quitt“. Treckschutenzeit und die amerikanische „Gott-ist-tot-Theologie“ | Gottlosigkeit und Gottverlassenheit. Die Infragestellung des Gottesverhältnisses: Treckschutenzeit und Golgotha | Paul Celan und die „Kreuzigung“ des Isenheimer Altars | Berit und Akedah. Bund und Bindung Israels. Zum Gedicht Du sei wie du | „Nichts ist wie du, nirgends“. Die Erwählung Jerusalems. Anmerkungen zur Textgenese | „… auch wer das Band zerschnitt zu dir hin“, Jerusalem. Die Treue zum Bund | Rückbindung. Das Band der Tradition als Leuchtspur | „Gedenken“ und die Kontinuität des Bundes. Celans Schicksalsgemeinschaft | „Kumi ori Neubeginn im „Licht Jerusalems“ | Holocaust und Bund - Zerstörung und Heimkehr. Eine Zusammenfassung | Gottes Selbstbeschränkung und die Ruhelosigkeit des Glaubens. Zum Gedicht Wirk nicht voraus | Zimzum und der Gottesbegriff nach Auschwitz. Ein theologischer Exkurs | Zimzum und die jüdische Theologie des Holocaust | Zimzum und die christliche Inkamations- und Passionstheologie | Theologische Konsequenzen: Der machtlose Gott und die Verantwortung des Menschen | „Gott gibt die Stimmgabel ab“. Schöpfung und Leiden. Zur Theologie des Eckhart-Triptychons | „Auf der Suche nach sich selbst … eine Art Heimkehr“. Paul Celan in Israel 1969 | Das wieder ins Leben emporgelittene Stück bewohnbarer Erde: Zum Gedicht Denk dir | Zionssehnsucht. Zum Gedicht Mandelnde | Reisestationen und Begegnungen, Celans Lesungen in Jerusalem und Tel Aviv | Jerusalem | Tel Aviv | Voll Ziel und Entfremdung zugleich. Die Fremde der Heimat | Zeitgenössische Rückblicke | Der Versuch, sich Heimat beizubringen | Das Kinderherz | Die Königszäsur. Der Jerusalem-Zyklus im Nachlaßband Zeitgehöft | Interpretation ausgewählter Gedichte des Israel-Zyklus | „Feigensplitter“. Erfüllung und Vereinigung in Jerusalem – Zum Gedicht Es stand | Auflehnung und Ergebung. Absalom und Jesus, die Davidssöhne. Zum Gedicht Die Glut | Das irdische und das himmlische Jerusalem. Zu den Gedichten Du gleißende und Einen Stiefelvoll | „Du gleißende Tochtergeschwulst einer Blendung im All“ | Der letzte Weg | Im „Zeitloch?“ Zum Gedicht Die Posaunenstelle | Tor des Erbarmens. Zum Gedicht Die Pole | „Ein Liebesbündnis gegen das Schicksal“ (E. Fried) – Zum Gedicht Das Fremde | Wende und Zäsur: Das Erlebnis Jerusalem. Eine Zusammenfassung | Celans „Hohelied“. Der Jerusalem-Zyklus als Liebeslyrik? | Der Jerusalem-Zyklus als „religiöse Dichtung“? | End-Gültigkeit. Jerusalem und die Toten des Holocaust | Inversion als poetisches Mittel des Zyklus | Celans Inspiration | ZWEITER TEIL | Gott-Rede und menschliche Existenz nach der Shoah | Die Wunde offenhalten. Leben und Schreiben nach „dem, was geschah“. Einführung | Ultimative Kunst an den Grenzen der Menschlichkeit. Zur Darstellbarkeit des Undarstellbaren. Anmerkungen zu P. Celan, A. Resnais, C. Lanzmann und S. Spielberg | Paul Celan und die jüdische Theologie der Shoah | Das Hiob-Buch Margarete Susmans von 1945 | Margarete Susman und die heutige jüdische Theologie des Holocaust | Paul Celan und Margarete Susman | Paul Celan und die Paradigmen der jüdischen Holocaust-Theologie | „Gott, flüchtig-nah“. Stimmhaftwerden des Unaussprechlichen, transitorisch | „Heiligung des Namens“ und die Erlösung vom Wort: Namenstheologie – jüdische Sprachmystik – Rettung der „mitverbrannten Namen“ | Flüchtige Intensitäten. Transitorische Theophanie im Ephemeren. Paul Celan und das Bilderverbot | Tikkun olam – die Welt zusammenfügen | Einung Gottes und Heilung der Welt. Paul Celan und die jüdische Mystik | Die „Funken der Hoffnung“. Erinnerung und Erlösung | Am Ende: kein Finnin, kein Finale – Plädoyer für eine versehrte Theologie nach der Shoah | Theologische Invalidität | Theologie des Ephemeren | Memoria als gemeinsame Aufgabe von Kunst und Religion | Literaturverzeichnis | Paul Celan | Werke | Briefe und Briefauszüge | Sendungen von und über P. Celan im Israelischen Rundfunk | Übersetzungen ins Hebräische (Auswahl) | Zitierte Literatur aus der Bibliothek Paul Celan; Deutsches Literaturarchiv Marbach/N. (= DLA) | Literatur zu Paul Celan | Allgemeines Literaturverzeichnis
- Erscheinungsdatum: 1997
- Inhaltliche Kurzcharakteristik: Die theologische Begegnung mit dem jüdischen Dichter Paul Celan führt fast zwangsläufig zur Theodizeefrage und zum Problem des Gottesverständnisses nach Auschwitz, denn die Vernichtung der Juden durch die Nazis ist das historische Datum, von dem Celans Dichtung sich herschreibt und das sie angesichts des Unfaßbaren oft nur stammeln und lallen läßt. Aus dem Werk des Dichters soll, so Lydia Koelle, nicht einfach eine theologische Theorie herausdestilliert werden, aber die Traditionen sind zu benennen, in denen Celan im Wieder- und Gegenlesen der religiösen Überlieferungen von Judentum und Christentum seinen geistigen Standpunkt bestimmt. Paul Celan hat seine Gedichte einmal als *Geschenke an die Aufmerksamen* bezeichnet. Sie sind ein verzweifeltes Gespräch, ausgerichtet auf einen ebenso realen wie utopischen Gesprächspartner. Diese Ambivalenz von Realem und Utopischem, Immanentem und Transzendentem, stellt die Autorin bei Celan häufig fest, etwa in dessen Rede von letzter Dinglichkeit, eine Formulierung, die an die theologische Lehre von den letzten Dingen erinnert und dabei dem sinnlich-Realen verbunden bleibt. Oder ganz zentral in dem Motiv des Atems: Atem als elementarer Ausdruck des Kreatürlichen und zugleich als Medium des Geistes, wie das hebräische ruah und auf andere Weise das griechische pneuma nahelegen. Der Begriff pneumatisch charakterisiert für die Autorin am besten, wie Celans individuelles Jüdischsein zu verstehen ist. In Celans Werk wird Jüdisches zwar auch thematisch behandelt, es kommen Motive und Topoi der jüdischen Tradition vor; entscheidend aber ist, daß sein Judesein sich gleichsam als etwas geistig und sinnlich Existentielles vollzieht, in seinem Dichten wie in seiner gesamten Existenz: Das Medium seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum sei seine Dichtung, betonte Celan. Um dieses pneumatisch Jüdische bei Celan etwas näher zu bestimmen, ist es nötig, auf eine methodische Eigenheit von Lydia Koelles Buch näher einzugehen. Celan interessiert Lydia Koelle nicht nur als Dichter, sondern auch als Leser. Viele ihrer Aussagen stützen sich auf Unterstreichungen und Anmerkungen in Celans Büchern. Vor allem in den sechziger Jahren fällt die intensive Beschäftigung Celans mit jüdischer Religionsphilophie auf. Durch Werke von Martin Buber, Franz Rosenzweig, Hugo Bergmann, Gershom Scholem u. a. gelangt er zu einem tiefen und zugleich sehr subjektiven Verständnis der jüdischen Mystik und des Chassidismus. Besonders inspiriert hat Celan der Gedanke der Zurücknahme und der Selbstbegrenzung Gottes, wie er sich schon in der Kabbala und modifiziert bei modernen jüdischen Autoren wie Buber und Bergmann findet, nicht zuletzt auch bei dem Philosophen Hans Jonas. „Gott selbst liefert sich also der Welt aus und muß durch den Menschen erlöst werden.“ Diese Idee, die aufs erste spekulativ erscheinen mag, ist Resultat der schmerzlichen Erfahrung der Macht- und Tatenlosigkeit Gottes angesichts der Massenvernichtung. Paul Celans Gedichte bleiben — bei aller Radikalität des sprachlichen Ausdrucks — überkommenen jüdischen und christlichen Motiven der Deutung von Geschichte, Welt und Mensch verpflichtet. Manche der zitierten religionsphilosophischen Positionen bleiben etwas unvermittelt nebeneinander stehen, wie etwa die von Hans Jonas und Irving Greenberg. Schwerer wiegt, daß gelegentlich der Eindruck der Überidentifikation der Autorin mit der Dichtung Celans entsteht. Bei aller Wertschätzung der Dichtung als Ort theologischer Erkenntnis kommt der kritische Aspekt etwas zu kurz. Von Celans zerbrochener lyrischer Rede kann Theologie gewissermaßen das Stammeln lernen. Um verantwortliche Gott-Rede muß, wie um das dichterische Wort, stets aufs neue gerungen werden. Eine Theologie nach Auschwitz wird nur glaubwürdig sein, wenn es ihr immer wieder die Sprache verschlägt. Daß das umfangreiche Werk weder ein Begriffs- noch ein Namenregister, noch ein Verzeichnis der behandelten Texte Celans enthält, macht gezieltes Nachschlagen leider unmöglich. Lydia Koelles Buch bietet eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung für alle, die an moderner Lyrik und Religion interessiert sind. (Quelle: [Freiburger Rundbrief](https://www.freiburger-rundbrief.de/de/item_547.html))
- Titel: Paul Celans pneumatisches Judentum
- Maße der Ausgabe: 23 x x cm
- Ort der Veröffentlichung: Mainz, Germany
- Ergänzender Titelzusatz: Gott-Rede und menschliche Existenz nach der Shoah
- Sprache: Deutsch
- Ausgabeform: pocket
- Externe Editionsreferenzen: OL777606M
- Seitenzahl: 434
- Verfasst von: Lydia Koelle
Relevanz für Suche und Einordnung
Paul Celans pneumatisches Judentum profitiert für die Auffindbarkeit besonders von der Verbindung zwischen Lydia Koelle, Sachbuch und den Tags Religion, Judaism, Influence, Holocaust, Jewish (1939-1945), Judaism in literature, weil dadurch eine starke semantische Einordnung entsteht. Eindeutige Referenzdaten wie 378671990X, 9783786719908 und OL2899960W verbessern die bibliografische Verlässlichkeit zusätzlich.
Wichtige Fragen zu Inhalt und Ausgabe
Wie lässt sich die Ausgabe eindeutig identifizieren?
Die eindeutige Identifikation erfolgt unter anderem über die ISBN-10 378671990X und die ISBN-13 9783786719908.
Was sagt die Beschreibung über das Buch aus?
Die theologische Begegnung mit dem jüdischen Dichter Paul Celan führt fast zwangsläufig zur Theodizeefrage und zum Problem des Gottesverständnisses nach Auschwitz, denn die Vernichtung der Juden durch die Nazis ist das historische Datum, von dem Celans Dichtung sich herschreibt und das sie angesichts des Unfaßbaren oft nur stammeln und lallen läßt. Aus dem Werk des Dichters soll, so Lydia Koelle, nicht einfach eine theologische Theorie herausdestilliert werden, aber die Traditionen sind zu benennen, in denen Celan im Wieder- und Gegenlesen der religiösen Überlieferungen von Judentum und Christentum seinen geistigen Standpunkt bestimmt. Paul Celan hat seine Gedichte einmal als *Geschenke an die Aufmerksamen* bezeichnet. Sie sind ein verzweifeltes Gespräch, ausgerichtet auf einen ebenso realen wie utopischen Gesprächspartner. Diese Ambivalenz von Realem und Utopischem, Immanentem und Transzendentem, stellt die Autorin bei Celan häufig fest, etwa in dessen Rede von letzter Dinglichkeit, eine Formulierung, die an die theologische Lehre von den letzten Dingen erinnert und dabei dem sinnlich-Realen verbunden bleibt. Oder ganz zentral in dem Motiv des Atems: Atem als elementarer Ausdruck des Kreatürlichen und zugleich als Medium des Geistes, wie das hebräische ruah und auf andere Weise das griechische pneuma nahelegen. Der Begriff pneumatisch charakterisiert für die Autorin am besten, wie Celans individuelles Jüdischsein zu verstehen ist. In Celans Werk wird Jüdisches zwar auch thematisch behandelt, es kommen Motive und Topoi der jüdischen Tradition vor; entscheidend aber ist, daß sein Judesein sich gleichsam als etwas geistig und sinnlich Existentielles vollzieht, in seinem Dichten wie in seiner gesamten Existenz: Das Medium seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum sei seine Dichtung, betonte Celan. Um dieses pneumatisch Jüdische bei Celan etwas näher zu bestimmen, ist es nötig, auf eine methodische Eigenheit von Lydia Koelles Buch näher einzugehen. Celan interessiert Lydia Koelle nicht nur als Dichter, sondern auch als Leser. Viele ihrer Aussagen stützen sich auf Unterstreichungen und Anmerkungen in Celans Büchern. Vor allem in den sechziger Jahren fällt die intensive Beschäftigung Celans mit jüdischer Religionsphilophie auf. Durch Werke von Martin Buber, Franz Rosenzweig, Hugo Bergmann, Gershom Scholem u. a. gelangt er zu einem tiefen und zugleich sehr subjektiven Verständnis der jüdischen Mystik und des Chassidismus. Besonders inspiriert hat Celan der Gedanke der Zurücknahme und der Selbstbegrenzung Gottes, wie er sich schon in der Kabbala und modifiziert bei modernen jüdischen Autoren wie Buber und Bergmann findet, nicht zuletzt auch bei dem Philosophen Hans Jonas. „Gott selbst liefert sich also der Welt aus und muß durch den Menschen erlöst werden.“ Diese Idee, die aufs erste spekulativ erscheinen mag, ist Resultat der schmerzlichen Erfahrung der Macht- und Tatenlosigkeit Gottes angesichts der Massenvernichtung. Paul Celans Gedichte bleiben — bei aller Radikalität des sprachlichen Ausdrucks — überkommenen jüdischen und christlichen Motiven der Deutung von Geschichte, Welt und Mensch verpflichtet. Manche der zitierten religionsphilosophischen Positionen bleiben etwas unvermittelt nebeneinander stehen, wie etwa die von Hans Jonas und Irving Greenberg. Schwerer wiegt, daß gelegentlich der Eindruck der Überidentifikation der Autorin mit der Dichtung Celans entsteht. Bei aller Wertschätzung der Dichtung als Ort theologischer Erkenntnis kommt der kritische Aspekt etwas zu kurz. Von Celans zerbrochener lyrischer Rede kann Theologie gewissermaßen das Stammeln lernen. Um verantwortliche Gott-Rede muß, wie um das dichterische Wort, stets aufs neue gerungen werden. Eine Theologie nach Auschwitz wird nur glaubwürdig sein, wenn es ihr immer wieder die Sprache verschlägt. Daß das umfangreiche Werk weder ein Begriffs- noch ein Namenregister, noch ein Verzeichnis der behandelten Texte Celans enthält, macht gezieltes Nachschlagen leider unmöglich. Lydia Koelles Buch bietet eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung für alle, die an moderner Lyrik und Religion interessiert sind. (Quelle: [Freiburger Rundbrief](https://www.freiburger-rundbrief.de/de/item_547.html))
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Wie lässt sich das Buch sprachlich und thematisch filtern?
Über die Sprache Deutsch und die Schlagwörter Religion, Judaism, Influence, Holocaust, Jewish (1939-1945), Judaism in literature kann die Ausgabe gezielt in Such- und Katalogsystemen eingegrenzt werden.
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