Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern | Inhalt, Autor und bibliografische Daten

08/06/2026

Lesedauer: 16 min

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Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern | Inhalt, Autor und bibliografische Daten

Alles Wichtige zu Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern

Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern ist ein Werk von Günther Schreiner, das innerhalb der Kategorie Sachbuch eingeordnet wird und bereits durch seine klare thematische Ausrichtung überzeugt. Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern wird in der Beschreibung wie folgt charakterisiert: Günther Schreiner: Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzung zwischen Monetaristen und Keynesianern. Saarbrücken, Fort Lauderdale: Verlag Breitenbach 1988. 432 S. (Sozialwissenschaftliche Studien zu internationalen Problemen. 130). In seiner Dissertation unternimmt es Schreiner, Konzeptualisierungen und wirtschaftspolitische Konsequenzen der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern in einem lateinamerikanischen Land der Peripherie zu untersuchen. Costa Rica ist eine Mikronation. Daraus ergeben sich hinsichtlich der Integration in die Weltmärkte einige Konsequenzen, ob eine solche Untersuchung in einem kleinen Land überhaupt möglich ist. Es gelingt dem Autor, in seiner Dissertation durchgängig die spezifisch lateinamerikanischen Ausprägungen beider Theorieansätze auf seinen Untersuchungsgegenstand anzuwenden. In der Einleitung wird auf dieses Problem eingegangen. An mehreren Stellen versucht Schreiner, wirtschaftstheoretische Konzepte an die wirtschaftliche Wirklichkeit verschiedener historischer Perioden heranzuführen. Das ist kein leichtes Unterfangen und kann auch nur partiell gelingen. Bei der Durchsicht von Außenhandelstheorien vertritt er die Auffassung, daß »die Verbreitung des technischen Fortschritts über das ganze Handelsgebiet« unterstellt wird. In den vom Autor angeführten Theorien gibt es jedoch nur »konstante Techniken« und keinen technischen Wandel bzw. Fortschritt. Von großem Interesse ist die ausführliche Darstellung der Rezeption von Elementen des Keynesianismus in Lateinamerika, die von R. Prebisch in Gang gebracht wurde. Der große Wurf der Anpassung des keynesianischen Ansatzes an die besonderen Bedingungen lateinamerikanischer Entwicklungsländer wurde von Prebisch selbst dennoch nicht geleistet und - wenn ich den Autor recht verstehe - konnte auch von keinem anderen Autor geleistet werden. Dahinter steht zum geringsten Teil wohl subjektives Unvermögen, sondern es sind die objektiven Entwicklungsbedingungen, die mit dem analytischen Instrumentarium eines ausgereiften kapitalistischen Systems nicht bzw. nur unvollkommen erfaßt werden können. So mußte es bei der Rezeption des Keynesianismus wie auch des Monetarismus bei einer überwiegend eklektischen Vorgehensweise bleiben. Interessenkonstellationen, die nur schwer empirisch erfaßbar sind, da sie sich ideologisch verbrämen oder das Licht der Öffentlichkeit scheuen, waren für Auswahl und Gewichtung der Elemente des jeweiligen Theorieansatzes verantwortlich. Vielleicht ist Schreiner bei seiner Darstellung des keynesianischen Ansatzes, wobei er den vulgarisierten Formen den Vorzug zu geben scheint, ein wenig zu weit gegangen. Viele der dargestellten Partialanalysen werden im Verlauf seiner Untersuchung in der vorgetragenen vertieften Form nicht weiter benötigt. Ähnliches gilt für den folgenden Abschnitt über den neuen Monetarismus. In diesem Zusammenhang gelingt Schreiner eine überaus präzise Darstellung der Rezeption des neuen Monetarismus in Chile. Auch die Hinweise, unter welchen Bedingungen der monetaristische Ansatz in Chile und Argentinien gescheitert ist, sind von großem Interesse. Über die Zwischenglieder Chile und Argentinien führt Schreiner seine Leser nun zur costaricanischen Variante der Auseinandersetzung Monetarismus-Fiskalismus. In seiner Schlußbetrachtung faßt Schreiner seine Ergebnisse zusammen. Es gelingt ihm ein plastisches und eindringliches Bild der gegenwärtigen Wirtschaftslage, deren Ausweglosigkeit beklemmend ist. - Vor diesem Hintergrund scheint die Kontoverse Keynesianismus-Monetarismus zu verblassen. Beide Theorieansätze dürften kaum hinreichend in der Lage sein, die anstehenden Probleme konzeptuell und instrumentell bewältigen zu können. - Beide Theorieansätze haben eine politische Organisationsbasis gefunden, die politisch-parlamentarisch mehrheitsfähig sind. Schreiner kann darüber hinaus nachweisen, daß ein demokratisches Staatswesen die monetaristische Radikalkur nur unvollkommen wirtschaftspolitisch umsetzen kann. Hier liegt der besondere Sinn der Vergleiche mit Chile und Argentinien. In seinen vorsichtigen Prognosen kann Schreiner kaum Hinweise auf eine grundsätzliche Wende zum Besseren geben. Erhaltung der wirtschaftlichen und politischen Stabilität des zentralamerikanischen Musterlandes Costa Rica scheint die optimistischste Variante für die Zukunft zu sein. Auch sie ist nur zum Preis einer verstärkten Abhängigkeit von den USA zu haben. Gerhard Leithäuser (Bremen) Quelle: IBEROAMERICANA 13. Jahrgang (1989) Nr. 1(36) S. 80f Als Veröffentlichungsdatum ist 1988 hinterlegt; verlegt wurde der Titel von Breitenbach in Saarbrücken.

Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern spricht besonders Nutzer an, die sich für Bücher rund um Sachbuch interessieren. Der Verlag Breitenbach und der Verlagsort Saarbrücken liefern zusätzliche Orientierung bei der Einordnung dieser Ausgabe. Auch das Veröffentlichungsdatum 1988 macht Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern für zeitlich eingegrenzte Suchen besonders interessant. Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern liegt in Deutsch vor, was für die inhaltliche Nutzung ebenso wichtig ist wie für die bibliografische Suche. Im Kontext des Gesamtwerks von Günther Schreiner lässt sich Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern gezielt bibliografisch und thematisch einordnen.

Was behandelt Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern?

Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern lässt sich inhaltlich innerhalb von Sachbuch verorten und wird in der Beschreibung wie folgt umrissen: Günther Schreiner: Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzung zwischen Monetaristen und Keynesianern. Saarbrücken, Fort Lauderdale: Verlag Breitenbach 1988. 432 S. (Sozialwissenschaftliche Studien zu internationalen Problemen. 130). In seiner Dissertation unternimmt es Schreiner, Konzeptualisierungen und wirtschaftspolitische Konsequenzen der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern in einem lateinamerikanischen Land der Peripherie zu untersuchen. Costa Rica ist eine Mikronation. Daraus ergeben sich hinsichtlich der Integration in die Weltmärkte einige Konsequenzen, ob eine solche Untersuchung in einem kleinen Land überhaupt möglich ist. Es gelingt dem Autor, in seiner Dissertation durchgängig die spezifisch lateinamerikanischen Ausprägungen beider Theorieansätze auf seinen Untersuchungsgegenstand anzuwenden. In der Einleitung wird auf dieses Problem eingegangen. An mehreren Stellen versucht Schreiner, wirtschaftstheoretische Konzepte an die wirtschaftliche Wirklichkeit verschiedener historischer Perioden heranzuführen. Das ist kein leichtes Unterfangen und kann auch nur partiell gelingen. Bei der Durchsicht von Außenhandelstheorien vertritt er die Auffassung, daß »die Verbreitung des technischen Fortschritts über das ganze Handelsgebiet« unterstellt wird. In den vom Autor angeführten Theorien gibt es jedoch nur »konstante Techniken« und keinen technischen Wandel bzw. Fortschritt. Von großem Interesse ist die ausführliche Darstellung der Rezeption von Elementen des Keynesianismus in Lateinamerika, die von R. Prebisch in Gang gebracht wurde. Der große Wurf der Anpassung des keynesianischen Ansatzes an die besonderen Bedingungen lateinamerikanischer Entwicklungsländer wurde von Prebisch selbst dennoch nicht geleistet und - wenn ich den Autor recht verstehe - konnte auch von keinem anderen Autor geleistet werden. Dahinter steht zum geringsten Teil wohl subjektives Unvermögen, sondern es sind die objektiven Entwicklungsbedingungen, die mit dem analytischen Instrumentarium eines ausgereiften kapitalistischen Systems nicht bzw. nur unvollkommen erfaßt werden können. So mußte es bei der Rezeption des Keynesianismus wie auch des Monetarismus bei einer überwiegend eklektischen Vorgehensweise bleiben. Interessenkonstellationen, die nur schwer empirisch erfaßbar sind, da sie sich ideologisch verbrämen oder das Licht der Öffentlichkeit scheuen, waren für Auswahl und Gewichtung der Elemente des jeweiligen Theorieansatzes verantwortlich. Vielleicht ist Schreiner bei seiner Darstellung des keynesianischen Ansatzes, wobei er den vulgarisierten Formen den Vorzug zu geben scheint, ein wenig zu weit gegangen. Viele der dargestellten Partialanalysen werden im Verlauf seiner Untersuchung in der vorgetragenen vertieften Form nicht weiter benötigt. Ähnliches gilt für den folgenden Abschnitt über den neuen Monetarismus. In diesem Zusammenhang gelingt Schreiner eine überaus präzise Darstellung der Rezeption des neuen Monetarismus in Chile. Auch die Hinweise, unter welchen Bedingungen der monetaristische Ansatz in Chile und Argentinien gescheitert ist, sind von großem Interesse. Über die Zwischenglieder Chile und Argentinien führt Schreiner seine Leser nun zur costaricanischen Variante der Auseinandersetzung Monetarismus-Fiskalismus. In seiner Schlußbetrachtung faßt Schreiner seine Ergebnisse zusammen. Es gelingt ihm ein plastisches und eindringliches Bild der gegenwärtigen Wirtschaftslage, deren Ausweglosigkeit beklemmend ist. - Vor diesem Hintergrund scheint die Kontoverse Keynesianismus-Monetarismus zu verblassen. Beide Theorieansätze dürften kaum hinreichend in der Lage sein, die anstehenden Probleme konzeptuell und instrumentell bewältigen zu können. - Beide Theorieansätze haben eine politische Organisationsbasis gefunden, die politisch-parlamentarisch mehrheitsfähig sind. Schreiner kann darüber hinaus nachweisen, daß ein demokratisches Staatswesen die monetaristische Radikalkur nur unvollkommen wirtschaftspolitisch umsetzen kann. Hier liegt der besondere Sinn der Vergleiche mit Chile und Argentinien. In seinen vorsichtigen Prognosen kann Schreiner kaum Hinweise auf eine grundsätzliche Wende zum Besseren geben. Erhaltung der wirtschaftlichen und politischen Stabilität des zentralamerikanischen Musterlandes Costa Rica scheint die optimistischste Variante für die Zukunft zu sein. Auch sie ist nur zum Preis einer verstärkten Abhängigkeit von den USA zu haben. Gerhard Leithäuser (Bremen) Quelle: IBEROAMERICANA 13. Jahrgang (1989) Nr. 1(36) S. 80f Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis zeigt die thematische Struktur der Ausgabe: INHALTSVERZEICHNIS | VORBEMERKUNG | EINLEITUNG | HAUPTTEIL | Abriß der Geschichte Costa Ricas von der Entdeckung bis zum Sozialstaat | Von der Kolonialisierung Costa Ricas bis zur Herausbildung eines eigenständigen Staates (1502 - 1821) | Die U.S. - amerikanische Intervention in Zentralamerika und die Entwicklung einer exportorientierten Agrarwirtschaft (1821 - 1931) | Herausbildung eines modernen Sozialgefüges durch innenpolitische Auseinandersetzungen und Sozialreformen (1931 - 1948) | Einflußnahme der Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) auf die ökonomische Entwicklung Costa Ricas | Die historischen und personellen Rahmenbedingungen für ein eigenständiges Programm der wirtschaftlichen Entwicklung in Lateinamerika | Die Kritik an den Rahmenbedingungen des peripheren Kapitalismus durch Raul Prebisch | Die Entstehung institutioneller Träger als Foren lateinamerikanischer Entwicklungspolitik | Die Auswirkungen des CEPAL-Programms auf die Wirtschaftsstruktur Costa Ricas | Untersuchung ausgewählter Teilbereiche der costaricanischen Gesellschaft nach dem Bürgerkrieg von 1948 | Die Industrialisierungspolitik Costa Ricas durch Importsubstitution | Die Herausbildung des Zentralamerikanischen Marktes (MCCA) | Untersuchungen zum Außenhandel Costa Ricas in den Zeiträumen von 1962 - 1967, 1970 - 1975 und 1976 - 1979 | Der wachsende Einfluß des staatlichen Sektors auf die Wirtschaft Costa Ricas | Die monetaristische Herausforderung an die Entwicklungspolitik | Antagonistische Konzepte für die Wirtschaftspolitik der III. Welt | Der neue Monetarismus | Die costaricanische Variante in der Auseinandersetzung | Monetarismus versus Keynesianismus in der Tagespolitik Costa Ricas | Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme Costa Ricas vor dem Wahlgewinn der neoliberalen UNIDAD (1978) | Die Monetaristen in der öffentlichen Diskussion um das neue Wirtschaftsmodell | Umsetzungen und Ergebnisse neoliberaler Konzepte in der Amtszeit von Rodrigo Carazo Odio (1978 - 1982) | SCHLUSSTEIL Die vorhandenen Tags verdichten die inhaltliche Einordnung des Buches zusätzlich: Economic policy, Economic conditions, Monetary policy, Keynesian economics, Chicago school of economics

ISBN, Revision und weitere Referenzdaten

Verlag, Ort und Datum - Breitenbach, Saarbrücken und 1988 - bilden zusammen einen wichtigen bibliografischen Kern dieses Datensatzes. Im Open-Library-Kontext ist das Werk über OL12059019W sowie die Editionszuordnungen OL17131012M referenzierbar.

Bibliografische Eckdaten dieser Ausgabe

  1. Buchtitel: Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern
  2. Ort der Veröffentlichung: Saarbrücken
  3. Inhaltliche Kurzcharakteristik: Günther Schreiner: Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzung zwischen Monetaristen und Keynesianern. Saarbrücken, Fort Lauderdale: Verlag Breitenbach 1988. 432 S. (Sozialwissenschaftliche Studien zu internationalen Problemen. 130). In seiner Dissertation unternimmt es Schreiner, Konzeptualisierungen und wirtschaftspolitische Konsequenzen der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern in einem lateinamerikanischen Land der Peripherie zu untersuchen. Costa Rica ist eine Mikronation. Daraus ergeben sich hinsichtlich der Integration in die Weltmärkte einige Konsequenzen, ob eine solche Untersuchung in einem kleinen Land überhaupt möglich ist. Es gelingt dem Autor, in seiner Dissertation durchgängig die spezifisch lateinamerikanischen Ausprägungen beider Theorieansätze auf seinen Untersuchungsgegenstand anzuwenden. In der Einleitung wird auf dieses Problem eingegangen. An mehreren Stellen versucht Schreiner, wirtschaftstheoretische Konzepte an die wirtschaftliche Wirklichkeit verschiedener historischer Perioden heranzuführen. Das ist kein leichtes Unterfangen und kann auch nur partiell gelingen. Bei der Durchsicht von Außenhandelstheorien vertritt er die Auffassung, daß »die Verbreitung des technischen Fortschritts über das ganze Handelsgebiet« unterstellt wird. In den vom Autor angeführten Theorien gibt es jedoch nur »konstante Techniken« und keinen technischen Wandel bzw. Fortschritt. Von großem Interesse ist die ausführliche Darstellung der Rezeption von Elementen des Keynesianismus in Lateinamerika, die von R. Prebisch in Gang gebracht wurde. Der große Wurf der Anpassung des keynesianischen Ansatzes an die besonderen Bedingungen lateinamerikanischer Entwicklungsländer wurde von Prebisch selbst dennoch nicht geleistet und - wenn ich den Autor recht verstehe - konnte auch von keinem anderen Autor geleistet werden. Dahinter steht zum geringsten Teil wohl subjektives Unvermögen, sondern es sind die objektiven Entwicklungsbedingungen, die mit dem analytischen Instrumentarium eines ausgereiften kapitalistischen Systems nicht bzw. nur unvollkommen erfaßt werden können. So mußte es bei der Rezeption des Keynesianismus wie auch des Monetarismus bei einer überwiegend eklektischen Vorgehensweise bleiben. Interessenkonstellationen, die nur schwer empirisch erfaßbar sind, da sie sich ideologisch verbrämen oder das Licht der Öffentlichkeit scheuen, waren für Auswahl und Gewichtung der Elemente des jeweiligen Theorieansatzes verantwortlich. Vielleicht ist Schreiner bei seiner Darstellung des keynesianischen Ansatzes, wobei er den vulgarisierten Formen den Vorzug zu geben scheint, ein wenig zu weit gegangen. Viele der dargestellten Partialanalysen werden im Verlauf seiner Untersuchung in der vorgetragenen vertieften Form nicht weiter benötigt. Ähnliches gilt für den folgenden Abschnitt über den neuen Monetarismus. In diesem Zusammenhang gelingt Schreiner eine überaus präzise Darstellung der Rezeption des neuen Monetarismus in Chile. Auch die Hinweise, unter welchen Bedingungen der monetaristische Ansatz in Chile und Argentinien gescheitert ist, sind von großem Interesse. Über die Zwischenglieder Chile und Argentinien führt Schreiner seine Leser nun zur costaricanischen Variante der Auseinandersetzung Monetarismus-Fiskalismus. In seiner Schlußbetrachtung faßt Schreiner seine Ergebnisse zusammen. Es gelingt ihm ein plastisches und eindringliches Bild der gegenwärtigen Wirtschaftslage, deren Ausweglosigkeit beklemmend ist. - Vor diesem Hintergrund scheint die Kontoverse Keynesianismus-Monetarismus zu verblassen. Beide Theorieansätze dürften kaum hinreichend in der Lage sein, die anstehenden Probleme konzeptuell und instrumentell bewältigen zu können. - Beide Theorieansätze haben eine politische Organisationsbasis gefunden, die politisch-parlamentarisch mehrheitsfähig sind. Schreiner kann darüber hinaus nachweisen, daß ein demokratisches Staatswesen die monetaristische Radikalkur nur unvollkommen wirtschaftspolitisch umsetzen kann. Hier liegt der besondere Sinn der Vergleiche mit Chile und Argentinien. In seinen vorsichtigen Prognosen kann Schreiner kaum Hinweise auf eine grundsätzliche Wende zum Besseren geben. Erhaltung der wirtschaftlichen und politischen Stabilität des zentralamerikanischen Musterlandes Costa Rica scheint die optimistischste Variante für die Zukunft zu sein. Auch sie ist nur zum Preis einer verstärkten Abhängigkeit von den USA zu haben. Gerhard Leithäuser (Bremen) Quelle: IBEROAMERICANA 13. Jahrgang (1989) Nr. 1(36) S. 80f
  4. Thematische Tags: Economic policy, Economic conditions, Monetary policy, Keynesian economics, Chicago school of economics
  5. Thematische Hauptkategorie: Sachbuch
  6. Inhaltsübersicht: INHALTSVERZEICHNIS | VORBEMERKUNG | EINLEITUNG | HAUPTTEIL | Abriß der Geschichte Costa Ricas von der Entdeckung bis zum Sozialstaat | Von der Kolonialisierung Costa Ricas bis zur Herausbildung eines eigenständigen Staates (1502 - 1821) | Die U.S. - amerikanische Intervention in Zentralamerika und die Entwicklung einer exportorientierten Agrarwirtschaft (1821 - 1931) | Herausbildung eines modernen Sozialgefüges durch innenpolitische Auseinandersetzungen und Sozialreformen (1931 - 1948) | Einflußnahme der Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) auf die ökonomische Entwicklung Costa Ricas | Die historischen und personellen Rahmenbedingungen für ein eigenständiges Programm der wirtschaftlichen Entwicklung in Lateinamerika | Die Kritik an den Rahmenbedingungen des peripheren Kapitalismus durch Raul Prebisch | Die Entstehung institutioneller Träger als Foren lateinamerikanischer Entwicklungspolitik | Die Auswirkungen des CEPAL-Programms auf die Wirtschaftsstruktur Costa Ricas | Untersuchung ausgewählter Teilbereiche der costaricanischen Gesellschaft nach dem Bürgerkrieg von 1948 | Die Industrialisierungspolitik Costa Ricas durch Importsubstitution | Die Herausbildung des Zentralamerikanischen Marktes (MCCA) | Untersuchungen zum Außenhandel Costa Ricas in den Zeiträumen von 1962 - 1967, 1970 - 1975 und 1976 - 1979 | Der wachsende Einfluß des staatlichen Sektors auf die Wirtschaft Costa Ricas | Die monetaristische Herausforderung an die Entwicklungspolitik | Antagonistische Konzepte für die Wirtschaftspolitik der III. Welt | Der neue Monetarismus | Die costaricanische Variante in der Auseinandersetzung | Monetarismus versus Keynesianismus in der Tagespolitik Costa Ricas | Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme Costa Ricas vor dem Wahlgewinn der neoliberalen UNIDAD (1978) | Die Monetaristen in der öffentlichen Diskussion um das neue Wirtschaftsmodell | Umsetzungen und Ergebnisse neoliberaler Konzepte in der Amtszeit von Rodrigo Carazo Odio (1978 - 1982) | SCHLUSSTEIL
  7. Autor beziehungsweise Autoren: Günther Schreiner
  8. Seitenzahl: 432
  9. ISBN-10: 3881564047
  10. Open-Library-Work-ID: OL12059019W
  11. Publiziert bei: Breitenbach
  12. Sprache: Deutsch
  13. Open-Library-Editions-IDs: OL17131012M
  14. Veröffentlicht am: 1988

Suchrelevante Merkmale dieser Ausgabe

Die Verbindung aus Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern, Günther Schreiner, Sachbuch und Economic policy, Economic conditions, Monetary policy, Keynesian economics, Chicago school of economics schafft eine solide Grundlage für eine präzise thematische Suche.

FAQ zu Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern

Wie ist die Ausgabe verlegerisch einzuordnen?

Bibliografisch wird die Ausgabe über Breitenbach, Saarbrücken und das Datum 1988 beschrieben.

In welcher Sprache liegt das Buch vor?

Die Ausgabe ist in Deutsch verfügbar; thematisch unterstützen zusätzlich die Tags Economic policy, Economic conditions, Monetary policy, Keynesian economics, Chicago school of economics bei der Einordnung.

Wie ist das Buch aufgebaut?

Die Struktur der Ausgabe wird über das hinterlegte Inhaltsverzeichnis sichtbar: INHALTSVERZEICHNIS | VORBEMERKUNG | EINLEITUNG | HAUPTTEIL | Abriß der Geschichte Costa Ricas von der Entdeckung bis zum Sozialstaat | Von der Kolonialisierung Costa Ricas bis zur Herausbildung eines eigenständigen Staates (1502 - 1821) | Die U.S. - amerikanische Intervention in Zentralamerika und die Entwicklung einer exportorientierten Agrarwirtschaft (1821 - 1931) | Herausbildung eines modernen Sozialgefüges durch innenpolitische Auseinandersetzungen und Sozialreformen (1931 - 1948) | Einflußnahme der Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL) auf die ökonomische Entwicklung Costa Ricas | Die historischen und personellen Rahmenbedingungen für ein eigenständiges Programm der wirtschaftlichen Entwicklung in Lateinamerika | Die Kritik an den Rahmenbedingungen des peripheren Kapitalismus durch Raul Prebisch | Die Entstehung institutioneller Träger als Foren lateinamerikanischer Entwicklungspolitik | Die Auswirkungen des CEPAL-Programms auf die Wirtschaftsstruktur Costa Ricas | Untersuchung ausgewählter Teilbereiche der costaricanischen Gesellschaft nach dem Bürgerkrieg von 1948 | Die Industrialisierungspolitik Costa Ricas durch Importsubstitution | Die Herausbildung des Zentralamerikanischen Marktes (MCCA) | Untersuchungen zum Außenhandel Costa Ricas in den Zeiträumen von 1962 - 1967, 1970 - 1975 und 1976 - 1979 | Der wachsende Einfluß des staatlichen Sektors auf die Wirtschaft Costa Ricas | Die monetaristische Herausforderung an die Entwicklungspolitik | Antagonistische Konzepte für die Wirtschaftspolitik der III. Welt | Der neue Monetarismus | Die costaricanische Variante in der Auseinandersetzung | Monetarismus versus Keynesianismus in der Tagespolitik Costa Ricas | Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme Costa Ricas vor dem Wahlgewinn der neoliberalen UNIDAD (1978) | Die Monetaristen in der öffentlichen Diskussion um das neue Wirtschaftsmodell | Umsetzungen und Ergebnisse neoliberaler Konzepte in der Amtszeit von Rodrigo Carazo Odio (1978 - 1982) | SCHLUSSTEIL

Wie lässt sich Die Wirtschaftsentwicklung Costa Ricas unter besonderer Berücksichtigung der Auseinandersetzungen zwischen Monetaristen und Keynesianern thematisch einordnen?

Die Ausgabe wird dem Bereich Sachbuch zugeordnet und ist damit für thematisch fokussierte Recherchen gut geeignet.

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